Eishockeyspieler Giuseppe Parlato vom EV Moosburg mit Puck.
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Hoffnungsvolles Talent: Giuseppe Parlato stammt aus dem Nachwuchs des EV Moosburg – und startete zu Saisonbeginn in der Ersten Mannschaft richtig durch.

Eishockey

Giuseppe Parlato: Die EVM-Entdeckung der Saison

Drei Tore in drei Spielen: Giuseppe Parlato vom EV Moosburg hat vor der coronabedingten Zwangspause in der Eishockey-Landesliga voll eingeschlagen.

Moosburg – „Ich bin begeistert von ihm.“ EVM-Vorstandsmitglied Bernhard Loidl kommt fast ins Schwärmen, wenn er auf Sturmtalent Giuseppe Parlato (19) angesprochen wird. „In den Punktspielen haben alle unsere Nachwuchskräfte in der Ersten Mannschaft gute Leistungen gezeigt. Doch Giuseppe hat zurecht sogar den Sprung in die erste Reihe geschafft und inzwischen seine ersten Tore in der Landesliga erzielt. Top, wirklich überragend. Für das machen wir das, dass eigene Leute aus dem Nachwuchs in Moosburg Eishockey spielen können.“

Das ist bei Giuseppe Parlato der Fall, denn der begann bei den Kleinstschülern des EVM. Davor hatte ihm sein Opa, ein ehemaliger Eishockeyspieler, ab dem fünften Lebensjahr bereits das Schlittschuhlaufen beigebracht. Außerdem spielte Parlato auch noch Fußball und Tennis, bevor er im Alter von zwölf Jahren zum ERC Ingolstadt wechselte. Der Kontakt kam durch den damaligen EVM-Nachwuchstrainer Petr Kankovsky zustande. Nach einem Probetraining beim DEL-Club nahm der ERC den jungen Moosburger in den Nachwuchskader auf.

Hausaufgaben auf der Autofahrt ins Training

Mehr als drei Jahre lang veränderte diese Entscheidung den Tagesablauf des Schülers grundlegend. „Wir hatten viermal die Woche Training und am Wochenende immer zwei Spiele in der Schüler-Bundesliga. Pro Training waren wir da mit Autofahrt immer fünf bis sechs Stunden unterwegs. War halt Leistungssport“, erinnert sich Giuseppe. Teilweise habe er seine Hausaufgaben auch im Auto gemacht. Immer dabei: sein Opa Dietmar Zahn, der den Enkel zum Training und zu Spielen chauffierte.

Nach dem Abschluss der Mittelschule in Moosburg entschied sich der 15-Jährige, eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker zu beginnen. Da war klar, dass sich dies mit dem Trainingsaufwand in Ingolstadt nicht mehr vereinbaren ließ, sodass der Stürmer 2017 zum EVM zurückkehrte. Dort spielte Giuseppe einige Partien in der Jugend-Bezirksliga, fiel sportlich gesehen aber in ein Loch. Die Motivation war weg. Ausbildung und Privatleben standen für ihn im Vordergrund, sodass er im Frühjahr 2018 die Schlittschuhe an den Nagel hängte. Dass er fast zwei Jahre später wieder aufs Eis zurückkehrte, beschreibt der Azubi heute als Zufall: Ein Eishockey-Freund von früher rief an und fragte, ob er nicht mal wieder bei der EVM-U20 vorbeischauen wolle. Das tat Giuseppe auch völlig unverbindlich und absolvierte so noch einige Spiele für das Juniorenteam.

Giuseppe Parlato (19) schaffte mit zwölf Jahren den Sprung zu einem DEL-Club.

Bei der Frage nach Einsätzen im Seniorenbereich für die Saison 2020/21 habe er spontan entschieden, sich das mal anzuschauen – und das habe ihm dann auch getaugt. „In der Ersten Mannschaft ist alles etwas schneller. Es sind Leute dabei, von denen man einiges lernen kann. Das war für mich eine Herausforderung“, schildert der Youngster seinen Antrieb. In der Mannschaft seien er und seine Kollegen aus dem Juniorenbereich sehr gut aufgenommen worden. Der Zusammenhalt und die Stimmung seien gut.

Trainer Bernie Englbrecht erwarte von den Jungen, dass sie aufmerksam sind und Vollgas geben, um sich weiter zu verbessern, sagt der 19-Jährige. Deshalb komme der Coach oft auf seine Youngsters zu, um die taktischen Anweisungen verständlich zu machen. Seine Leistung in den Vorbereitungsspielen fand Parlato nicht so gut. Trotzdem beorderte ihn Englbrecht in der Landesliga in die erste Sturmreihe zusammen mit den Routiniers Miloslav Horava und Peter Abstreiter. Eine Maßnahme, die in den bisherigen drei Liga-Partien von Erfolg gekrönt war. „Es ist leichter für einen jungen Spieler, wenn man nur den Schläger reinhalten muss und jeder Pass perfekt auf dich kommt. Wenn ich mal etwas falsch gemacht habe, motivieren mich die beiden und geben mir Tipps“, bleibt der 19-jährige Stürmer bescheiden.

Lob vom Coach: „Er ist läuferisch gut, hat Spielwitz und einen guten Schuss.“

Englbrecht hält seine Nummer 25 durchaus für talentiert: „Er ist läuferisch gut, hat Spielwitz und zudem einen guten Schuss. Wenn er den in der Liga noch öfter nutzen würde, könnte er noch mehr Tore erzielen. Das kann schon was werden, wenn er am Boden bleibt und weiterhin so fleißig trainiert.“ Parlatos Landesliga-Bilanz kann sich für einen Newcomer auf alle Fälle sehen lassen: In den drei Matches erzielte er drei Tore und bereitete eines vor.

Vorbilder hat der 19-Jährige eigentlich keine. Wenn, dann wäre es sein Opa Dietmar, der auch sein größter Fan ist. „Der ist bei jedem Spiel dabei. Er gibt mir auch Tipps, was ich besser machen kann oder auf was ich achten soll.“ Er würde es traurig finden, wenn es in dieser Saison wegen Corona mit dem Eishockey nicht mehr weitergehen sollte. Viele seiner aktuellen Mitspieler hätten mit ihm zusammen als Kinder beim EVM angefangen. „Daher verstehen wir uns gut und freuen uns, dass wir von klein auf bis in den Erwachsenenbereich zusammen immer noch Eishockey spielen. Das ist halt einfach schön.“

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