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Deutschland-Cup bleibt im Wohnzimmer Olympiahalle

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Einstand beim Heimturnier: Eishockey-Bundestrainer Jakob „Köbi“Koelliker. © dapd

München - Das Eishockey-Turnier um den Deutschland-Cup bleibt in München - zumindest bis 2014. Das freut den neuen National-Coach Koelliker, weil die Oly das "gewisse Etwas" hat.

Vor zwei Jahren kam das Eishockey-Turnier um den Deutschland-Cup, das sich weder in Stuttgart noch Frankfurt oder Hannover hatte etablieren können, nach München – es hieß damals, das sei doch eine gute flankierende Maßnahme zur Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018. Heute weiß man: Olympia in München wird’s nicht geben, derzeit versteigert die aufgelöste Bewerbungs-Gesellschaft die letzten Stücke vom Büro-Inventar im Internet, und leicht hätte auch das Unternehmen Deutschland-Cup liquidiert werden können. Doch es ist zu gut gelaufen in den bisherigen Jahren in München (2009, 10), beide Male hat die deutsche Nationalmannschaft gewonnen, die große Olympiahalle war anständig gefüllt.

„München ist zum Wohnzimmer der Mannschaft geworden“, sagt Franz Reindl, der Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), einigermaßen ergriffen. Der Deutschland-Cup funktioniert auch außerhalb der olympischen Mission – und darum hat sich die Münchner Olympiapark-GmbH entschlossen, ihm weiter eine Heimstatt zu geben. „Wir haben einen neuen Vertrag unterschrieben, die Tinte ist gerade getrocknet“, vermeldete Ralph Huber, der Geschäftsführer des Parks. Bis 2014 wird im November in München das Turnier ausgetragen, heuer vom 11. bis 13. November, erneut mit Schweiz, Slowakei und USA als den deutschen Gegnern.

„Aus dem Schläfer Deutschland-Cup ist eine große Nummer geworden“, lobt Reindl das Turnier, das für den DEB die wichtigste Veranstaltung neben der jährlichen Weltmeisterschaft ist. „Das Problem im Eishockey“, meint Präsident Uwe Harnos, „ist ja, dass wir neben der WM keine wertigen Spiele haben – so wie der Fußball die Qualifikation für EM oder WM“. Also ist man froh um den Deutschland-Cup.

Dieses Jahr ist er auch interessant, weil die deutsche Mannschaft erstmals unter der Leitung des Schweizers Jakob „Köbi“ Koelliker steht. Der 58-Jährige, in seinem Heimatland lange Assistenztrainer, hat bislang einen Sommerlehrgang geleitet und versucht, sich durchs Beobachten von DEL-Spielen („Ich war in fast jeder Runde bei einem Spiel“), Trainingseinheiten („Meistens am Samstag“) und der Nachanalyse zuhause in der Schweiz ein Bild zu machen. Entstanden ist eine, wie er sagt, „long list“ mit 41 Namen, in Übereinkunft mit seinem Assistenten Harold Kreis (Adler Mannheim) wird er für München auf 25 reduzieren. Koelliker hat sich an den bestehenden Personalstamm gehalten, nur drei Neulinge nominiert, unter ihnen mit dem Düsseldorfer Evan Kaufmann, 26, einen gebürtigen Kanadier. „Den deutschen Pass hat der schon zwei, drei Jahre“, so der neue Bundestrainer, „ich halte ihn für einen guten Skorer und Spielmacher. Er ist halt nicht der Größte.“ Ihn stört das weniger als seinen Vorgänger Uwe Krupp, der öfter auf die „deutsche Lilliputanerauswahl“ schimpfte; bei Koelliker zählt, „wenn ein Spieler das gewisse Etwas hat“.

Was dem deutschen Eishockey derzeit noch fehlt, ist ein Sportdirektor. Auch die neue Gesellschaft, gebildet aus Verband und Liga, die die Nationalmannschaft gemeinsam betreiben soll, besteht erst aus einem von beiden Seiten besetzten „Kompetenzzentrum Sport“ und „Kompetenzzentrum Medien & Marketing“. Da für den DEB der Landshuter Bernd Truntschka vertreten ist, deutet sich aber an, dass er dann zum Jahresende offiziell der Sportdirektor wird.

Günter Klein

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