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Dorfens Trainer: „Kann das Wort Corona nicht mehr hören“

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Endstation Endres: Der Dorfener Goalie schützt die Scheibe vor Kemptens Felix Bernau (27). Christoph Obermaier und Christoph Lönnig (r.) nehmen den Angreifer zusätzlich in die Zange.
Endstation Endres: Der Dorfener Goalie schützt die Scheibe vor Kemptens Felix Bernau (27). Christoph Obermaier und Christoph Lönnig (r.) nehmen den Angreifer zusätzlich in die Zange. © Dominik Findelsberger

ESC-Coach Franz Steer bedauert die vielen Ausfälle. Er selbst wird von Jan Smolko vertreten

Dorfen – Rund 800 Kilometer haben die Eispiraten des ESC Dorfen und die Sharks des ESC Kempten zusammengerechnet am Wochenende zurückgelegt, um sich zweimal zu duellieren. Und jedes Team hat sich auf des Gegners Eis mit 4:1 Toren die Punkte geschnappt. „Es ist eine neue Erfahrung, Punkte von wo mitzunehmen“, gab ESC-Trainer Franz Steer nach der Freitagspartie zu.

Er mag es gar nicht mehr vorbringen, „aber uns fehlen halt fünf Spieler aus der ersten und zweiten Reihe, und wir machen einen aufwändigen und nervenaufreibenden Lernprozess durch“. Nervig fndet er auch „den Zirkus mit ständigem Durchtesten wie am Donnerstag – und da war kaum Training möglich“. Steer: „Ich kann das Wort Corona nicht mehr hören.“

Was sollte da erst sein Kemptener Kollege Carsten Gosdeck sagen? „14 Spieler waren Corona-positiv – fast drei Wochen kein Spiel und Mittwoch, Donnerstag, also unmittelbar vor dem Spiel, kamen sie aus der Quarantäne, da war am Freitag nicht mehr drin.“ Dass der Freitag eine förderliche Trainingseinheit für Sonntag gewesen sein könnte, ließ Gosdeck gelten. „Und unsere Torhüterin Jennifer Harß“, ergänzte er, „die war auch positiv und am Ende völlig platt“. Gosdeck berichtete auch, dass alle betroffenen Akteure ab Montag Leistungsdiagnostik bei Kardiologen absolvieren.

Corona sorgte für einen Trainerwechsel am Sonntag bei Dorfen – indirekt. Steer wurde im Vorfeld informiert, dass er Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatte. Er war eh seit Mittwoch jeden Tag getestet worden „und immer negativ, aber ich wollte kein Risiko der Mannschaft gegenüber eingehen. Kurz vor 16 Uhr habe ich erfahren, dass ich gebraucht werde“, erzählte Jan Smolko. Der 56-jährige Slowake und früherer Extraliga-Spieler war nach seiner aktiven Zeit beim ESC auch schon fünf Saisonen Trainer des Bayernligateams gewesen. Seit 2018 ist er für die Bayernliga-U 20 verantwortlich. Sonntag stand er nun wieder bei der Ersten an der Bande – und einige kennt er bestens aus der U 20.

„Am Sonntag war es ein Kraftproblem, nachdem am Freitag zwei Verteidigerpaare fast alles leisten mussten“, sagt er. „Trotzdem hätte es anders laufen können, wenn zu Beginn des zweiten Drittels Vrba seine hundertprozentige Torchance genutzt hätte. Im Gegenzug folgte eine Strafzeit mit dem Ausgleich.“ Für das letzte Drittel hatte er den Jungs mitgegeben, „dass sie nichts mehr zu verlieren hatten, aber wir haben im zweiten Drittel das Glück verspielt“. Smolko ging auch auf den Lernprozess der Jungen ein, „so was dauert nicht zwei Monate, sondern Jahre“. Gut möglich, dass er diesen Prozess noch einige Tage begleiten darf, denn Steer hörte sich am Telefon arg erkältet an.

VON HELMUT FINDELSBERGER

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