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Der EHC steht vor dem Aus

Stadt: Darum helfen wir dem EHC nicht

München - Der Vorhang wird fallen. Wenn kein Wunder geschieht, verlässt die Landeshauptstadt bald die große Eishockey-Bühne. Die Stadt erklärt nun, warum sie dem EHC nicht hilft.

Nach den Maddogs und den Barons erwischt es aller Voraussicht nach auch den EHC. Wenige Tage nachdem bekannt wurde, dass der Münchner Stadtrat aufgrund der Mehrheitsverhältnisse eine Unterstützung durch die Münchner Stadtwerke in Höhe von 800 000 Euro ablehnt, hat der Eishockey-Standort München auf hohem Niveau keine Zukunft mehr. Doch warum hält sich die Stadt bei der finanziellen Lösungsfindung zurück?

Der frisch gewählte Leiter des städtischen Sportamts, im Referat für Bildung und Sport, Thomas Urban (48), reagiert auf die Stadtrats-Entscheidung und die dadurch verschärfte Schieflage des EHC gelassen: „Das Thema ist ja nicht neu. Es gibt jetzt einen Antrag des Stadtrats, dass wir prüfen sollen, wie wir dem EHC jetzt noch helfen können. Ich bin, was das angeht, allerdings sehr skeptisch.“ Und er liefert die Gründe für seine Zweifel direkt mit: „Wir als Stadtamt müssten beim EHC im Fall der Fälle einen professionellen Sportbereich fördern. Unsere Aufgabe ist es allerdings, den allgemeinen Breitensport der Stadt zu unterstützen und nicht einzelne professionelle Vereine. Hier können wir nicht helfen.“

In den vergangenen Tagen waren Forderungen laut geworden, die Stadt könne, nachdem der EHC ohne Sponsor dasteht, mindestens bei der Suche nach einem neuen Finanzierungskonzept behilflich sein. Urban hält das allerdings für Wunschdenken: „Es kann und darf nicht Aufgabe der Stadt sein, städtische Unternehmen zu zwingen, bestimmte Vereine zu unterstützen. Die Firmen müssen selbst entscheiden, ob es in ihr Portfolio passt oder nicht.“

Nach Ansicht des Stadtamtschefs würde die Stadt dabei auch juristisch in Bedrängnis geraten. „Würden wir anfangen, Sport­aktivitäten im professionellen Bereich zu unterstützen und dem EHC unter die Arme greifen, kämen wir in den Wald. Es kann nicht sein, dass die Landeshauptstadt eine GmbH im Spitzensportbereich unterstützt. Es wäre auch rechtlich schwer darstellbar.“

Zwar hält es Urban für „bedauerlich, dass kein Spitzeneishockey mehr in München stattfinden würde“, die Stadt sei aber nicht verantwortlich dafür, „den Highend-Sport zu retten. Wir unterstützen den Profibereich des TSV 1860 ja schließlich auch nicht.“ Wie es für den EHC auch ausgehen mag, auf Hilfe der Stadt sollte er vorerst besser nicht setzen.

Christopher Hemscheidt

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