+
Der Festsaal ist gerichtet – und die Sitzordnung nach Nationen festgelegt. 

Im Eishockey geht das: Alle Teams unter einem Dach

  • schließen

In Köln tagen die Mannschaften Tür an Tür - und es gibt einen gemeinsamen Speisesaal. Im Fußball unvorstellbar.

Köln– Im Fußball sind Mannschaftshotels ja immer eine Geschichte für sich. Nehmen wir das deutsche Nationalteam: Beansprucht bei Turnieren stets eine Herberge exklusiv für sich und seine Entourage. Das Campo Bahia in Brasilien. Das Ermitage in Frankreich. Kein anderer Gast soll das DFB-Idyll stören. Aber andere Nationalmannschaften sind bei Europa- und Weltmeisterschaften genauso – es soll wenigstens kein anderer Fußballer in ihrer Nähe sein. Und womöglich zu viel mitkriegen. Fußball ist sehr geheim.

Franz Reindl, der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) und der Organisations-Chef der Eishockey-WM kann da ganz erleichtert konstatieren, dass seine Kundschaft pflegeleicht ist. Auch in Köln wurde die Unterkunftsfrage unkompliziert gelöst: Alle Teams kamen in ein Hotel, ins Maritim am Rheinufer – welches mit den sportlichen internationalen Gästen was fürs Image tun kann. Vor zwei Wochen war das Haus Schauplatz des AfD-Parteitags und hat dafür seinen Shitstorm abbekommen.

Die „Sbornaja“, die russische Eishockey-Mannschaft, war ein wenig extrig gewesen, sie wollte nicht mit sieben konkurrierenden Teams unter einem Dach logieren – doch nun ist auch im Maritim alles für die Russen angerichtet. Sie haben dort ihren Besprechungsraum („Bad Homburg“), sie essen im Saal „Maritim“ – Seite an Seite mit ihren Gegnern. Es ist alles festlich eingedeckt, es gibt eine klar gekennzeichnete Sitzordnung – wird sich schon niemand danebenbenehmen.

Im Untergeschoss des Hotels liegen die Besprechungsräume. Alle auf einem Flur, der der Schweden (Gegner am Samstag) neben dem des DEB. Wenn man das Ohr an die Tür legt, könnte man wohl hören, was der Trainer des Konkurrenten Einstimmendes zu sagen hat.

Freilich kommt es im Alltagsbetrieb gar nicht zu ständigen Aufeinandertreffen. Der Spiel- und Trainingsplan entzerrt vieles. Am Freitag etwa strolchten die Schweden schon um viertel nach elf mittagshungrig um den Saal Maritim mit seinem Büffet herum – von anderen Nationen war nichts zu sehen.

Im Hotel sind alle Teams, die in Köln antreten, gleich. In der Lanxess Arena, in der die Spiele stattfinden, nicht, da gibt es eine Zweiklassengesellschaft. Weil lediglich fünf Kabinen zur Verfügung stehen – drei zu wenig. Folge: Drei Mannschaften müssen von der Trainings- zur großen Halle pendeln – im Niederflurbus. Wer ausgelagert wurde? „Das geht nach Weltrangliste“, sagt Franz Reindl. Es traf somit Italien und Lettland. Freiwillig zog Schweden in die Halle in 200 Metern Entfernung über der Straße. Grund: Dort haben die Kölner Haie ihre Kabine, und weil sie der eigentliche Hausherr sind, ist es die größte und schönste von allen. Günter Klein

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Deutsche Eishockey-Nationalspielerin mit nur 30 Jahren gestorben - Gymnasium in Trauer
Sophie Kratzer ist tot. Die ehemalige Eishockey-Nationalspielerin und Olympiateilnehmerin erlag einem Krebsleiden. Sie wurde nur 30 Jahre alt.
Deutsche Eishockey-Nationalspielerin mit nur 30 Jahren gestorben - Gymnasium in Trauer
Peißenbergs Trainer trotz Siegs im Spitzenspiel verärgert
Spitzenspiele halten oftmals nicht das, was sie versprechen. Dies war auch im Heimspiel der „Eishackler“ gegen den EC Pfaffenhofen so.
Peißenbergs Trainer trotz Siegs im Spitzenspiel verärgert
TEV-Sturm fegt über EHC Klostersee hinweg
Der TEV Miesbach hat die letzten zwei Niederlagen gut weggesteckt und ist zurück: Der EHC Klostersee hat keine Chance.
TEV-Sturm fegt über EHC Klostersee hinweg
EV Moosburg verzweifelt am Amberger Keeper
Nichts zu holen gab es am Sonntagabend für die Eishockey-Cracks des EV Moosburg in der Partie beim ERSC Amberg. Und das lag vor allem an einem Spieler.
EV Moosburg verzweifelt am Amberger Keeper

Kommentare