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ESC-Vize Holdschik: „Habe 100 Prozent Vertrauen in Trainer und Team“

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Von: Thomas Wenzel

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River Rats Geretsried Dominic Fuchs
Als Tabellenelfter starten die Geretsrieder River Rats am Freitag in die Abstiegsrunde. In der Defensive setzt man unter anderem auf Dominic Fuchs (Mi.), der mit 28 Scorerpunkten der zweitbeste Verteidiger der Bayernliga war. © Hans Lippert

Im Interview mit Sportredakteur Thomas Wenzel blickt Peter Holdschik als sportlicher Leiter der Geretsrieder River Rats zurück auf die Verletzungsmisere und den Trainerwechsel sowie voraus auf die am Freitag beginnende Abstiegsrunde in der Eishockey-Bayernliga.

Geretsried – Viele Verletzungssorgen, einige Corona-Fälle und ein Trainerwechsel – hinter dem Geretsrieder Eishockeyteam liegt eine turbulente Bayernliga-Vorrunde. Ehe die River Rats am kommenden Wochenende in der Abstiegsrunde möglichst schnell den Klassenerhalt perfekt machen wollen, zog 2. Vorsitzender Peter Holdschik im Gespräch mit Sportredakteur Thomas Wenzel eine Zwischenbilanz.

Herr Holdschik, vergangene Woche sind Sie bei den Wahlen des ESC in Ihrem Amt bestätigt worden. Was hat Sie trotz aller Widrigkeiten dazu bewogen weiterzumachen?

Natürlich war es teilweise frustrierend, aber das trifft wohl aufgrund der äußeren Umstände auf alle Funktionäre zu. Aber uns allen geht es ja darum, den Eishockey-Spielbetrieb auch in dieser hektischen und verrückten Zeit aufrecht zu erhalten – und das insbesondere für den Nachwuchs.

Es war also keine Frage, dass Sie wieder als Vize kandidieren würden?

Nein, meine Arbeit als sportlicher Leiter der River Rats ist davon unberührt. Ich stehe hier in der Verantwortung und bin keiner, der davor wegläuft. Allerdings würde ich mir schon wünschen, dass in den kommenden Jahren alles etwas reibungsloser und erfreulicher abläuft.

Beim ESC begannen die Personalsorgen ausgerechnet am Ende einer starken Vorbereitung. War es zu blauäugig, mit nur 15 Feldspielern in die Saison zu gehen?

Das würde ich nicht sagen, auch wenn man im Nachhinein natürlich schlauer ist. Wir hatten einfach ein brutales Verletzungspech, sodass mehrere Leistungsträger über längere Zeit gefehlt haben. Ondrej Horvath zum Beispiel, dazu Florian Strobl und Marek Haloda.

Die Mannschaft ist wochenlang nur mit vier Verteidigern und sechs Stürmern aufgelaufen ...

Das war so nicht geplant. Aber es war zu diesem Zeitpunkt auch nicht möglich, jemanden zu verpflichten, weil Transfers erst wieder am 1. Dezember erlaubt waren. Und wir können nicht einfach einen DEL 2- oder Oberliga-Spieler holen, der dann neben einem ordentlichen Gehalt auch noch Wohnung und Auto zur Verfügung gestellt bekommt.

Warum hat es nicht geklappt, junge Spieler aus dem 1b-Team oder von den Junioren zu nominieren?

Von der 1b hatte sich mit Nico Wischnewsky nur ein Mann bereit erklärt, im Notfall auszuhelfen. Und bei der U 20 hatten wir im Sommer Gespräche geführt, weil wir unbedingt junge Spieler ins Bayernliga-Team einbauen wollten. Eigentlich hatten fünf Junioren zugesagt, aber das hat dann aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. Das ist alles blöd gelaufen.

Aus sportlicher Sicht gab es dennoch einige Höhepunkte, zum Beispiel den Auftaktsieg gegen Miesbach, das 8:1 gegen Amberg oder die knappe Niederlage daheim gegen Waldkraiburg?

Das war wirklich positiv, dass die Jungs die Situation angenommen haben und wir auch mit elf oder zwölf Mann gute Spiele gezeigt haben. Auch bei knappen Niederlagen in Schongau und Peißenberg haben wir die Partien lange offen gehalten. Aber leider konnten wir uns für unsere guten Leistungen nicht oft belohnen.

Einige Spieler könnte man durchaus hervorheben, Torhüter Martin Morczinietz zum Beispiel, oder Dominic Fuchs, der zweitbeste Verteidiger der Bayernliga ...

