Eishockey-WM

Modus: Trickserei beim Viertelfinale

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Jedes Turnier folgt einem Spielplan. Einem Baum. Ob Tennis oder Fußball – man kann erahnen, auf wen man in der übernächsten Runde trifft (wenn man sie selbst erreicht). Auch bei der Eishockey-WM ist auf den ersten Blick alles logisch. Aus zwei Achter-Gruppen qualifizieren sich die jeweils besten Vier fürs Viertelfinale, und nur gerecht ist es dann, dass der Erste von A gegen den Vierten von B spielt und ebenso die Zweiten und Dritten sich überkreuzen. Und so ist das selbstverständlich auch bei der 81. Eishockey-WM vorgesehen.

Doch ob es so kommt? Wahrscheinlich ja. Gesichert ist es nicht. Denn es gibt noch: das Kleingedruckte. Die speziellen Geschäftsbedingungen dieser WM.

Sie findet – denn nur so ist sie zu finanzieren – in Köln und Paris statt. Die Deutschen sollen in Deutschland spielen, die Franzosen in Frankreich. Und nicht nur in der Vorrunde, sondern auch im Viertelfinale. Das heißt: Ein Viertelfinale mit dem deutschen Team muss in Köln stattfinden, eines mit Frankreich in Paris. Für die anderen Mannschaften bedeutet das: Sie müssen abwarten, bis am 16. Mai die Tabellenplatzierungen definitiv sind – dann erst wissen sie, in welcher Stadt sie zwei Tage später antreten müssen. Das sollte man mal Fußballern zumuten.

Was aber – und jetzt wird’s tricky –, wenn sagen wir Deutschland in seiner Gruppe Zweiter wird und Frankreich in der anderen Dritter? Sie könnten nicht gleichzeitig in Köln und Paris gegeneinander spielen. Wie die Sache lösen? Noch nicht mal auf der offiziellen Internetseite des Eishockey-Weltverbandes IIHF findet man dazu Erhellendes. Zum Glück haben wir aber einen Spielplan-Flyer, der uns mal nachgeworfen wurde, aufbewahrt. Und darauf ist – Kleingedrucktes eben – in verschämter Sechspunktschrift zu lesen: „Sollten die Endergebnisse der Vorrundengruppen für das Viertelfinale ein direktes Aufeinandertreffen von Deutschland und Frankreich ergeben, würden die Viertelfinalisten nicht kreuzen, sondern die Halbfinalisten innerhalb der vier besten Teams der jeweiligen Gruppen ermittelt.“ Eine Ätschbätsch-Regel: Tja, Kanada, musst du halt nochmals gegen die Schweizer spielen.

Im Eishockey wird der Turnierbaum einfach mal schnell umgepflanzt. Ein wilder Wald. 

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