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Jubel, Trubel, Heiterkeit: Dorfens Lukas Miculka feiert seinen Treffer zum 3:0.

Das starke Stück vom Wochenende

Trainerlose Dorfener, kopflose Erdinger

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Den Dorfener Eispiraten ist die Revanche gegen die Erding Gladiators gelungen. Und das, obwohl die Gastgeber zur Zeit keinen offiziellen Trainer haben.

Dorfen/Erding – Es war der 14. Oktober, der 4. Spieltag in der Eishockey-Bayernliga stand auf dem Programm. Die Erding Gladiators fegten die Dorfener Eispiraten mit 6:1 Toren vom Eis. „So kann man ein Spiel nicht anfangen“, schimpfte damals ESC-Trainer John Samanski, denn sein Team lag nach vier Minuten schon 0:2 zurück. Acht Wochen später genau das umgekehrte Bild. Diesmal bejubelten die Isenstädter einen 6:1-Erfolg und Erdings Trainer Topi Dollhofer kritisierte den „schwachen Start“ seiner Truppe, die nach gut acht Minuten schon 0:3 zurücklag. Ihm gegenüber saß bei der Pressekonferenz allerdings nicht mehr Samanski als Trainerkollege, sondern Tobi Brenninger.

Der ESC Dorfen hatte vergangene Woche seinen Coach gefeuert. „Es war eine Schieflage entstanden und wir mussten tätig werden“, erklärte ESC-Präsident Emil Rudolf. Eishockey-Chef Manfred Detterbeck sprach von einer „schweren Woche“, aber letztlich sei es „die richtige Entscheidung“ gewesen. Und jetzt sei die Mannschaft gefordert.

So mussten sich die Eispiraten im Kollektiv behelfen. „Wir mussten wir uns quasi selbst coachen“, sagte Kapitän Andreas Attenberger. Mario Sorsak, der eine Trainerlizenz besitzt, und Andreas Tanzer hätten das Team unter der Woche trainiert, berichtete Detterbeck. Sorsak durfte allerdings nicht als Trainer auf dem Spielbericht erscheinen, weil Spielertrainer in der Bayernliga nicht erlaubt sind. So stand Nachwuchscoach Michael Geisberger als offizieller Trainer an der Bande. Unterstützung bekam er vom verletzten Tobi Brenninger, der eine „unfassbar gute Teamleistung vom Anfang bis zum Ende“ lobte. „Man hat gesehen: Wir halten zusammen, und so wollen wir weitermachen.“ Lacher erntete er dafür, als er ergänzte: „Ich habe als Trainer mehr geschwitzt, wie sonst als Spieler.“

Von einer guten Teamleistung waren die Gladiators weit entfernt. Während Dorfen clever verteidigt habe, habe seine Mannschaft in der Anfangsphase „kopflos“ agiert, sagte Trainer Dollhofer. „Höhepunkt war der Konter zum 0:3, und wenn du mit so einem Rückstand ins Derby startest, wird es schwierig.“ Im zweiten Drittel habe die Mannschaft alles versucht. „Aber gerade in einer Phase, als wir am Drücker waren, haben wir zwei relativ einfache Gegentore kassiert.“ Sein Fazit: „So ein Spiel musst du in der Defensive im Griff haben.“ Und hier liege derzeit das Erdinger Problem. „Wir sind hinten zu offen“, stellte Dollhofer fest. Darin sieht er auch den Grund, warum es in der Offensive nicht mehr so rund läuft. Nur acht Tore nach 60 Minuten in den letzten fünf Spielen sprechen eine deutliche Sprache. In den zwölf Begegnungen davor hatten die Gladiators 58 Mal getroffen. „Wenn du das Gefühl hast, dass hinten alles gut steht, dann tust du dich auch leichter, offensiv zu spielen“, analysierte Dollhofer und ergänzte: „Wenn wir das in der Defensive hinkriegen, dann läuft es auch offensiv wieder besser.“ Auf die Frage, warum er keinen zweiten Torwart mit dabei hatte, sagte er: „Von unseren Nachwuchstorhütern war keiner in der Lage, mitzufahren.“

Wie es in Dorfen weitergeht, dazu nahm Detterbeck auch noch kurz Stellung. Zunächst kündigte er einen neuen Spieler als Ersatz für Sandro Schroepfer an, der an der Schulter operiert werden muss und für den Rest der Saison ausfällt. „Der neue Stürmer kommt am Dienstag ins Training“, sagte Detterbeck, nannte allerdings keinen Namen. Was einen neuen Trainer betrifft, meinte er: „Wir sondieren den Markt, haben auch schon Gespräche geführt und wollen schauen, dass wir die Sache möglichst schnell zum Abschluss bringen.“

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