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Schwerstarbeit fürs Leichtgewicht: SCR-Verteidiger Julian Eichinger (r.) bekämpft Dresdens Arturs Kruminsch.

Kaderplanung

Bader der Baumeister

Garmisch-Partenkirchen - Manager des SC Riessersee bastelt weiter am Kader für die neue Saison: Verteidiger Eichinger verlängert seinen Vertrag.

Während bei den DEL2-Konkurrenten EV Landshut und den Starbulls Rosenheim der Ausverkauf beginnt, bindet der SC Riessersee junge und talentierte Spieler weiter an sich. Der EV Landshut verliert für die kommende Saison Stephan Daschner (Düsseldorf), Stephan Kronthaler (Wolfsburg), Fabio Wagner (Ingolstadt), außerdem hat der Deutsch-Tscheche Martin Davidek vier Angebote vorliegen, auch Riley Armstrong wurde bereits von DEL-Spionen beobachtet. Die Rosenheimer müssen in Zukunft auf Verteidiger Robin Weihager – er wechselt in die Eliteliga nach Krefeld – verzichten, Stürmer Norman Hauner hat DEL-Angebote erhalten. Der SCR hingegen bastelt daran, seine hoffnungsvollen Talente längerfristig an sich zu binden. Nach Maximilian Kastner hat Julian Eichinger (22) seinen Vertrag verlängert. Über die Laufzeit schweigt sich Riessersees Manager Ralph Bader aus. „Er hat verlängert, das muss reichen.“

Dabei wäre es ein Gebot der Stunde, den Füsssener längerfristig an den SCR zu binden. Dafür gibt es mehrere Gründe: Deutsche Verteidiger von Klasse sind ähnlich rar wie die Blaue Mauritius und deshalb heiß begehrt. Zudem wird die DEL 2 für die kommende Saison die Zahl der ausländischen Profis auf vier begrenzen. „U23-Spieler, die Qualität besitzten, werden dann noch wichtiger als heute“, sagt Krinner. „Darum freut es mich besonders, dass er bleibt.“ Dass Eichingers Leistungsexplosion der finanzstarken Konkurrenz nicht verborgen geblieben ist – auch einer der Triebfedern von Bader und Trainer Toni Krinner mit ihm schnell zum Abschluss zu kommen.

Die Beziehung zwischen Krinner und Eichinger ist eine besondere. Leute, die nahe am Team sind, meinen, der Abwehrmann sei der Lieblingsschüler des 46-jährigen Übungsleiter. Das stellt Krinner allerdings in Abrede: „Ich behandle alle Spieler gleich.“ Die Bezeichnung Musterschüler beschreibt das Verhältnis wohl besser. Eichinger nimmt Krinners Analysen an und setzt um, was der Trainer verlangt. „Es ist schön, einen Spieler zu entwickeln und zu formen“, räumt der A-Schein-Inhaber ein.

Dabei ist die Verbindung Julian Echinger/SC Riessersee eher zufällig entstanden. Eichinger war nach der Insolvenz der Hannover Indians auf der Suche nach einem neuen Job. Die Arbeitgeber standen nicht gerade Schlange, denn bei den Hannoveranern war er über die Rolle eine Teilzeitkraft nicht hinausgekommen. Selbst Krinner, zur damaligen Zeit Trainer des DEL-Clubs Hannover Scorpions, war er kein Begriff. Als Eichinger beim SCR um eine Probetraining nachsuchte, waren sowohl Bader als auch Krinner einverstanden, wollten ihm allerdings keine Hoffnung auf eine Verpflichtung machen. Die Eindrücke während der Vorbereitung waren allerdings derart positiv, dass Eichinger zunächst einen Drei-Monatsvertrag erhielt, der wenig später in eine Festanstellung umgewandelt wurde. „Die Entwicklung, die er genommen hat, ist sensationell. Er gehört zu unseren Top-10-Spielern“, unterstreicht Bader. Und Krinner glaubt, dass Eichingers Potenzial noch längst nicht ausgereizt ist, er über kurz oder lang sogar in der Deutschen Eishockey-Liga landen könnte. „Das Talent hat er.“ Was noch fehlt: Mit etwas mehr als 70 Kilogramm zählt er eher zu den Leichtgewichten. In einer Liga, in der großer Wert auf das Körperliche gelegt wird, ein Manko. Krinners Rat. „Er muss Muskelmasse zulegen. Dann ist er sicher ein Kandidat für die DEL.“

Mit Eichinger, Maximilian Kastner und Routinier Tim Regan besitzen jetzt schon drei SCR-Profis einen Kontrakt für die kommende Saison. Weitere sollen in den kommenden Wochen folgen. Nur während der Playoffs will Bader der Baumeister die Personalgespräche ruhen lassen. In der Vergangenheit hatte er lediglich in Ausnahmefällen Verträge während der laufenden Spielzeit verlängert. Heuer ist alles anders. „Dahinter steht ein Konzept“, sagt er. „Wir haben endlich ein Team mit Perspektive, das wir weiter entwickeln wollen. Deshalb planen wir schon etwas früher.“ Allerdings weiß er auch, dass es ihm nicht gelingen wird, alle Spieler weiter zu verpflichten, die er halten will. „Es gibt sicherlich welche, die sich für andere Clubs entscheiden werden.“ Siehe die Beispiele EV Landshut und Starbulls Rosenheim.

Peter Reinbold

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