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Der Neue im EVM-Dress: Miloslav Horava (r.).

EV Moosburg vor dem Start 

,Wir müssen vor keinem Gegner Angst haben’

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Moosburg – Er geht in seine dritte Saison als Trainer beim EV Moosburg: der ehemalige Landshuter Nationaltorwart Bernie Englbrecht (61). Nach dem Abstieg vor zwei Jahren aus der Bayernliga und einem Jahr der Orientierung wollen die Grün-Gelben heuer um die Spitzenplätze der Landesliga mitspielen. Wie Englbrecht seine Mannschaft und die Liga einschätzt, welche Rolle der Nachwuchs bei ihm spielt und wie er die derzeitigen Diskussionen über die erlaubte Anzahl der Kontingentspieler im Amateurbereich sieht, hat er FT-Redakteur Bastian Amann im Interview verraten.

Herr Englbrecht, sieben Vorbereitungsspiele hat der EVM heuer absolviert – vier gewonnen, drei verloren. Wie schätzen Sie die Lage von Saisonstart ein?

Ich bin durchaus optimistisch, dass wir um die Top-vier-Plätze und damit auch den Aufstieg mitspielen werden. Mit Peter Abstreiter und Miloslav Horava haben wir erfahrene Spieler dazubekommen, die hoffentlich die Torchancen nutzen, die wir im Vorjahr immer ausgelassen haben. Da unser Kader heuer allerdings nicht so groß ist, ist sicherlich eine Grundvoraussetzung für den sportlichen Erfolg, dass wir von Verletzungspech verschont bleiben.

Mit Tobias Hanöffner hat es in der Vorbereitung ja schon einen Top-Stürmer am Ellbogen erwischt...

...das ist richtig. Aber derzeit sieht es so aus, dass er uns schon in den kommenden Wochen wieder zur Verfügung steht. Es geht ja auch ums Training. Eines unserer Probleme ist, dass wir heuer noch nie komplett trainieren haben können.

Horava wird neben Nolan Regan die zweite Ausländerposition besetzten. Ist der EVM damit auf den Kontingentstellen stärker besetzt als im Vorjahr?

Klar, da haben wir ja auch mit einem Ausländer, Nolan Regan, begonnen und den zweiten, Daniel Klinecky, erst kurz vor der Verzahnungsrunde verpflichtet. Regan hatte zwar Anlaufschwierigkeiten, kam aber gut in die Gänge und war letztlich unser Topscorer. Trotzdem erwarte ich, dass er an der Seite eines so erfahrenen Spielers wie Miloslav Horava noch ein bissl mehr zeigen kann. Deshalb denke ich, dass wir da ganz gut aufgestellt sind.

Nach einem Urteil des Landgerichts München hat der Bayerische Eissportverband die Beschränkung auf zwei Ausländer in der Landesliga gekippt. Nun kann jeder Vereine so viele Kontingentspieler einsetzten, wie er will. Was halten Sie von dieser Entwicklung?

Meiner Meinung nach könnte man in den unteren Ligen, zu denen auch die Landesliga gehört, prinzipiell auf ausländische Spieler verzichten. Zum einen, weil das Geld bei den meisten Vereinen eh knapp ist, und zum anderen, weil es genug deutsche Spieler gibt, denen man eine Chance geben müsste. Dass jetzt in der zweiten Liga von unten jeder Verein so viele Kontingentspieler einsetzen kann, wie er will, ist meiner Meinung ein Schlag ins Gesicht für den hiesigen Eishockey-Nachwuchs.

Den Sie in Moosburg, seit Sie hier Trainer sind, fördern. In den Vorbereitungsspielen war immer auch ein Block der U 20 auf dem Eis. Wird man die Jungen auch dann sehen, wenn es um Punkte geht?

Natürlich werden die öfter ihre Einsätze kriegen. Aber das Ganze ist ein Lernprozess, der über ein, zwei Jahre geht. Ich habe gewisse Kandidaten im Auge, die, wenn sie bei den U 20-Spielen rausstechen, auch in der ersten Mannschaft eingesetzt werden. Aber ich wiederhole mich noch mal: Jede Seite braucht Geduld. Das ist ein Prozess, der sich nicht von heute auf morgen bewerkstelligen lässt.

Zum Auftakt absolviert der EV Moosburg gleich drei Heimspiele hintereinander: dieses Wochenende gegen Vilshofen und Amberg den Freitag drauf gegen Dingolfing. Haben Sie da eine Gesamtpunktzahl vor Augen oder denken Sie von Spiel zu Spiel?

Verlieren wollen weder wir noch die anderen. Und dass es „sichere“ Siege oder Niederlagen nicht gibt, haben wir in der Vorsaison gemerkt, als wir zum Auftakt daheim gegen Freising trotz Favoritenrolle leer ausgegangen sind und dafür als Außenseiter in Waldkirchen und Haßfurt gewonnen haben. Ich warne jedenfalls davor, am Freitag Vilshofen als Freiluft-Team, das vielleicht noch Trainingsrückstand hat, zu unterschätzen und nur auf das Aufeinandertreffen mit Amberg zu schauen. Ich bin aber überzeugt, dass wir vor keinem Gegner Angst haben müssen – egal, ob er mit vier, fünf oder noch mehr Ausländern gegen uns antritt.

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