Trägt künftig das DEG-Trikot: Niklas Heinzinger (r.) erhält in Düsseldorf die Rückennummer 88.
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Trägt künftig das DEG-Trikot: Niklas Heinzinger (r.) erhält in Düsseldorf die Rückennummer 88.

Niklas Heinzinger über seinen Wechsel zur Düsseldorfer EG und die abgelaufene Saison mit Tölz

Heinzinger wechselt zur DEG: Große Ziele am Rhein

  • VonHeidi Siefert
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Mit einem Jahr Anlauf wechselt der Holzkirchner Eishockeyspieler Niklas Heinzinger zur Düsseldorfer EG in die DEL.

Holzkirchen – Vor einem Jahr schon hatte der Holzkirchner Eishockeyspieler Niklas Heinzinger von der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) geträumt, nachdem die Düsseldorfer EG ihre Fühler nach ihm ausgestreckt hatte. Zum endgültigen Kontrakt kam es erst jetzt. Im Nachhinein sei er darüber ganz froh, meint der 21-Jährige, der vor vier Wochen seine Zelte im Oberland abgebrochen und sich an den Rhein aufgemacht hat.

Hinter ihm liegt eine nicht nur wegen Corona besondere Saison, in der er mit den Tölzer Löwen vor leeren Rängen die DEL2 maßgeblich mitbestimmte, Platz zwei in der Hauptrunde erreichte und seine ersten Erwachsenen--Playoffs spielte. „Ich hätte mich natürlich schon gefreut, wenn es letztes Jahr geklappt hätte“, sagt Heinzinger und ist sich sicher, dass er heuer noch bereiter für diesen Schritt ist.

Als noch lange nicht klar war, ob die DEL überhaupt spielen würde, ging es in der DEL2 schon zur Sache. Der junge Defensivspieler, der als eines der größten Verteidigertalente Deutschlands gilt, konnte Spielpraxis sammeln. Umso mehr, als der kleine Tölzer Kader immer wieder durch Ausfälle zusätzlich knapp wurde. Das gab viel Spielzeit für den weitgehend von Verletzungen verschonten Heinzinger, der in der Hauptrunde in 41 Spielen auf durchschnittlich knapp 21 Minuten Eiszeit pro Match kam und vier Tore sowie acht Assists verbuchen konnte.

Dazu die ersten Playoffs bei den Profis gegen den amtierenden Meister aus Ravensburg, die er als besonders wichtige Erfahrung sieht und in denen er umso mehr gefragt war, als die Situation personell immer prekärer wurde. Und auch wenn ihnen der Erfolg versagt blieb, lernte er, welche Kräfte man mobilisieren kann. Was nütze lamentieren? Man müsse die Situation annehmen und durch. Dass er gelernt hat, „im Spiel immer noch ein paar Prozent rauskitzeln zu können“, wird ihm für den weiteren sportlichen Weg so hilfreich sein, wie die Überzeugung, dass es nicht hilft, den Kopf in den Sand zu stecken. Stattdessen müsse man versuchen, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Heinzinger hofft auf viel Spielzeit

„Natürlich war es bitter, dass wir in den Playoffs rausgeflogen sind“, resümiert Heinzinger nach drei Spielen, die sie als die über weite Strecken bessere Mannschaft in der Verlängerung oder Sekunden vor der Schlusssirene verloren. „Vielleicht hat uns die Kraft gefehlt.“ Und er erinnert sich an besondere Augenblicke, wie die Abfahrt nach Ravensburg, als sie von Tölzer Fans am Stadion verabschiedet wurden, was ihn noch einmal zusätzlich beflügelt habe.

In all der Zeit riss der Kontakt nach Düsseldorf nie ab. Zum Ende der Saison, als Heinzingers Fördervertrag bei den Löwen auslief und damit auch die in den DEL2-Statuten festgelegte Ablösesumme, wurde man sich einig. Nun ist er neben Alex Ehl, Mike Fischer und Cedric Schiemenz einer der aktuell vier U23-Kontingentspieler im Kader der DEG, von denen laut neuesten Statuten in jedem Match drei auf dem Spielbericht stehen müssen.

Dass dies möglichst oft der Fall ist, hat sich der Holzkirchner vorgenommen. „Mich persönlich weiter entwickeln, der Mannschaft helfen, so gut es geht, und mir einen Stammplatz erarbeiten“, lauten seine Ziele. Der Grundstein wird jetzt gelegt, wo in Düsseldorf noch das Fußballfieber vorherrscht. „Aber wenn die EM vorbei ist, wird eine andere Stimmung sein“, ist er sich sicher und freut sich „riesig“ auf die ersten Spiele. Im 13 205 Zuschauer fassenden ISS-Dome, in dem er zuvor noch nie gewesen ist, wird das sehr anders sein, als in der familiären Tölzer RSS-Arena.

Für Heimatgefühle sorgen der Miesbacher Angreifer Tobias Eder (23) und vor allem Heinzingers Freundin, die dabei sein kann, weil das Studium in Zeiten von Corona überwiegend online stattfindet. „Ich fühle mich total wohl“, resümiert er seinen ersten Monat. Die Stadt, die Leute, die Mannschaft – Niklas Heinzinger, der den Großteil seines sportlichen Lebens an der Isar verbrachte, ist angekommen in der Eishockey-begeisterten Großstadt am Rhein.

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