Einen Platz im WM-Kader hat Andreas Eder (l.) fest im Visier. Vor dem Turnier stehen noch zwei Testspiele gegen Belarus auf dem Programm.
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Einen Platz im WM-Kader hat Andreas Eder (l.) fest im Visier. Vor dem Turnier stehen noch zwei Testspiele gegen Belarus auf dem Programm.

Andreas Eder hat noch zwei Spiele, um sich für die WM in Lettland zu empfehlen

Zwei Eders in Schwarz-Rot-Gold: Andreas hat noch WM-Chancen

  • vonChristoph Fetzer
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Ein Traum ist für die Brüder Andreas und Tobias Eder aus Miesbach in Erfüllung gegangen: Sie standen gemeinsam für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf dem Eis.

Miesbach/Nürnberg – Andreas und Tobias Eder zusammen im Trikot der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft, das hat es schon einmal gegeben. Allerdings war das in der U20, bei der Weltmeisterschaft der Division I in Wien im Dezember 2015. „Das war damals ganz cool, wir waren auch zwei Wochen zusammen auf dem Zimmer“, sagt Andy Eder. Jetzt, gut fünf Jahre später, sind die Brüder erstmals gemeinsam für die A-Nationalmannschaft aufgelaufen.

Bei zwei Testländerspielen gegen Tschechien in Nürnberg im Rahmen der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im lettischen Riga (21. Mai bis 6. Juni) spielten die beiden Eders für Deutschland. „Es war ein ganz besonderes Gefühl, zusammen mit meinem Bruder auf dem Eis zu stehen“, betont Andy Eder. Er ist aktuell auch in der dritten Phase der WM-Vorbereitung dabei und darf sich weiter für den endgültigen WM-Kader anbieten.

Tobias Eder wurde von Bundestrainer Toni Söderholm nach Hause geschickt. Es rückten arriviertere Spieler nach, die mit ihren Mannschaften aus den Playoffs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ausgeschieden sind und jetzt nach und nach zur Nationalmannschaft stoßen.

Andy Eder: Froh, noch dabei zu sein

Die beiden Länderspiele gegen Tschechien (1:4 und 4:5) waren also vorerst das letzte Mal, dass die beiden Brüder zusammen auf dem Eis standen. Im Ligabetrieb treffen sie sich ab und zu, Andy führte der Weg von München über Nürnberg nach Straubing, Tobias von München nach Düsseldorf. Aber zwei Eders im gleichen Trikot, das gab es zuletzt 2019 im DEL-Finale zwischen dem EHC München und den Adlern Mannheim. In der Nationalmannschaft ist es dann aber doch noch einmal etwas anderes als damals in München. „Nationalmannschaft ist vom Gefühl her immer wie Playoff-Eishockey – egal ob beim Deutschland Cup oder in der WM-Vorbereitung“, sagt Andy Eder. „Man kennt sich untereinander, und es macht sehr viel Spaß.“

Der ältere der beiden Brüder will in dieser Woche noch einmal alles dafür tun, sich einen Platz im endgültigen WM-Kader zu sichern. „Ich bin froh, dass ich immer noch dabei bin. Ich versuche, von Tag zu Tag und Spiel zu schauen und alles zu geben“, sagt Andy Eder. Er hat in der vergangenen DEL-Saison gezeigt, dass er ein spielstarker Center ist, der die Scheibe kontrolliert am Schläger hat und auch punktet. Er war Top-Scorer in Straubing. Er bekam Eiszeit in Über- und Unterzahl, war in allen Situationen auf dem Eis und konnte dem Spiel immer wieder seinen Stempel aufdrücken.

Andy Eder: Spiel bei Nationalmannschaft schwieriger

Das alles auf die Nationalmannschaft zu übertragen, ist allerdings eine große Herausforderung. „Das ist eine andere Welt. Selbst in den Playoffs gegen Mannheim hat es noch relativ gut funktioniert, mir die Scheibe zu holen und sie ins gegnerische Drittel zu tragen“, sagt Eder. „Das ist bei der Nationalmannschaft deutlich schwieriger. Das Tempo ist höher, und alle fünf Gegenspieler setzen alles daran, dass du nicht in ihr Drittel kommst.“

Für Andy Eder stehen am Freitag und Samstag noch zwei Länderspiele gegen Belarus auf dem Programm. Dann benennt Toni Söderholm den endgültigen WM-Kader. Eine weitere Woche in Nürnberg mit regelmäßigen Coronatests und voller Konzentration auf Eishockey. Nach einer langen, kräftezehrenden Saison nimmt Andy Eder das für seinen Traum von der Weltmeisterschaft noch einmal auf sich. Auch wenn sein Bruder nicht mehr mit ihm auf dem Eis steht, bleibt die Nationalmannschaft etwas ganz Besonderes.

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