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Nur der harte Kern der SCR-Fans kommt regelmäßig ins Stadion. Für den Start der Abstiegsrunde wünscht sich der Verein mehr Zuschauer - und Unterstützung.

SCR-Appell: Brauchen Unterstützung im Abstiegskampf

Garmisch-Partenkirchen - Es ist die Garmisch-Partenkirchner Krankheit: Immer weniger Zuschauer gehen zu Sportveranstaltungen – das trifft vor allem den SC Riessersee. Der Verein appelliert vor dem Start der Play-Downs an seine Fans - und hofft auf Unterstützung im Abstiegskampf.

Auf welchen Weg die Infektion weitergegeben wird, ist noch nicht erforscht. Wer den Virus eingeschleppt hat und wie lange er schon grassiert, lässt sich ebenfalls nicht feststellen. Dass er eine Epidemie ausgelöst hat, die in Fachkreisen die Garmisch-Partenkirchner Krankheit genannt wird, steht freilich unumstößlich fest. Erst war es ein schleichender Prozess, der sich in der vergangenen Jahren allerdings beschleunigt hat und der vor allem jene Zuschauer befallen hat, die in den 1980er-Jahren sportliche Großveranstaltungen besuchten.

Die Leidtragenden dieser Entwicklung sind vor allem der alpine Ski-Weltcup und ganz besonders die Eishockey-Mannschaft des SC Riessersee. Nach den sportlich und finanziell erfolgreichen Weltmeisterschaften 2011 kamen zu den Weltcuprennen der Männer und Frauen Ende Januar und Anfang Februar noch weniger als sonst. Und Peter Fischer fragt sich, was zu tun ist, um das Intereresse wieder zu beleben. Selbst der umtriebige OK-Chef und Vorsitzende des Ski-Clubs Garmisch weiß keine Antwort, wie die Misere zu beheben ist.

Ursachenforschung betrieben hat Bader in der Vergangenheit öfter, zuletzt noch intensiver. Bei den Fanclubs hat er sich umgehört, sich mit den Vertretern des Fan-Projekts getroffen. Das Ergebnis: fast Fehlanzeige. Florian Bopp, einer von drei Vorsitzenden des Fan-Projekts, glaubt, dass „das Geld nicht mehr so locker sitzt“, sich die Fans aus dem Umland wegen der „hohen Spritpreise“ die Fahrt ins Olympia-Eisstadion verkneifen.

An der sportlichen Entwicklung beim Zweitliga-Neuling dürfte es nicht liegen. Bei einer online-Umfrage dieser Zeitung hatte sich eine Mehrheit nach dem Gewinn der Oberligameisterschaft 2011 für den Aufstieg ausgesprochen – im Wissen, dass das Team nur um den Klassenerhalt spielen wird. Die Erwartungen sind eingetreten. Am morgigen Freitag startet die Abstiegsrunde mit dem Auswärtsspiel in Bietigheim, am Sonntag (17.30 Uhr) erwartet der SCR den REV Bremerhaven. „Ich glaube es werden mehr Zuschauer kommen, weil’s wieder um etwas geht“, glaubt Bopp.

So weit aus dem Fenster lehnen will sich Bader nicht. Er setzt allerdings darauf, dass die Werdenfelser ihr patriotisches Herz entdecken. Mit einem Flyer – auf dem er zehn Gründe aufführt, warum es sich lohnt zum SCR zu gehen, Anzeigen und Radiospots – versucht er, die Fans zu mobilisieren. Auch Kapitän Tim Regan richtet einen Appell an die Fans. „Wir brauchen die Unterstützung und die positive Atmosphäre, um erfolgreich sein zu können.“

Peter Reinbold