Noch ganz entspannt präsentierte sich Sportlicher Leiter Klaus Killy beim Sommerfest To Go mit ESV-Spezialbier.
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Noch ganz entspannt präsentierte sich Sportlicher Leiter Klaus Killy beim Sommerfest To Go mit ESV-Spezialbier.

Keine Verweigerer geduldet – Vier Spieler vor dem Aus

ESV Gebensbach: Nur Geimpfte und Genesene dürfen aufs Eis

Die Saison rückt im Eishockeydorf Gebensbach näher. Der Bezirksliga-Spielplan steht, eine Mitgliederversammlung kann auch stattfinden, ein Kanadier ist im Anflug. Aber dafür stehen mehrere Spieler vor dem Absprung, denn der ESV zeigt in Sachen Corona klare Kante.

Gebensbach – Dass die 3G-Regel beim Betreten des Dorfener Stadions gilt, ist eine Selbstverständlichkeit. Für die Spieler des Gebensbacher Bezirksligateams aber gelten 2G, sprich geimpft oder genesen. Darauf haben sich Sportleiter Klaus Killy und Trainer Heinz Zerres festgelegt. „Wie und vor allem wie oft soll das mit einem 24 Stunden gültigen Schnelltest funktionieren?“, fragt Zerres. „Wir trainieren in den ersten Wochen dreimal wöchentlich, dann noch ein Testspiel, da lassen wir uns auf nichts ein.“

Auch Sportlicher Leiter Klaus Killy will da keine Kompromisse eingehen: „Wer sich nicht impfen lassen will, kann auch nicht spielen.“ Ein Quartett hat sich deshalb verabschiedet, aber „für sie ist die Tür nur angelehnt und nicht zu, wenn sie es sich noch anders überlegen“ – das haben Killy und Zerres ihnen mit auf den Weg gegeben.

Daniel Pamula wechselt zur 1b des ESC Dorfen. Deren Trainer Tobi Brenninger hat sich mit Killy bereits verständigt, wie es „unter Nachbarn auch sein sollte“.

Florian Panthaler hat bereits im Frühsommer erklärt, mit dem Eishockey aufzuhören; und Thomas Schalk will sich mit 36 Jahren und einem lädierten Knie das Ganze nicht mehr antun. So ist ein im Frühjahr noch qualitativ und quantitativ sehr gut bestückter Kader auf drei Torhüter und bei den Feldspielern um ein halbes Dutzend auf nunmehr 13 Mann geschrumpft.

Mit Daniel Down landet ein 24-jähriger Kanadier aus Waldheim in der Provinz Saskatchewan diesen Freitag am Münchner Flughafen. Er hatte von sich aus den ESV Gebensbach kontaktiert – das Internet macht’s möglich. Er wird bei der Familie von Nicholas Emmendorfer wohnen, ab dem ersten Eistraining am 31. August dabei sein und auch als Trainer im Nachwuchs tätig sein – und er ist vollständig geimpft.

Trainer Zerres über die Spielstärke Downs: „Er hat ein Video geschickt, das sah ganz gut aus, wenn er’s denn auch war.“ Zerres, der 74-jährige ehemalige Landshuter und Mannheimer Bundesligaspieler, war außer der DEL in allen Ligen als Trainer tätig „und hat schon alles erlebt“. Er ist bestens vernetzt, hält auch nach etwaigen Verstärkungen Ausschau und hat so auch mitgekriegt, dass in Bayreuth beide Teams, DEL 2 und Landesliga, und in Dingolfing das Landesligateam komplett durchgeimpft sind.

Bei Klaus Killy haben bereits Ligakonkurrent EK München und der nicht mehr zu den Gegnern zählende EV Aich nachgefragt, wie beim ESV mit der Frage „geimpft ja oder nein“ verfahren wird. Bevor es auf dem Eis mit dem ersten Punktspiel am 24. Oktober gegen Schongau 1b ernst wird, gibt es endlich mal wieder eine Mitgliederversammlung. Die letzte fand im März 2019 statt, und dann kam Corona. Am Samstag, 25. September, um 19.30 Uhr ist es im Gebensbacher Vereinsheim dann soweit. Passend zu den einen Tag später stattfindenden Bundestagswahlen gibt es auch beim ESV die Neuwahlen.

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen statt, die rechtzeitig auf der ESV-Homepage bekanntgegeben werden. Nach derzeitigem Stand müssen die Teilnehmer geimpft, genesen oder getestet sein, und eine Anmeldung unter esv-gebensbach@gmx.de oder Tel. (0 80 81) 46 87 ist erforderlich. Bei dieser Versammlung gibt es auch das „ESV Spezial“ im 20er-Kasten oder im 6er-Pack noch zu kaufen. Dieses Helle Bier wurde anlässlich des „Sommerfest To Go“ vom Bräu z’Loh gebraut und für den ESV mit entsprechendem Etikett abgefüllt.

Helmut Findelsberger

So gehen die Eispiraten und die Gladiators mit Corona um

Die Erding Gladiators sind fast durchgeimpft. Von einer 85- bis 90-prozentigen Impfquote spricht Technischer Leiter David Whitney. Und der Rest? „Die müssen sich vor jedem Training um Tests kümmern.“ Die Trainer und Betreuer müssten dann immer vor Trainingsbeginn kontrollieren, ob alles passt. „Selbstests vor Ort gibt’s aber nicht“, sagt Whitney, „auch wenn die Spieler ihn selbst mitbringen. Dafür fehlt uns das Personal“.

Erfreut ist der Technische Leiter über die Sonderregel für Schüler. Denn die müssen keine Tests vorzeigen, auch während der Ferien. „Aktuell haben wir eine Art Trainingslager, die Jugend ist täglich im Eisstadion. Jeden Tag Tests zu kontrollieren wäre schwierig.“

Bei Spielen werde es in Zukunft keine Tageskasse geben, sagt Whitney. Die Tickets müssen online gekauft werden, dann werden auch die Daten erfasst. „Das Kassenpersonal wird dann, statt Karten zu verkaufen, die 3G kontrollieren.“

Auch bei den Dorfener Eispiraten ist die Situation ähnlich. „In der vergangenen Saison gab es immer 70 bis 80 Restkarten, die online reserviert werden mussten“, sagt Manfred Detterbeck, Abteilungsleiter Senioreneishockey beim ESC Dorfen. So wollen die Isenstädter auch in dieser Saison verfahren. Die Höchstkapazität im Eisstadion könne so einfacher kontrolliert werden. Am Spieltag gibt’s dann Einlasskontrollen. Gelassen sieht Detterbeck die Testpflicht in der Mannschaft: „Es sind nur drei oder vier Spieler, die nicht geimpft oder genesen sind.“ Die müssten jedes Mal einen Test vorzeigen „oder einen Selbsttest mitbringen und unter meiner Kontrolle durchführen“.

Mayls Majurani

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