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Ex-NHL-Profi Marco Sturm wird der neue starke Mann bei der Eishockey-Nationalmannschaft.

Deutscher NHL-Rekordspieler

Generalmanager und Bundestrainer: Sturm führt DEB-Team

München -Der Deutsche Eishockey-Bund wagt das Risiko: Mit gerade einmal 36 Jahren wird der deutsche NHL-Rekordspieler Marco Sturm nur ein Jahr nach seinem Karriereende neuer Bundestrainer und Generalmanager.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) wagt einen mutigen sportlichen Neuanfang: Der als Trainer noch unerfahrene deutsche NHL-Rekordspieler Marco Sturm wird als Bundestrainer und Generalmanager der neue starke Mann des Nationalteams. „Ich war vom Angebot ein bisschen überrascht, habe aber gleich gewusst: Das ist eine gute Chance. Wenn man so ein Angebot bekommt, kann man nicht 'nein' sagen“, bekannte der 36 Jahre ehemalige Kapitän des Nationalteams am Freitag bei seiner Vorstellung in München.

Als Nachfolger von Pat Cortina, dessen Vertrag nach einer Reihe von Misserfolgen nach drei Jahren nicht verlängert worden war, erhält der deutsche NHL-Rekordspieler einen Kontrakt zunächst bis zur Heim-WM 2017. Sollte im kommenden Jahr die Olympia-Qualifikation gelingen, verlängert sich der Vertrag um ein weiteres Jahr.

„Wir werfen ihn ins kalte Wasser. Das ist ein Riesenschritt für das deutsche Eishockey und für Marco Sturm“, bekannte DEB-Präsident Franz Reindl. Sturm hatte erst im vergangenen Jahr nach insgesamt 1006 Partien in der nordamerikanischen Profiliga NHL - mehr hat kein anderer deutscher Spieler bislang - seine Karriere beendet. Nur elf Monate später wird der vom ehemaligen Bundestrainer Uwe Krupp einst als „Dirk Nowitzki des deutschen Eishockeys“ geadelte Sturm zu einem der jüngsten Bundestrainer überhaupt.

Als Generalmanager löst Sturm den Manager der Grizzly Adams Wolfsburg, Charly Fliegauf, ab. „Wir wollten mit dem Doppeltitel zeigen, dass alle wissen: Marco Sturm hat das Sagen“, meinte Reindl, der sich durch das Eishockey-Idol Sturm „eine emotionale Aufladung für die Nationalmannschaft“ erhofft. Den DEB-Präsidenten hatten zuletzt etliche Spielerabsagen geärgert. Noch unter Cortina hatten etwa für die WM im Mai in Tschechien deutlich mehr als 20 Spieler abgewunken. „Die Bindung zu den Spielern ist sehr nahe, weil er vom Alter her so nah dran ist wie kein anderer“, meinte Reindl.

Dessen Wunschkandidat war lange der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Krupp war. Als Chefcoach der Eisbären Berlin war Krupp letztlich aber nicht verfügbar. Eine Doppelfunktion kam nach Absprache zwischen DEB und DEL nicht infrage. Um die mangelnde Erfahrung Sturms als Trainer zu kompensieren, sollen aber Coaches aus der Deutschen Eishockey Liga den neuen Bundestrainer künftig unterstützen.

„Er wird sich sein Team so zusammenstellen, dass auch viel Erfahrung mit dabei sein wird. Die Erfahrung, die er als Trainer noch nicht hat, wird er sich einkaufen“, sagte Reindl dazu. Der DEB-Präsident ist von seinem Coup überzeugt: „Wir glauben daran, dass Sturm dafür sorgen kann, dass die nächsten Ziele erreicht werden können.“

Und die Herausforderungen sind groß: Neben der WM 2016 in Russland steht im September nächsten Jahres in Riga die Qualifikation für Olympia 2018 in Pyeongchang an. 2013 hatte das deutsche Team unter Cortina die Olympia-Qualifikation für 2014 erstmals überhaupt verpasst. 2017 richtet Deutschland dann gemeinsam mit Frankreich die Weltmeisterschaft aus. Sein Debüt als Bundestrainer gibt Sturm im November beim Deutschland Cup in Augsburg.

dpa

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