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Doppelter Torschütze, aber keine Punkte: EVM-Stürmer Daniel Möhle (in Gelb vor dem Tor) traf zum 1:0 und 3:1.

Eishockey

Sechs Gegentore in zehn Minuten

Bis zehn Minuten vor dem Ende sah es ganz danach aus, als könnte der EVM seine Erfolgsserie in der Verzahnungsrunde auch gegen den ERV Schweinfurt fortsetzen. Doch drei Strafzeiten brachen den Moosburgern in dieser Phase das Genick – und aus einer 4:2-Führung wurde in wenigen Minuten eine bittere 4:8-Heimpleite.

Moosburg – ERV-Spielertrainer Marc Zajic brauchte bei der Pressekonferenz ein paar Sekunden, um Worte für diese Schlussphase zu finden: „Ich muss sagen, dass ich so etwas in den letzten 20 Jahren nicht erlebt habe. Toll, wie wir zurückgekommen sind.“ Bernie Englbrecht war bedient: „Uns ist die Kraft ausgegangen. Und wenn man sich solche Strafen einfängt, verliert man so ein Spiel halt noch“, sagte der EVM-Trainer.

Der „Genickbruch“ dürfte die Bankstrafe in der 51. Minute gewesen sein: Als die Moosburger bereits ein Mann weniger waren, standen sie nach einem Wechselfehler trotzdem mit fünf Spielern auf dem Eis. Schweinfurt verkürzte bei doppelter Überzahl auf 3:4 – und weil die Gastgeber unmittelbar darauf gleich die nächste Strafzeit kassierten, durften es die Mighty Dogs erneut mit zwei Mann mehr probieren: 4:4 (52.). Die Grün-Gelben wirkten wie gelähmt. Auch wenn es in der Folge bei 4:4 weiterging, wollte den Englbrecht-Schützlingen nichts mehr gelingen. Der ERV-Kanadier Dion Campbell nutzte die Verunsicherung gnadenlos aus und drehte mit seinem Doppelpack (53.) endgültig die Partie. Der EVM-Coach probierte zwar noch einmal alles, nahm Goalie Thomas Hingel bereits drei Minuten vor Schluss vom Eis, doch Tore gelangen nur noch den Unterfranken: Zweimal versenkten sie die Scheibe im leeren Moosburger Gehäuse.

Damit brachten sich die Hausherren selbst um ihren Lohn: Zweieinhalb Drittel lang hatten sie nämlich eine mehr als ordentliche Leistung gegen die Mighty Dogs abgeliefert. Nach einem torlosen ersten Abschnitt – einziger Aufreger: ein vergebener Penalty von Moosburgs Jakob Killermann – markierte Daniel Möhle gleich zu Beginn der zweiten 20 Minuten die verdiente 1:0-Führung. Vom Schweinfurter Ausgleich ließ man sich nicht großartig beeindrucken, sondern erhöhte den Druck: Tobias Hanöffner (28.) und abermals Möhle per Powerplay (31.) bauten den Vorsprung auf 3:1 aus. Selbst der zweite ERV-Treffer durch den tschechischen Neuzugang Marek Proks kurz vor dem zweiten Pausentee war zu verkraften – weil der EVM die Begegnung im Griff zu haben schien. Daniel Schanders 4:2 (47.) war allerdings der letzte Anlass für den Stadion-DJ, die Tormusik erklingen zu lassen. Die folgenden sechs Jubelgesänge kamen ausschließlich aus dem Gästeblock.

Tabellarisch sieht es für den EV Moosburg trotz der ersten Heimpleite weiterhin ganz gut aus: Mit sieben Zählern aus vier Spielen belegen die Dreirosenstädter Rang drei in der Verzahnungsgruppe C. Dieser Platz würde für den Klassenerhalt reichen.

ba

EV Moosburg – Schweinfurt 4:8 (0:0, 3:2, 1:6)

Tore: 1:0 (21:24) Möhle (Hanöffner, Dürr), 1:1 (24:40) Proks (Trolda), 2:1 (27:52) Hanöffner (Dürr, Möhle), 3:1 (30:51) Möhle (5-4; Hanöffner, Krämmer), 3:2 (35:51) Proks (Adam), 4:2 (46:13) Schander (5-4; Müller, Steiger), 4:3 (50:56) Proks (5-3; Trolda), 4:4 (51:23) Zajic (5-3; Campbell), 4:5 (52:16) Campbell (4-4; Kohl), 4:6 (52:58) Campbell (4-4; Proks, Kleider), 4:7 (57:36) Kohl (Campbell, Schäfer), 4:8 (59:01) Amrhein (4-5).

Strafminuten: 14/20.

Zuschauer: 258.

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