Neue Dressen, neue Spieler: Gerade rechtzeitig zur Vorstellung der slowenischen Neuzugänge sind die neuen Dressen der Eispiraten eingetroffen – (v. l.) Abteilungsleiter Manfred Detterbeck, Teamberater Hans Ertl, Stürmer Gasper Susanj, Trainer Franz Steer, Verteidiger Urban Sodja, 2. Abteilungsleiter Hans „Ferry“ Böhm.
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Neue Dressen, neue Spieler: Gerade rechtzeitig zur Vorstellung der slowenischen Neuzugänge sind die neuen Dressen der Eispiraten eingetroffen – (v. l.) Abteilungsleiter Manfred Detterbeck, Teamberater Hans Ertl, Stürmer Gasper Susanj, Trainer Franz Steer, Verteidiger Urban Sodja, 2. Abteilungsleiter Hans „Ferry“ Böhm.

EISHOCKEY

Franz Steer: Bin kein Vergnügungswart

Der ESC-Trainer äußert sich zu den Dorfener Abgängen. Die slowenische Neuzugänge stellen sich vor.

Dorfen – Der ESC Dorfen hat seine Ziele für die Bayernligasaison abgesteckt. Beim Eishockey-Stammtisch am Sonntag nahmen die Clubverantwortlichen eingehend Stellung zu den oft diskutierten personellen Veränderungen des Mannschaftskaders. Insgesamt haben sich zehn Routiniers abgemeldet – mehrheitlich wegen eines Vereinswechsel, einige aber auch aus beruflichen Gründen, oder weil sie ihre Karriere beendet haben.

Die abgewanderten Leistungsträger hätten die Rahmenbedingungen – zum Beispiel dreimal wöchentliches Training, auch im Sommervorbereitungsprogramm – nicht mehr akzeptiert, sagte Eishockeychef Manfred Detterbeck. Der Verein setze auf die Integration junger Nachwuchskräfte aus dem eigenen Lager sowie aus Landshut, Passau und Rosenheim, wo die Youngster zum Teil Oberligaerfahrung gesammelt haben. „Ich bin überzeugt, dass unser junges Team – mitunter öffentlich Kindergarten genannt – schon für Überraschungen sorgen wird“, sagte er.

Zudem sei es gelungen, mit den Slowenen Urban Sodja und Gasper Susanj adäquaten Ersatz für die Top-Spieler zu holen. Die beiden hochgewachsenen Neuzugänge aus Jesenice spielten zuletzt als Profi in der höchsten französischen Liga. Die beiden waren wegen des Fanstammtischs erstmals nach Dorfen gereist. Sie bewohnen laut Detterbeck Appartements in der „Appartement4you“-Anlage der Decker-Gruppe und seien weitestgehend gesponsert worden.

Wie der Eishockey-Abteilungsleiter weiter informierte, einigten sich die Bayernliga-Vereine bei der Ligatagung auf eine Fünfzehnerliga, die am 1. Oktober in die Vorrunde starten soll. Der endgültige Modus werde in Kürze von der Eishockey-Kommission noch abgesegnet.

Nach dem Eis-Start im September werden die Eispiraten je zwei Testspiele gegen Dingolfing und Klostersee bestreiten. Außerdem steigt das Turnier des TSV Erding mit den Gladiators, dem EV Moosburg, den Black Bears Freising und dem ESC.

Detterbeck zeigte sich erfreut, dass trotz der Abgänge Routiniers wie Kapitän Christian Göttlicher und Stürmer Tomas Vrba, aber auch Basti Rosenkranz und Sandro Schroepfer geblieben sind. Goalie Simon von Fraunberg hingegen steht aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

Enttäuscht zeigte sich Detterbeck allerdings, dass nur knapp zwei Dutzend Fans zum Stammtisch gekommen waren, obwohl das Personalkarussell im Internet so heiß diskutiert worden war.

Trainer Franz Steer nahm ausführlich Stellung zu den Personalien. Er habe mit den meisten abgewanderten Spielern Gespräche geführt. „Wenn mir jemand sagt, er könne das neue Konzept nicht mitmachen, dann ist dies in Ordnung, Reisende soll man nicht aufhalten. Ich habe im vergangenen Jahr die Aufgabe in Dorfen trotz anderer Angebote übernommen, weil ich gerne mit jungen, hungrigen Leuten zusammenarbeite.“ Es werde in der Sommervorbereitung dreimal trainiert, und er freute sich besonders, so Steer, dass zuletzt sogar 17 Spieler in Rosenheim am Konditionstraining mit Siegfried Harrer und im Fitnessstudio in Edling teilnahmen: „Ich bin nicht als Vergnügungswart nach Dorfen gekommen. Ich will die Truppe leistungsstark machen“. Dieser Weg führe nur über Ehrgeiz, Disziplin und Einsatzwillen zum Erfolg. Eishockey sei ein Mannschaftssport, „bei dem alle an einem Strick ziehen müssen, nicht nur Torjäger“. Man sei noch auf der Suche nach ein oder zwei Stürmern, doch sei dies sehr schwierig, weil zum einen fertige Spieler nicht in der vierten Liga spielen wollen und zum anderen Qualität seinen Preis koste.

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