Schiedsrichter ruft die Polizei

- München ­- Die Partie gegen Schwenningen könnte für den EHC München noch ein Nachspiel haben. Nach der 3:4-Heimschlappe rasteten einige Fanatiker aus und bewarfen Schiedsrichter Alfred Hascher mit Gegenständen. Der Getroffenen holte anschließend die Polizei in seine Kabine und stellte Strafantrag gegen die Täter, die aber längst das Weite gesucht hatten. EHC-Organisationschef Rudi Schmaderer hatte alle Hände voll zu tun, um die Gemüter zu beruhigen und die drei Unparteiischen sicher aus der Eishalle zu bringen.

Mit vielen Fehlentscheidungen hatte der Schiedsrichter für ständige Unruhe auf dem Eis und den Rängen gesorgt. In der Verlängerung kam es dann zum endgültigen Eklat: Hascher schickte mehrere EHC-Akteure auf die Strafbank. Beim Siegestreffer der Schwenninger, fünf Sekunden vor Ende durch Steve Junker erzielt, sahen nicht nur die Münchner Akteure ein Torraumabseits.

Während die Fans tobten, beurteilten die Beteiligten die Lage entspannter. "Wir müssen disziplinierter auftreten und in Überzahl keine Strafzeiten kassieren" meinte EHC-Coach Pat Cortina. Auch die Gäste konnten die Aufregung der Fans nicht verstehen. "Wir lagen mit 2:0 in Führung, dann hat der Schiedsrichter einige Konzessionsentscheidung zugunsten der Münchner ausgesprochen, und wir haben dadurch den Faden verloren", meinte der Schwenninger Manager Petr Kopta, einst, in den 90er-Jahren, Torjäger beim EC Hedos München.

EHC-Coach Cortina beschäftigte sich nach dem Sturz von Rang drei auf Platz zehn, den die Misserfolgsserie der letzten Wochen eingetragen hat, sowieso lieber mit der sportlichen Situation. Und er sah das Positive auch in der Niederlage: "Der Punkt gegen Schwenningen gibt uns Auftrieb, wir haben jetzt noch 13 Punktspiele, ich bin überzeugt, wir erreichen die Play-Off-Runde".

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