George Kink und seine Spieler bei einer Besprechung an der Bank.
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„Jungs, Planänderung“: George Kink (r.) und seine Spieler können heuer nicht auf den Spielplan vertrauen.

SC Riessersee spielt heute gegen die Eisbären Regensburg

Bleistift statt Meißel

  • vonPatrick Hilmes
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Flexibilität heißt heuer das Zauberwort für die Eishockey-Oberligisten und somit auch für den SC Riessersee. Und der SCR zeigt sich flexibel, anstatt gegen Lindau treten die Garmisch-Partenkirchner am heutigen Dienstag bei den Eisbären Regensburg an.

  • Spitzenspiel zwischen Regensburg und Riessersee
  • Nur noch sechs von 13 Teams spielen derzeit
  • Ebenso viele Spiele wie stattgefunden haben wurden auch abgesagt

Garmisch-Partenkirchen – Schön war’s sonst immer. Struktur hatte es sonst immer. Planbarkeit gab’s immer. Der SC Riessersee spielt an Tag x gegen Mannschaft y zur Uhrzeit z. Ganz einfach. Für die gesamte Saison genau durchgetaktet. Dann wird daheim Rosenheim empfangen, dann steht der Fight auswärts in Memmingen an, dann gehts weiter mit der Partie gegen Deggendorf. So einfach war’s die vergangenen Jahre. Fragen wie: Wer trifft auf wen? Wann und wo wird gespielt? Die konnten immer leicht beantwortet werden. Ein Blick auf den Spielplan genügte. Tage-, wochen-, monatelang war alles quasi in Stein gemeißelt. Mittlerweile ist das nicht mehr so einfach. Mittlerweile hat sich eine andere, viel essenziellere Frage dazugesellt: Wer darf eigentlich noch und wer nicht? In Stein gemeißelt wird heuer nichts mehr. Bleistift und Papier werden zur Hand genommen. Direkt daneben liegt das Radiergummi. Denn von der Planbarkeit hat man sich in der Eishockey-Oberliga Süd verabschieden müssen. Der Spielplan kann in den Papierkorb wandern. Flexibilität heißt das neue Zauberwort.

Nur noch sechs von 13 Mannschaften spielen derzeit

Die Mannschaften aus Rosenheim, Höchstadt, Lindau und Landsberg befinden sich mittlerweile aufgrund mehrerer positiver Fälle in Quarantäne. Passau und Deggendorf haben bisher vermeldet, dass es je einen Spieler erwischt hat – weitere Testergebnisse stehen noch aus. Peiting hat sich vorsichtshalber selbst eine Quarantäne verordnet, da mittlerweile bekannt wurde, dass sich beim letzten Gegner Höchstadt mehrere Akteure mit dem Corona-Virus infiziert haben. Die Übriggebliebenen: Füssen, Selb, Memmingen, Weiden, Regensburg und Riessersee. Sechs von 13 Mannschaften, die Stand jetzt spielen dürfen. Die Ligenleitung ist daher fleißig am Schreiben, mit Bleistift, oder eben digital. Das Radiergummi und die Löschtaste auf der Tastatur werden derzeit stark beansprucht. Täglich schaut der Spielplan anders aus. Immer wieder wird bei den Paarungen geswitcht. Radiert wurde auch die Partie des SCR gegen Lindau, ebenso wie das Spiel Regensburg gegen Passau. Neu geschrieben wurde das Spitzenduell, dass heute ab 20 Uhr stattfindet. Die Eisbären Regensburg empfangen die Garmisch-Partenkirchner. Erster gegen Zweiter. Wobei die Tabelle wenig Aussagekraft besitzt. Schon jetzt ist sie nur noch ein Stückwerk. Schlusslicht Passau hat erst zwei Spiele absolviert, der SCR und Weiden derweil schon fünf.

22 Spiele konnten stattfinden, 22 wurden bereits abgesagt

„Das reinste Chaos“, klagt Pana Christakakis. Der Geschäftsführer der Weiß-Blauen ist aber wie auch George Kink froh, dass das Team heute in Regensburg antreten kann. „Jammern hilft nicht. Immerhin dürfen wir spielen“, betont der Coach. „Alle Vereine haben gewusst, das ein geregelter Verlauf nicht möglich sein wird.“ Doch die Wenigsten hatten wohl damit gerechnet, dass es die Liga gleich zu Beginn so hart treffen würde. 22 Spiele konnten bis dato stattfinden, 22 Partien sind mittlerweile abgesagt.

Nur zwei Duelle am Dienstag

Für den heutigen Dienstag sind lediglich zwei Duelle angesetzt. Neben dem SCR und Regensburg wollen auch Füssen und Memmingen antreten. Für morgen steht noch die Begegnung zwischen Deggendorf und Selb auf dem Plan. Anpfiff unsicher. Das gilt auch für die Riesserseer am Freitag. Angedacht war das Heimspiel gegen Höchstadt. Der SCR will spielen, ob und gegen wen ist fraglich.

SCR will so oft spiele wie möglich

Dasselbe gilt auch für Sonntag, 22. November. Eigentlich haben Kink und Co. an diesem Tag frei. Doch sie wollen aufs Eis, quasi als Präventivmaßnahme. „Wir wollen so viel spielen, wie wir können. Wer weiß, wann es uns wieder erwischt“, sagt Christakakis. Der Geschäftsführer weiß, von der Planbarkeit muss man sich heuer verabschieden. Bleistift und Radiergummi sind die benötigten Hilfsmittel. Hammer und Meißel bleiben bis auf Weiteres im Werkzeugkasten.

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