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Das war’s: Die Spieler des ESC Holzkirchen (in Weiß) und der SG Lindenberg/Lindau 1b verabschieden sich.
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434 Zuschauer sehen das Heimspiel am Freitag.
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„Ich bin brutal stolz auf die Truppe“: ESC-Trainer Christian Frütel (r.) macht seiner Mannschaft keinen Vorwurf. Wie es für den 48-Jährigen nun weitergeht, ist unklar.
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Die Tore nicht gemacht hat der ESC Holzkirchen im Heimspiel.
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Mit zwei Toren brachte Kilian Abeltshauser den ESC am Samstag in Führung. 
SG Lindenberg-Lindau 1b - Holzkirchen
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Mit zwei Toren brachte Kilian Abeltshauser den ESC am Samstag in Führung. 
SG Lindenberg-Lindau 1b - Holzkirchen
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Einen großen Kampf lieferten sich der ESC Holzkirchen und die SG Lindenberg/Lindau 1b.

Nach Ausscheiden im Playoff-Viertelfinale

Frütel: „Der Lenz wäre stolz gewesen“

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Aus der Traum: Der ESC Holzkirchen unterliegt zweimal der SG Lindenberg/Lindau 1b und scheidet im Playoff-Viertelfinale aus. Mit einem Benefizspiel wollen sich Mannschaft und Trainer aber noch von den Fans verabschieden.

Holzkirchen – Die Enttäuschung ist riesig, die Wut auch. Der ESC Holzkirchen war nach der 1:3-Heimniederlage vom Freitag, am Samstag bei der SG Lindenberg/Lindau 1b auf dem besten Weg, die Playoff-Viertelfinal-Serie auszugleichen. Bis die Schiedsrichter ins Spielgeschehen eingriffen. „Ich habe im Eishockey schon viel erlebt“, sagt ESC-Trainer Christian Frütel, der zu seiner aktiven Zeit in der DEL spielte. „Aber so was noch nicht. Das war eine Riesensauerei.“ Am Ende unterlagen die Holzkirchner auswärts mit 2:8. Damit entschied die SG die Serie mit 2:0 für sich und zieht ins Viertelfinale ein.

Der Reihe nach. Im Heimspiel am Freitagabend vor 434 Zuschauern agierten die Teams im ersten Drittel auf Augenhöhe, beide hatten Chancen, doch es ging torlos in die Pause. 30 Sekunden nach Wiederanpfiff machte die SG in Überzahl das 1:0. „Da muss man konzentrierter sein“, sagt Frütel. Beim 0:2 ließen die Vorderleute ihren erneut bärenstarken Torhüter im Stich: Markus Veicht parierte zwei Mal, der dritte Schuss schlug dann hinter ihm ein. „Völlig überflüssig das Tor“, schimpft Ex-Goalie Frütel. Gegentreffer Nummer drei war ein schön herausgespielter Konter. Der Anschlusstreffer in der 54. Minute durch Maximilian Zauner kam zu spät. Mehr als die Niederlage ärgerte Frütel das Frust-Foul von Benedikt Danner eine halbe Sekunde vor Abpfiff. Der Stürmer checkte einen Gegner mit Anlauf von hinten in die Bande und war folglich am Samstag gesperrt. Dennoch war der ESC-Coach für die Samstagspartie optimistisch. „Zu schlagen sind die.“

Mit zwei-Tore-Führung in erste Drittel-Pause

Das sollte sich bewahrheiten: Holzkirchen ging im zugigen Lindenberger Stadion durch zwei „klasse Tore“ von Kilian Abeltshauser mit einer 2:0-Führung in die erste Pause. „Wir haben sie im Griff gehabt. Die hatten im ersten Drittel keine Chance gegen uns.“ Doch dann kamen die Schiedsrichter. „Es war so offensichtlich, dass die für Lindenberg gepfiffen haben.“ Sogar der gegnerische Trainer entschuldigte sich hinterher bei Frütel. Belege dafür gibt es viele: „Das erste Gegentor war Icing.“ Am auffälligsten sei es jedoch bei Strafzeiten gewesen, sagt der ESC-Coach. Ein Beispiel: Thomas Obermayr lag auf dem Eis, ein Spieler der SG saß auf ihm und schlug ihm drei Mal den Schläger in den Nacken. Obermayr erhielt zwei plus zwei Strafminuten, Lindenberg keine. Als es Frütel nach einiger Zeit zu bunt wurde und er beim Schiedsrichter Einspruch erhob, meinte dieser nur mit einem Lächeln auf den Lippen nur: „Ihr seid so peinlich.“ Frütel war fassungslos.

„Irgendwann haben wir dann den Faden verloren“, sagt er. „Wenn man halt nur in Unterzahl ist, ist es irgendwann schwierig.“ So ging die Partie 2:8 verloren. „Das klingt krass, aber so deutlich war’s nicht. Wir hätten sie schlagen können.“ Dem Gegner gönnt Frütel aber den Erfolg. „Lindenberg ist eine gute Mannschaft. Und ich bin mir sicher, sie hätten auch lieber anders gewonnen.“

Frütels Zukunft unklar

Wie es für ihn weitergeht, ist noch unklar. Der 48-Jährige wollte eigentlich vor dieser Saison aufhören. Für die Spielzeit 2018/19 erlaubt der Bayerische Eissport-Verband nun auch in der Bezirksliga nur noch lizenzierte Trainer. „Ich habe keine Lizenz und werde sie auch nicht machen.“ Aber aufhören will er auch nicht. „Die Jungs sind mir so ans Herz gewachsen“, sagt Frütel. „Das sind keine Spieler, das sind Freunde.“ Spätestens am Sonntagmorgen, als Frütel nach einer langen Nacht mit seinen Spielern pünktlich zum olympischen Eishockey-Finale zu Hause war, war klar: „Das war’s noch nicht.“

Dabei kam Frütel zum Trainer-Job über Umwege. Eigentlich hätte Eishockey-Legende Lenz Funk senior ab Oktober 2015 beim ESC hinter der Bande stehen sollen, aufgrund seiner Krebserkrankung war ihm das allerdings nicht möglich (wir berichteten).Funk überredete seinen alten Spezl Frütel, einzuspringen. „In Lindenberg schau’ ich dann mal so in den Wald rein, und dann hab’ ich an den Lenz gedacht“, erzählt Frütel. „Schade, dass du das jetzt nicht mehr miterleben kannst.“ Funk erlag im vergangenen September nach großem Kampf seiner Krankheit. Auch wenn es jetzt nicht zum Aufstieg gereicht hat, ist sich Frütel sicher: „Der Lenz wäre stolz gewesen.“ Frütel ist es.

Schluss mit Eishockey ist jetzt aber noch nicht. „Die Jungs wollen weiter trainieren“, sagt Frütel. Bereits am Dienstag steht die Mannschaft wieder auf dem Eis. Auch ein Benefizspiel zugunsten des Fördervereins Eis- und Mehrzweckzentrum Holzkirchen ist geplant. Ein Gegner wird noch gesucht. „Vielleicht hat Schliersee Lust“, hofft Frütel. Eines ist ihm und der Mannschaft dabei vor allem wichtig: „Wir wollen uns von den Zuschauern, die die ganze Saison über da waren, verabschieden.“

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