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Erstarkte Eispiraten

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Wenn’s läuft, dann läuft’s: Die Dorfener Stürmer (dunkle Trikots, v. l.) Tomas Vrba, Urban Sodja und Torschütze Lukas Kirsch bejubeln das 1:1, sehr zum Ärger der Miesbacher, die sich am Ende 3:6 geschlagen geben mussten.
Wenn’s läuft, dann läuft’s: Die Dorfener Stürmer (dunkle Trikots, v. l.) Tomas Vrba, Urban Sodja und Torschütze Lukas Kirsch bejubeln das 1:1, sehr zum Ärger der Miesbacher, die sich am Ende 3:6 geschlagen geben mussten. © prä

Starke Vorstellung des ESC Dorfen - und jetzt steht das Derby gegen Waldkraiburg vor der Tür.

Dorfen – Die Eispiraten des ESC Dorfen bleiben auf Kurs, was die Form für die kommende Abstiegsrunde betrifft. Die Mannschaft von Trainer Franz Steer besiegte den TEV Miesbach am Mittwochabend in einer Nachholpartie mit 6:3 (1:1, 2:1, 3:1) Toren.

Wann gab es das zuletzt? Dorfen hatte mit 17 Feldspielern einen mehr als der Gegner aufzubieten. Das Torhüter-Duo bildeten – ohne den angeschlagenen Luca Endres – erneut der 21-jährige Andreas Marek und sein 18-jähriger Bruder Simon als Back Up. In der Verteidigung vier 20-Jährige, dazu der 18-jährige Reik Walter, neben dem 33-jährigen Gasper Susanj sowas wie der Anführer einer Jugend-Gang. Bei den zuletzt stark von Corona geplagten Gästen fehlten mit Bohumil Slavicek und Patrick Asselin die beiden Kontingent- und zumeist auch Unterschiedsspieler.

Aber auch Dorfen war beileibe nicht komplett. Auf der Ausfallliste stehen schon länger Bastian Rosenkranz, Florian Fischer, Christoph Obermaier, Florian Hartl und neuerdings auch Erik Walter. Dafür waren Josef Folger nach zwei Spielen Sperre und Sandro Schroepfer nach langer Verletzungspause wieder im Einsatz. Der stürmte an der Seite des gegen Erding zurückgekehrten Kapitäns Christian Göttlicher, und die beiden heizten dem vielleicht etwas zu siegessicher angereisten Tabellenzweiten mit ihrem Tempo gehörig ein. Bei 22,7 Jahren lag das Durchschnittsalter des ESC-Teams, das von Miesbach bei 28,6.

Mit Routine allein ging an diesem Abend gegen die immer eingespielter und reifer auftretenden Eispiraten gar nichts. Trotzdem ließ der Ex-Oberligist immer wieder sein spielerisches Können aufblitzen, die Treffer waren blitzsauber herausgespielt, aber letztlich zu wenig. Die Eispiraten warfen mehr in die Waagschale, wie zehn Sekunden vor Ende des zweiten Drittels. Da schmissen sich Folger und Verteidiger Franz, der zweifache Torschütze, in den Schuss eines Miesbachers und retteten so die 3:2-Führung in die Pause.

Miesbach handelte sich auch zu viele Strafzeiten ein. Die Eispiraten brauchten aber bis Mitte des zweiten Spielabschnitts, bis sie ein Rezept gefunden hatten, um die numerischen Vorteile auch in Tore umzumünzen. Ab der vierten Überzahl hatten sie auch da den Dreh raus. Vier Treffer mit einem Mann mehr folgten, während sie die eigenen Strafzeiten allesamt schadlos überstanden. Und schon war die Überraschung perfekt.

