Eine der wenigen Partien, die ausgetragen wurden: Mitte Oktober 2020 trafen der SC Forst (in blauen Trikots) und der ERC Lechbruck aufeinander, die Forster gewannen mit 8:5. Unklar ist, ob es auch zum Rückspiel kommen wird.
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Eine der wenigen Partien, die ausgetragen wurden: Mitte Oktober trafen der SC Forst (in blauen Trikots) und der ERC Lechbruck aufeinander, die Forster gewannen mit 8:5. Unklar ist, ob es auch zum Rückspiel kommen wird.

Eishockey: Bayerischer Eissportverband und Vereine sind sich einig

Auch Landesliga bricht die Saison ab

  • vonRoland Halmel
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Wirklich überraschend kommt diese Nachricht: Nach der Bayernliga wird jetzt auch die Landesliga abgebrochen.

Forst/Lechbruck – Nachdem der Bayerische Eissport-Verband (BEV) bereits am 10. November die Saison in der Bayernliga mit dem aktuell gültigen Modus abgebrochen hat, wurde nun auch die Spielzeit in den beiden bayerischen Landesligen für beendet erklärt. Nach einer Videokonferenz mit den beteiligten Vereinen kam der BEV zu dem Ergebnis, dass im Rahmen des aktuellen Austragungsmodus’ ein weiterer Spielbetrieb „ohne Verzerrung des Wettbewerbs nicht weiter vernünftig und darstellbar“ sei, wie Eishockey-Obmann Frank Butz es in einem Schreiben an die Vereine formulierte.

Eishockey: Sollte wieder gespielt werden können, geht es mit neuem Modus weiter

Daher wird die Runde, in der einzelne Teams maximal fünf Partien bestritten haben, abgebrochen. In Absprache mit dem BEV und den Ligasprechern soll jetzt ein neuer Modus bestimmt werden, der – sollte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden dürfen – im Rahmen der Möglichkeiten umsetzbar ist. „Dies ist allerdings auch davon abhängig zu machen, wann eine Rückkehr in einen Trainings- und Wettkampfbetrieb wieder möglich ist“, ergänzte Butz, der wie die Vereine die weitere Entwicklung des Pandemie-Geschehens sowie die Beschlüsse der Politik abwarten will.

Seit zwei Jahren gibt es eine Führung beim BEV, die auch mit den Vereinen redet.

Lorenz Barfüßer, Vorsitzender des SC Forst

Angelehnt an die Oberliga Süd sowie die Bayernliga wird auch in den Landesligen der Auf- und Abstieg ausgesetzt. „Aufgrund der Entwicklung des Pandemiegeschehens in den vergangenen Wochen, mit der Untersagung des Trainings- und Spielbetriebs für den Amateursport im gesamten November und der fehlenden Planungsperspektive für die kommenden Wochen, war diese Entscheidung alternativlos“, so Manfred Sitter. Der Vorsitzende des ERC Lechbruck unterstützt die Vorgehensweise des Verbands. Derselben Ansicht sind auch die Verantwortlichen beim SC Forst. „Seit zwei Jahren gibt es eine Führung beim BEV, die auch mit den Vereinen redet. Das war in der Vergangenheit nicht immer so“, berichtete der Vorsitzende Lorenz Barfüßer von einer aus seiner Sicht sehr konstruktiven und harmonischen Online-Sitzung. „Wir werden nun die nächste Ministerpräsidenten-Konferenz abwarten, schauen dann, welche Fakten uns beschert werden und fällen dann weitere Entscheidungen“, so Sitter. „Die Vereine wollen ja spielen, notfalls auch ohne Zuschauer“, stellt Barfüßer klar. Mit welchem Modus es weitergehen kann oder soll, wird noch geklärt. „Wenn gespielt wird, muss es sicher sein, denn wie soll ein Spieler seinem Arbeitgeber erklären, dass er wegen Eishockey in Quarantäne muss“, gibt Barfüßer zu bedenken.

Eishockey: Kritische Worte vom Vorsitzenden des ERC Lechbruck

Kritische Worte gab es aus Lechbruck wegen der Unterscheidung zwischen Profi- und Amateursport. „Dafür habe ich kein Verständnis. Auch wir als Landesliga-Verein haben einen wirtschaftlichen Betrieb mit einem Etat im sechsstelligen Bereich zu stemmen. Im Gegensatz zum Profisport erhalten wir aber weder eine finanzielle Ausfallentschädigung, noch ist es unseren Sportlern erlaubt, ihren Sport auszuüben“, moniert der ERC-Vorsitzende, der sich zudem um den Nachwuchs Sorgen macht. „Wir haben über 110 aktive Nachwuchsspieler, die trifft es besonders hart“, so Sitter. Er kann nicht nachvollziehen, warum Schulen und Kindergärten geöffnet sind, während Eishockey-Training nicht stattfinden darf. „Deshalb sage ich ganz deutlich, dass diese undifferenzierten Entscheidungen gegen die Ausübung des Amateursports in der Konsequenz mehr Schaden als Nutzen bringen werden. Die Gesundheit steht an oberster Stelle, deshalb sehen wir den Sport auch nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung in der Bekämpfung der Pandemie“, so Sitter abschließend.

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