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Ein Fall für den Dorfener Torwart: Thomas Hingel rettet gegen Jan Trübenekr (r.). Michael Numberger (l.) unterstützt seinen Keeper. 

Eishockey

Eispiraten überlassen Haßfurt für kurze Zeit die Punkte

Ein komisches Spiel ist es von Haus aus, wenn man weiß, dass der Gegner in den kommenden Tagen den Sieg aufgrund seiner zu vielen Ausländer aberkannt bekommt. Am Ende wurde es auch noch verrückt: Die Eispiraten haben am Sonntagabend nach großem Kampf in den letzten 36 Sekunden durch zwei Gegentreffer dem ESC Haßfurt mit 4:5 (3:0, 1:1, 0:4) Toren den Sieg überlassen müssen.

Dorfen – 15 Minuten lang neutralisierten sich beide Seiten, auch wenn da bereits die Eispiraten ein Plus an Torschüssen hatten. Bei den Gästen sorgte das tschechisch-slowakische Quartett für einige gefährliche Aktionen. Bei Spielzeit 14:58 handelte sich Haßfurts Alexander Stahl eine Doppelstrafe ein, und Dorfen münzte diese innerhalb von 43 Sekunden in zwei Treffer um. Schlitzohrig zirkelte Tomas Vrba die Scheibe zum 1:0 an Freund und Feind vorbei ins Netz. Zum 2:0 versenkte Florian Brenninger einen Bandenrückpraller aus spitzem Winkel. Noch in derselben Minute kassierte Haßfurt die nächste Strafzeit. Diese münzte Mario Sorsak per Nachschuss ins 3:0 um.

Die Unterfranken brachten ins zweite Drittel noch 53 Sekunden Strafe mit. Wieder komplett, bekam Jan Trübenekr einen Penalty, er verlor aber das Duell gegen den starken Keeper Thomas Hingel. Eine Strafzeit überstanden die Eispiraten dank seiner sensationellen Parade gegen Sramek. Es entwickelte sich ein begeisternder Schlagabtausch mit beiderseits tollen Torhüterparaden und Pfostentreffern. Der ESC zog einige Strafen, und eine davon nutzte Georg Lang zum Haßfurter 1:3 (33. Min.). Die Gäste gaben jetzt gewaltig Gas, ihre tschechischen Torgaranten verzweifelten aber an Hingel. 37 Sekunden vor der Pause veredelte Youngster Christoph Lönnig einen traumhaften Spielzug zum psychologisch so wichtigen 4:1-Pausenstand.

Ins Schlussdrittel brachte der ESC Dorfen noch eine Strafzeit mit. Den Torschrei hatten Haßfurts Fans schon auf den Lippen, als Hingel noch sensationell gegen Babkovic klärte und der Slowake wenig später den Pfosten traf. Nach 50 Minuten gab’s eine Haßfurter Strafzeit, aber Florian Brenninger und Vrba verpassten den K.o.-Treffer. Dann geriet der ESC in Unterzahl. Florian Brenninger hatte allein vor Keeper Hildenbrand wieder den befreienden Treffer auf dem Schläger, stattdessen machte Babkovic das 2:4. Nur 63 Sekunden später stand es 3:4 – Torschütze war erneut Babkovic.

Der ESC schien den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen, als bei 58:16 Haßfurt in Unterzahl geriet. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Bei 59:00 Strafe gegen Dorfens Göttlicher und vier Sekunden später zwei Minuten gegen Vrba, als der Puck übers Plexiglas ging, und dann zwei Babkovic-Treffer bei Spielzeit 59:24 und 59:47.

Statistik:

Tore: 1:0 (16.) Vrba (Horky, Kroner/5-4), 2:0 (17.) Fl. Brenninger (T. Brenninger, F. Kanzelsberger/ 5-4), 3:0 (18.) Sorsak (F. Kanzelsberger, Rosenkranz), 3:1 (33.) Lang (Stahl, Sramek/5-4), 4:1 (40.) Lönnig (Göttlicher, Sorsak), 4:2 (55.) Bakovic (Sramek, Lang/ 5-4), 4:3 (56.) Trübenekr (Sramek), 4:4 (60.) Babkovic (Dietrich, Hora/4-3), 4:5 (60.) Babkovic (Sramek, Hora/4-4). – Strafminuten: ESC 14/ERC 14. – HSR: Lukas Kohlmüller. – Zuschauer: 230.

HELMUT FINDELSBERGER

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