Alle Jungs haben ihr Bestes gegeben. Aber das stimmt: Martin hat heuer sehr stabil gehalten. Und Dominic spielt eine überragende Saison. Erwähnen möchte ich noch die beiden Junioren Matthias Hölzl und Luis Huber, die erst vor Kurzem zur Mannschaft gestoßen sind und ihre Sache sehr gut machen.

Bei all dem Durcheinander mit Spieler- und Spielausfällen vergisst man ganz das Trainerkarussell, das sich beim ESC gedreht hat?

In der Phase, als uns Corona erwischt hat, kam’s wirklich knüppeldick.

Erst war Rudi Sternkopf krank, wurde von Andi Dornbach und Ihnen vertreten. Dann kam Sternkopf zurück. Als er wieder ausfiel, übernahm Kevin Olivo ...

Ja, das passte so richtig in das Bild dieser Saison. Es war wirklich sehr schade und ärgerlich, dass Rudi aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. Denn es gab ja sonst keinen Grund, irgendwas zu ändern. Vielmehr war das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft bestens. Aber die Gesundheit aller steht nun mal an oberster Stelle. Das ist und bleibt meine Devise.

War denn die Suche nach einem neuen Trainer beschwerlich?

Nein. Ich kenne Randy Neal schon länger, und es war unser Glück, dass er gerade frei war. Wir hatten ein tolles Gespräch, und er hat sich schnell bereit erklärt einzusteigen. Ein Grund war, dass er eine ganze Reihe von Spielern schon von früher kannte, als er Nachwuchstrainer in Bad Tölz war. Mir ist jedenfalls ein Stein vom Herzen gefallen.

Insgesamt drei ausgefallene Spiele hat der ESC nicht nachholen können. War es ein Fehler, die Partien gegen Pfaffenhofen abzusagen? Vielleicht hätte es mit sechs Punkten mehr noch für Rang acht gereicht?

Zum Zeitpunkt der Absage – das war in der Weihnachtswoche – hat es keinen Sinn gemacht, nach einem Nachholtermin zu schauen. Natürlich kann ich als ehemaliger Spieler verstehen, dass man sagt, man kann doch diese Punkte nicht einfach herschenken. Aber unterm Strich war es für uns in diesem Zeitraum besser, einmal durchzuschnaufen, zu regenerieren. Zumal es gar nicht klar war, ob wir alle restlichen Spielen gewinnen und uns somit noch für die Meisterrunde qualifizieren würden.

Peter Holdschik
Peter Holdschik, 2. Vorsitzender des ESC Geretsried © Archiv

Am kommenden Wochenende startet Geretsried also in der Abstiegsrunde ...

Ja, wieder mal. Ich würde mir auch wünschen, dass wir endlich mal den Sprung in die obere Zwischenrunde schaffen und den Rest der Saison entspannt angehen können.

Gibt es schon einen Spielplan?

Voraussichtlich müssen wir am Freitag nach Schweinfurt. Am Sonntag geht es dann daheim gegen Erding oder Königsbrunn.

Wie stark schätzen Sie die Gegner ein?

Für alle sieben beteiligten Vereine geht es wieder bei null los. Das gilt auch für Teams wie Ulm und Pfaffenhofen, die von Anfang an hinten in der Tabelle waren, aber zuletzt gute Resultate eingefahren haben. Man darf niemanden unterschätzen. Aber unser Trainer Randy Neal wird schon die richtige Ansprache für die Mannschaft finden.

Sind die River Rats für diese Aufgabe gewappnet?

Ich habe ein gutes Gefühl, denn wir sind auf einem guten Weg. Josef Reiter und Michael Harrer kommen in dieser Woche zurück; bei Ondrej Horvath und Maximilian Hüsken ist es noch fraglich, ob sie am ersten Wochenende dabei sein können.

Sie sind also zuversichtlich, dass der ESC in der Bayernliga bleibt?

Wenn wir komplett sind, dann wird es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen. Ich habe 100 Prozent Vertrauen zu Trainer und Mannschaft. Jeder weiß, um was es geht.

Zum Jahresbeginn werden in der Regel auch schon die Weichen für die kommende Eishockeysaison gestellt. Wie sehen Ihre Planungen aus?

Da gibt es momentan wirklich noch nichts. Unser Fokus liegt komplett darauf, möglichst schnell den Klassenerhalt in der Bayernliga zu schaffen.

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