VON HELMUT FINDELSBERGER

Statistik

Tore/Vorlagen: 0:1 (5.) Rizzo (Mechel, Fischhaber), 1:1 (12.) Kirsch (Huber, Vrba), 2:1 (25.) Vrba (Schroepfer, Kirsch), 2:2 (28.) Stiebinger (Mangold), 3:2 (34.) Sodja (Vrba, Susanj/5-4), 3:3 (46.) Fe. Feuerreiter (Mangold), 4:3 (47.) Franz (Vrba, Sodja/5-4), 5:3 (56.) Schroepfer (Lönnig, Dietrich/5-4), 6:3 (59.) Franz (Sodja, Susanj/5-4) – HSR: Michael Kees, Dominik Merath – Zuschauer: 105 – Strafminuten: Dorfen 8, 20 + 5 (Grabmaier)

Spiel gegen Waldkraiburg schon ausverkauft

Zum Abschluss der Bayernliga-Qualifikationsrunde stehen für den ESC Dorfen nochmal zwei große Herausforderungen an. Am heutigen Freitagabend steigt um 20 Uhr in Dr.-Rudolf-Halle das Derby gegen den EHC Waldkraiburg, am Sonntag geht es nach Schweinfurt (18 Uhr).

Die Spiele gegen Waldkraiburg zählen seit vielen Jahren neben den Derbys gegen den TSV Erding zu den absoluten Höhepunkten jeder Saison. Inzwischen haben sich die Löwen trotz einiger nicht einkalkulierter Niederlagen auf den dritten Tabellenplatz vorgearbeitet. Wenngleich es für beide Clubs nicht mehr um eine Verbesserung der Tabellensituation geht, so haben vor allem die Eispiraten noch eine Rechnung offen. Nach einem torlosen 0:0 im ersten Drittel führten die Isenstädter in Waldkraiburg bis zur 44. Minute 2:1. Nach einer Fünf-Minuten-Strafe gegen Verteidiger Maximilian Huber brachen die Dorfener völlig ein. Innerhalb von 93 Sekunden musste ESC-Goalie Luca Endres viermal hinter sich greifen, und die Partie war gänzlich zu Gunsten der Gastgeber gekippt, die dann in dieser Überzahl sogar noch einen Treffer drauflegten. Bei allem Prestigedenken sitzt der Stachel bei den Eispiraten angesichts dieser Schmach zusätzlich tief.

Jedenfalls hofft man im ESC-Lager nach drei Siegen bei nur einer Niederlage im neuen Jahr auf ein gestärktes Selbstvertrauen gegen die Löwen mit den Liga-Topscorern Christian Neuert (16 Tore, 38 Assists) und dem Tschechen Michal Popelka (27, 22).

Mit den zurückgekehrten Stammspielern Christian Göttlicher und Sandro Schroepfer sind die Eispiraten neben dem Paradeangriff mit dem Ex-Waldkraiburger Tomas Vrba, Urban Sodja und Lukas Kirsch im Abschluss deutlich gefährlicher geworden. „Man hat heute gesehen, was es ausmacht, wenn zwei Leitwölfe, wie bei Miesbach der Tscheche Bohumil Slavicek und der Kanadier Patrick Asselin, fehlen“, konstantierte ESC-Chefcoach Franz Steer auf der Pressekonferenz nach dem 6:3-Sieg gegen Miesbach (siehe Bericht oben). Auch ihm fehle beinahe noch ein ganzer Block, „aber für uns beginnt die Saison erst in der kommenden Woche, sofern uns die Pandemie nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht“.

Mit dem Auftritt der Löwen gibt es heute einmal mehr ein Wiedersehen mit den langjährigen ESC-Leistungsträgern, Stürmer Florian Brenninger und Torwart Kevin Yeingst, der zusammen mit Christoph Lode zwischen den Holmen eins der besten Torhüterduos der Liga bildet.

In der letzten Vorrundenbegegnung am Sonntag beim ERV Schweinfurt wird der Tabellenzwölfte und Mitkonkurrent in der Playdown-Zwischenrunde alles daran setzen, die 6:7-Niederlage nach Verlängerung aus der Vorrunde wieder wettzumachen.

Die heutige Partie der Eispiraten gegen Waldkraiburg ist bereits ausverkauft, das heißt, alle 300 Eintrittskarten sind vergriffen. Wer sich die Partie im Livestream anschauen will, findet den Link dazu auf der ESC-Homepage unter https://esc-dorfen.de.

VON GEORG BRENNAUER

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