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Auf dem falschen Gleis: SCR findet auch in Lindau nicht zu seinem Spiel und verliert 3:4

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Von: Christian Fellner

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Robin Soudek jubelt nicht aber das gesamte Team: Die zwei Treffer des Torjägers (r.) reichten nicht.
Robin Soudek jubelt nicht aber das gesamte Team: Die zwei Treffer des Torjägers (r.) reichten nicht. © staar

Die Misere begann in Landsberg - nun steckt der SC Riessersee mitten drin in einer schwierigen Phase. Nach der Derbyniederlage gegen Bad Tölz am Freitag zieht er auch in Lindau beim Vorletzten den Kürzeren.

Lindau – Was ist los mit dem SC Riessersee? Plötzlich taumelt er mehr durch die Eishockey-Oberliga Süd, als dass er irgendwie sattelfest wirkt. Der Derbypleite am Freitag (siehe Artikel unten) folgte gestern am späten Nachmittag eine nicht unverdiente 3:4-Niederlage beim Vorletzten in Lindau.

Blickt man zurück, begann das Unheil wohl in Landsberg. Eine taktisch vogelwilde Vorstellung, die damals allerdings noch mit einem 9:6-Erfolg belohnt worden war. Vielleicht des Guten zu viel. Körperlich und kämpferisch nicht ganz auf der Höhe präsentierte sich der SCR dann schon gegen die Tölzer Löwen, der Auftritt in Lindau aber wirkte 40 Minuten lang unerklärlich verklemmt, gehemmt. Logisch: Personell wurde der Kader in den vergangenen Tagen immer stärker dezimiert. Doch: Es fehlt eher an Grundelementen wie dem Zweikampfverhalten, einem kontrollierten Spiel in der eigenen Zone. Das Team wirkt ausgelaugt. Und das wird eben auch beim Vorletzten bestraft. Ein lockeres Punkteabholen, das gibt es in der Oberliga nicht. Mussten am Sonntag auch Memmingen und Deggendorf erfahren, die ihre Zähler in Passau und Landsberg liegen ließen.

Weitere Ausfälle dezimieren den Kader

Doch zunächst das medizinische Bulletin: Zu den bereits bekannten Ausfällen von Ryker Killins und Christoph Eckl gesellten sich nach der Tölz-Partie auch Sebastian Cimmerman und Marlon Wolf. Obendrein hatte Ville Hyvärinen nach der Schlusssirene des Derbys noch eine Spieldauerdisziplinarstrafe aufgebrummt bekommen. Höchst umstritten: Der Finne schlenzte nach Ende den Puck in Richtung Schiedsrichter, wie das während eines Drittels viele Male passiert. Doch die Unparteiischen werteten dies als Unsportlichkeit, als Kritik, als Unbeherrschtheit. Schon fehlte der Verteidiger.

Viele Fehlpässe, lasche Zweikämpfe, zu langsam am Mann - SCR wirkt seltsam schwerfällig

Damit waren’s hinten lediglich fünf Mann. Und obwohl der SCR immer noch genug Qualität aufs Eis brachte, wirkte er am Sonntag am Bodensee seltsam schwerfällig, kam nicht in die Zweikämpfe. Wie in Landsberg wurden dem Gegner viele Torschüsse gestattet, gab es viele Fehlpässe im Aufbau, die nie eine Sicherheit aufkommen ließen. Die Folge: Lindau, das keineswegs brillierte, sondern ehrlich, einfach und wacker arbeitete, bekam eine Chance nach der anderen serviert. Ein Schussverhältnis von 26:15 gegen die Riesserseer nach 40 Minuten sprach Bände.

Und wieder fielen auch reichlich einfache Tore: Daniel Steifenhofer schlenzte den Puck mit der Rückhand eher pro forma in Richtung Kasten, die Scheibe rutschte durch zum 1:0. Kurz drauf einfacher Scheibenverlust des SCR in Überzahl, und Florian Lüsch trifft aus der Distanz ins Kreuzeck. Da sah auch der sonst solide Michael Boehm nicht gut aus.

Drei Treffer der Paradereihe reichen nicht zu einem Erfolg

Die Offensivaktionen beim SCR gingen in erster Linie von der Paradereihe aus, oder zu Beginn auch vom nimmermüden Youngster Veit Oswald, der alles versuchte, alleine aber auf verlorenem Posten stand. Nach Treffern von zweimal Robin Soudek und Lubor Dibelka kam kurzzeitig sogar Hoffnung auf ein positives Ende auf. Doch so schnell der SCR vorne gelegen hatte, so flott drehte Lindau die Begegnung wieder. Da waren sie einmal mehr, die Erinnerungen ans Landsberg-Spiel. Lindau brauchte zwei Minuten – und lag vorne.

Der Unterschied zu Landsberg: Diesmal fanden die Riesserseer keinen Weg zu einer erneuten Wende. Trotz eines Sturmlaufs im Schlussabschnitt, trotz Dauerfeuer auf Leon Doubrawa im Lindauer Kasten. Die Scheibe wollte nicht rein, auch weil sich die Lindauer in jeden Schuss warfen, blockten, was das Zeug hielt. Die Punkte blieben am Bodensee.

Und das nicht unverdient, wie Coach Pat Cortina hinterher einräumte. „Lindau war über 60 Minuten besser.“ Seit der Landsberg-Partie „haben wir unser Spiel verloren“. Nun müsse wieder „das richtige Gleis“ gefunden werden. Den Schlussabschnitt wertete Cortina als guten Ansatz. „Aber das müssen wir über 60 Minuten bringen.“

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