Titelsammler: Florian Busch aus Miesbach.  Foto: Sven Simon/Imago
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Titelsammler: Florian Busch aus Miesbach.

Florian Busch gewann mit den Eisbären Berlin neun Titel – Rückennummer 26 wird nicht mehr vergeben

Ende einer besonderen Karriere

  • vonThomas Spiesl
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Einen einzigen Klub hatte der Miesbacher Eishockey-Profi Florian Busch während seiner DEL-Karriere: die Eisbären Berlin. Jetzt hat er seine Karriere beendet.

Miesbach – Florian Busch ist in Sportdeutschland dafür bekannt, seine Herkunft nicht zu verleugnen, in seinen oft spaßigen Interviews kommt immer wieder das Bayrisch des Miesbachers durch. Auch als es darum ging, Spenden für die Sanierung der Miesbacher Eishalle zu sammeln, war Busch sofort zur Stelle und bat in einem Video um Unterstützung für seinen Heimatverein. Nun geht eine ganz besondere Karriere zu Ende: Am Drei-Königs-Tag hängte der Eishockey-Profi seine Schlittschuhe endgültig an den Nagel. Seinen Lebensmittelpunkt hat er bereits wieder ins Oberland verlegt.

Zu Beginn dieser Woche feierte der Stürmer seinen 36. Geburtstag. Zum Aufhören zwangen den siebenmaligen deutschen Meister am Ende seine Verletzungen. In der Saison 2019/20 absolvierte der Angreifer mit der Rückennummer 26 nur ein Spiel für „seine“ Eisbären Berlin, in der aktuellen Spielzeit kein einziges.

Der Miesbacher verbrachte seine komplette Karriere bei einem einzigen Verein der Deutschen Eishockey-Liga (DEL): den Eisbären Berlin. Neben sieben DEL-Titeln gewann Busch auch die European Trophy und den DEB-Pokal. „Ich durfte 18 wundervolle Jahre in der Hauptstadt erleben, aber nach langem Verletzungspech muss ich nun nach vorne schauen. Danke Eisbären, danke Berlin. Einmal Eisbär, immer Eisbär. Buschi out“, sagte Busch zu seinem Rücktritt.

Busch viertbester Scorer der Eisbären

In seinen 18 Jahren in Berlin absolvierte der 36-Jährige insgesamt 792 DEL-Spiele für die Eisbären. Dabei sammelte er 477 Scorerpunkte, traf 152 Mal selbst ins Tor und legte 325 weitere Treffer vor. Damit liegt er auf Platz vier der ewigen Scorer-Liste des Hauptstadt-Vereins.

Sein sicherlich wohl wichtigstes Tor erzielte er 2008 im DEL-Endspiel gegen die Kölner Haie. In der Verlängerung des vierten Final-Duells schoss er die Berliner per Rückhand-Schlenzer zur Meisterschaft.

Für die deutsche Nationalmannschaft lief er 43 Mal auf und nahm unter anderen im Jahr 2006 an den Olympischen Spielen in Turin teil. 2008 beendete er seine internationale Karriere. Zuvor hatte er eine Dopingprobe verweigert und später nachgeholt, weil er sich über die zahlreichen unangemeldeten Tests ärgerte, als ein Prüfer vor der Tür stand und er gerade mit seiner heutigen Frau zum Essen gehen wollte.

Verletzungen führen zu Karriereende

„Es war eine absolute Freude, ihn und seine Entwicklung zu verfolgen. Er war nicht nur auf dem Eis ein absoluter Leistungsträger. Es war ein Genuss mitzuerleben, wie Buschi die Menschen um sich herum immer wieder zum Grinsen oder Lachen brachte, dabei aber nie die Professionalität vermissen ließ, die ein Profisportler an den Tag legen muss“, sagt Eisbären Geschäftsführer Peter John Lee zu „Buschis“ Karriereende. „Ich hatte das Gefühl, dass ihm die harte Arbeit, der Schweiß und die Entbehrungen richtig Spaß machten. Wir werden seine spektakulären Aktionen auf dem Eis ebenso vermissen wie sein zahnloses Grinsen.“

In den letzten Jahren seiner Karriere hatte der Miesbacher immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im Dezember 2017 hatte er sich beim Spiel in Mannheim zum wiederholten Mal eine Gehirnerschütterung zugezogen, deren Folgen zum Ende seiner Karriere führten. Er hatte deshalb immer wieder mit Schwindel und Kopfschmerzen zu kämpfen und konnte seinen Beruf nicht mehr ausüben.

Nun sagt Buschi leise Servus. Eines ist ihm sicher: Er wird immer eine Eisbären-Legende bleiben, der fast schon einmaligen Vereinstreue sei Dank. Auch deshalb wird der Verein seine Rückennummer 26 nicht mehr vergeben.

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