Ab nach Kaufbeuren: Auch Bernhard Ebner verlässt den SC Riessersee. foto: bse-pictures

Aufsichtsrat entscheidet über Rückzug

Garmisch-Partenkirchen - Die ESBG beschäftigt sich in den nächsten Tagen mit dem Wunsch des SC Riessersee, in der Oberliga spielen zu wollen

Wie genau sieht die Besetzung der 2. Eishockey-Bundesliga in der kommenden Saison aus? Eine Frage, die Ligenleiter Oliver Seeliger noch nicht endgültig beantworten kann. „Die bisherigen Zweitligisten müssen ihre Unterlagen bis 31. Mai einreichen. Also ist noch etwas Zeit“, sagt Seeliger. Wackelkandidaten sind der EHC München, der immer noch hofft, als Zweitliga-Meister in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) aufgenommen zu werden, und der SC Riessersee, der bereits angekündigt hat, nur in der Oberliga antreten zu wollen. „Etwas anderes kommt für mich nicht in Frage, es gibt keine Alternative“, macht SCR-Geschäftsführer Ralph Bader deutlich. „Ich werde mich keinesfalls für die 2. Liga bewerben und dafür auch keine Unterlagen einreichen.“

Der Rückzug in die Drittklassigkeit ist allerdings nur möglich, wenn den der Aufsichtsrat der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) erlaubt. Die Gründe für den freiwilligen Abstieg hat Bader in einer schriftlichen Stellungnahme bereits dargelegt, jetzt soll er dies auch mündlich tun. Die ESBG hat sein persönliches Erscheinen gefordert. „In den nächsten Tagen soll es einen Termin geben“, erklärt Bader. Die Bewerbungsfrist beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB), unter dessen Dach die neue Oberliga läuft, hat er verstreichen lassen, ohne dass Konsequenzen zu befürchten sind. Der DEB habe den 15. Mai „nur als Wunschdatum genannt“.

Sollten Seeliger und Co. Baders Argumente, die allein darauf abzielen, den Eishockey-Standort Garmisch-Partenkirchen zu erhalten, als stichhaltig empfinden und ihren Vorstellungen entsprechen, ist die Zukunft des SC Riessersee freilich nicht gesichert. Im Klartext: Die Finanzlücke, die die abgelaufene Zweitliga-Saison gerissen hat, ist noch immer nicht geschlossen. „In den vergangenen 14 Tagen hat sich in dieser Hinsicht nicht viel getan“, räumt Bader ein. Ein Schweigegelübde zur wirtschaftlichen Situation hat sich Marcus Wolsdorf auferlegt. Der stille Gesellschafter, der viel private Mittel in den SC Riessersee investiert hat, möchte sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern. Er bittet, sich zum aktuellen Stand der Dinge „bei Herrn Bader als offiziellen Vertreter der GmbH zu erkundigen“.

Die Hoffnungen, dass sich das fehlende Geld auftreiben oder umschulden lässt, lebt. Deshalb kümmert sich Bader mittlerweile auch um Personaldinge. „Ich muss einfach zweigleisig fahren.“ Erste Ansprechpartner waren für ihn deutsche und einheimische Spieler, die jener Mannschaft angehörten, die in der vergangenen Saison Platz sieben in der Zweitliga-Punkterunde belegt hatte. „Ich wollte einfach ausloten, welche Pläne sie haben und ob diese mit unseren vereinbar sind.“ Mit Bernhard Ebner braucht er sich nicht noch einmal an den Verhandlungstisch zu setzen. Das 19-jährige Eigengewächs hat sich gegen den SC Riessersee und für den ESV Kaufbeuren entschieden. Der Verlust des Verteidiger-Talents schmerzt Bader. „Ich hatte fest mit ihm gerechnet.“ Ein bisschen kann er Ebners Entschluss allerdings verstehen. „Er will halt weiter in der 2. Liga spielen.“ Angefreundet mit der Drittklassigkeit haben sich anscheinend Sepp Lehner und Tim Regan. Nach Gesprächen mit den beiden Routiners hat Bader den Eindrick, „dass sie bleiben wollen, auch in der Oberliga“.

Peter Reinbold

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