DEB contra ESBG: Ralph Bader in der Rolle des Mediators

München -

Die Juristendichte war fast so hoch wie die Quadratmeterzahl des kleinen Saals im Landgericht München I. Den drei Berufsrichtern saßen acht Anwälte gegenüber - je vier auf Seiten des Klägers und der Beklagten. Und mittendrin Ralph Bader, der Geschäftsführer der SC Riessersee Eishockey Vermarktungs GmbH. Bei diesem Prozess, in dem sich der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) und die Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft ESBG, die die 2. Bundesliga organisiert, handelte es sich nicht um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder ein Weiterbildungs-Seminar für Anwälte, und Bader hat auch nicht den Beruf gewechselt - aber er stand als Nebenkläger auf der richtigen Seite, auf der des Punktsiegers.

In der Verhandlung, die der DEB angestrengt hatte, machte die Vorsitzende Richterin Forstner klar, dass ihrer Meinung nach der Verband weiter seine vollen Stimmrechte von 370 bei Sitzungen der ESBG benützen kann, die deren Geschäftsführer Alexander Jäger selbstherrlich auf 20 beschnitten und damit den DEB quasi entmachtet hatte (wir berichteten).

Neben der Richterin wirkte vor allem Bader mäßigend auf die Anwälte beider Parteien ein. Und schließlich brachte der 48-Jährige Garmisch-Partenkirchner, der sonst eher einen Ruf als Poltergeist besitzt und dem wenig diplomatisches Geschick nachgesagt wird, jenen Vorschlag ein, der dazu beitragen kann, dass beide Seiten, die sich unversöhnlichen gegenüber standen, eine Lösung finden. Seine Rolle als Mediator spielte Bader fast perfekt. Für den 5. Januar 2013 ist eine Gesellschafterversammlung terminiert. Bader regte an, dass sich DEB- und ESBG-Spitzen im Vorfeld treffen sollten, um die Unstimmigkeiten aus der Welt zu räumen. „Das muss doch möglich sein“, sagte er. Und es war möglich. Sowohl DEB-Präsident Uwe Harnos als auch ESBG-Geschäftsführer Jäger stimmten zu, wenn auch sichtlich widerwillig und um dem Gericht ihren guten Willen zu demonstrieren. „Wir müssen versuchen, zu einer konstruktiven Lösung zu kommen“, meinte Uwe Harnos. Um den Kreis klein zu halten, schlug Bader vor, ihn auf maximal vier Personen je Partei zu begrenzen, „wenn möglich ohne Anwälte“. Bader wird nicht zur DEB-Delegation gehören, obwohl er sich durch seine besonnene Art dafür qualifiziert hat. Viel deutet darauf hin, dass sich am 19. Dezember wieder die Hardliner gegenübersitzen, zu denen Harnos und Jäger zählen. Wie groß die Antipathie ist, wurde nach der Sitzung deutlich. Nach kurzer Zeit erreichte das Gespräch die Phonstärke eines startenden Düsenjets. Um zu schlichten war Bader nicht mehr im Saal. Gelungen wäre es im diesmal wohl nicht. prei

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