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Bester Spieler: Andreas Driendl erzielte für den SCR 30 Tore und bereitete die Rekordzahl von 49 Treffern vor.

Eishockey: DEL 2

SCR-Stürmer Driendl ist Spieler des Jahres

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Der SC Riessersee ist der große Gewinner der DEL2-Ehrung in Straubing: Sechs Preise holt sich der Club, darunter die wichtigsten für Spieler und Trainer der Saison.

Straubing– Überall saßen die Männer, die sonst so viel Schweiß vergießen und sich in stinkende Ausrüstung quetschen, in Anzügen an ebenso schön herausgeputzten Tischen. Auch Andreas Driendl trug einen Anzug, obwohl er das gar nicht mag. Er bevorzuge lieber die Trainingshose, sagt er. Aber was soll man machen. Zu so einer schicken Gala gehört die passende Kleidung.

Vor sechs Jahren hat das Deutsche Eishockey einen Abend geschaffen, an dem es ihre Besten würdigt. Die Idee, das Original, kommt natürlich aus der NHL. Dort ehrt man seit Jahrzehnten nach der Saison die erfolgreichsten Profis. Man vergibt Auszeichnungen für den wertvollsten Spieler, den besten Verteidiger oder den besten Defensivstürmer. Die Show wird im Fernsehen übertragen. Sie erinnert an die Oscars. Für Fans hat sie den Vorteil, die Stars, die sie nur in Helm und Schlittschuh kennen, einmal ohne zu betrachten. Das Deutsche Eishockey zeichnet vor den Playoffs aus. In diesem Jahr stellte sich das als günstiger Zeitpunkt heraus, weil Verband und Liga die Chance bekamen, ihren Silberhelden von Pyeongchang zu huldigen. Bundestrainer Marco Sturm kam, auch Präsident Franz Reindl. „Super schön aufgezogen“ war’s, sagt Andreas Driendl .

Bei der Gala des Deutschen Eishockeys – so nennt sich die Feierstunde – funktionierte, was im Liga-Alltag für die größten Streitigkeiten sorgt: Erste und Zweite Liga halten zusammen. Bevor die DEL ihre Preise verteilte, ehrte die Zweite Liga. In neun Kategorien lobt sie Auszeichnungen aus. Doch nur der Gewinner der wichtigsten darf auf die Bühne. Das steht dem Spieler des Jahres zu. Driendl (32) schüttelte viele Hände, als er die vier Stufen der kleinen Tribüne nahm, an dessen Ende Rene Rudorisch – der DEL2-Boss – wartete und ihm die kleine Glastrophäe überreichte. Noch nie habe Driendl so eine Gala mitgemacht. „Das war die Premiere.“ Die 14 Trainer und Kapitäne aller Clubs wählen den Spieler des Jahres. Das Ergebnis hat die DEL2 nicht veröffentlicht, doch es dürfte deutlich ausgefallen sein. Driendl geht davon aus, dass auch Teamkollege Florian Vollmer für ihn gestimmt hat. Von der Entscheidung, die ihn total überraschte, hatte der Füssener vor einigen Tagen erfahren. Mit Sportdirektor Tim Regan und Gesellschafter Udo Weisenburger fuhr er nach Straubing – und zeitig wieder nach Hause. Denn Sonntagmorgen trainierte der SCR bereits wieder. Vorbereitung auf die Playoffs. Morgen beginnen sie mit dem Heimspiel gegen Crimmitschau (20 Uhr).

Trainer des Jahres: Toni Söderholm

Toni Söderholm hat sich (wie auch Punktekönig Richard Mueller) den Trip nach Niederbayern gespart. Der Finne wusste ja bereits vom Titel. Trainer des Jahres ist er geworden. Die Ehrung entwickelte sich zu SCR-Festspielen. In sechs Kategorien (Trainer, Spieler, Stürmer, Top-Scorer, Hauptrundenmeister, Fairplaysieger) lagen die Werdenfelser vorne. Sportchef Regan sagt: „Der Saal war glücklich, einen Traditionsverein ganz vorne zu sehen.“ Außerdem freute sich die kleine SCR-Delegation über die Preise für Red Bull München. Der Kooperationspartner stellt mit Keith Aucoin den Spieler und Stürmer der Saison sowie mit Yannick Seidenberg den besten Verteidiger.

In die Ruhmeshalle aufgenommen: Robert Hock (r.)

Einen alten Bekannten aus Garmisch-Partenkirchen trafen die Werdenfesler obendrein. Robert Hock, der mittlerweile mit seiner Frau in Florida wohnt, flog extra für den Festabend ein. Der Deutsche Eishockeybund hat den Mittelstürmer in seine Ruhmeshalle aufgenommen, zu der viele SCR-Größen wie Anton Biersack, Ignaz Berndaner und Franz Reindl gehören. Hock, im Nachwuchs der Riesserseer großgeworden, führt die ewige Scorerliste der DEL an. Seine Mutter wohnt noch in Garmisch-Partenkirchen und verfolgt die Spiele des SC Riessersee. Tim Regan sagt: „Wir haben sehr nett geredet.“

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