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Finaleinzug perfekt! Felix Schütz und (r.) und Patrick Hager bejubeln bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang den 4:3-Halbfinalsieg gegen Kanada. 

Neuer Club nach Deutschland-Cup?

Eishockey-Profi Felix Schütz: „Bin grundsätzlich für alles offen“

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Felix Schütz holte 2018 Olympia-Silber mit der Nationalmannschaft. Heute Abend ist er beim Deutschland-Cup-Auftakt gegen Russland dabei. Der Eishockey-Profi im Interview.

Erding – Er ist einer der Olympia-Helden von 2018, als die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft in Pyeongchang die Silbermedaille holte. Nach seinem Abschied bei den Kölner Haien war es um Felix Schütz ruhig geworden. Die letzten Wochen stand er im Team des schwedischen Erstligaaufsteigers IK Oskarshamn. Jetzt ist er wieder im Lande und spielt für das Nationalteam beim Deutschland-Cup in Krefeld. Heute Abend (19.45 Uhr) geht es zum Auftakt gegen Russland.

Herr Schütz, Sie haben erst vor rund vier Wochen wieder in den Spielbetrieb eingegriffen und einen Verein gefunden. Wieso hat das so lange gedauert?

Ich hatte mir in den Playoffs in Köln das hintere Kreuzband angerissen und ich wollte sichergehen, dass alles gut verheilt. Ich habe mir vorgenommen, dass ich mir dafürlieber einen Monat länger Zeit gebe.

Jetzt sind Sie bei IK Oskarshamn in Schweden gelandet, ein Ort mit rund 17 000 Einwohnern, also halb so groß wie Erding.

Das ist eine kleine Hafenstadt, und da ist wirklich nichts los. Aber die Region ist sehr schön. Ich wollte unbedingt ins Ausland, und da hat sich jetzt eben Oskarshamn ergeben. Die sind unerwartet in die 1. Liga aufgestiegen und kämpfen natürlich gegen den Abstieg. Aber es ist ein gutes Team.

Ihr Vier-Wochen-Vertrag ist aber schon wieder ausgelaufen.

Aber sie wollen, dass ich verlängere. Ich habe aber auch Angebote von deutschen Teams. Grundsätzlich bin ich für alles offen.

Jetzt sind Sie beim Deutschland-Cup und mit ihren 32 Jahren nach Daniel Pietta der Zweitälteste im Team. Sind die Jungen da ehrfürchtig, wenn da ein Silbermedaillengewinner in der Kabine sitzt?

Bei manchen merkt man es schon, dass sie nicht recht wissen, wie sie mich anreden sollen. Aber das war bei mir damals als Junger auch so, dass ich erst mal ruhig war und beobachtet habe.

Spielen Sie gerne beim Deutschland-Cup?

Natürlich. Es ist für mich immer eine Ehre, für Deutschland zu spielen, und ich bin stolz darauf. Vergangenes Jahr musste ich wegen einer Verletzung absagen. Ich war aber immer in Kontakt mit Toni Söderholm. Er hat mich in seiner Zeit als Bundestrainer eh noch nicht im Nationalteam spielen sehen. So gesehen ist es jetzt eine super Sache für uns beide.

Heute geht’s gleich gegen Russland, wo sie auch ein paar Jahre zugebracht haben. Kennen sie ein paar Ihrer Gegenspieler?

Klar. Damals, als ich in Wladiowosktok war, sind ganz viele junge Spieler von ihren Agenten da hingeschickt worden. Und da spielen jetzt einige im Nationalteam.

Und die sich jetzt auch beim Deutschland-Cup präsentieren können, denn es sind ja auch viele Scouts da. Das gilt ja auch für Sie.

Ich habe in dieser Saison erst sechs Spiele gemacht, da ist es für mich eine gute Sache, wenn ich jetzt ein paar Spiele bekomme und mich zeigen kann – gerade gegen Russland und die Schweiz. Es wird ja nicht oft vorkommen, dass da Spieler dabei sind, die keinen Vertrag haben.

Wie lange wollen Sie noch für die Nationalmannschaft spielen?

Zunächst einmal: Grundsätzlich kann sich kein Spieler sicher sein, dass ihn der Trainer wieder ins Aufgebot beruft. Was mich selbst betrifft: Wenn ich das Gefühl hätte, dass ich keine Lust mehr habe, würde ich zurücktreten. Aber im Moment fühle ich mich mit meinen 32 Jahren noch fit genug, dass ich mithalten kann. Aber ich schaue von Jahr zu Jahr.

Wolfgang Krzizok

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