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Beifall zum Abschied vom Trainer: Verteidiger Peter Kathan (l.) macht als Eishockey-Profi Schluss.

Danish Dynamite zündet weiter

Garmisch-Partenkirchen - SCR-Manager Ralph Bader verlängert Vertrag mit Stürmer Morten Lie - Verteidiger Peter Kathan beendet Karriere

Der Bart ziert noch immer das Gesicht von Toni Krinner, obwohl die Playoffs für den SC Riessersee seit Freitag Vergangenheit sind. Der SCR-Trainer hat ihn noch nicht abgenommen, „weil der Frust zu tief sitzt. Ich bin noch nicht bereit dazu“. Auch die meisten Spieler tragen noch Bart. Nur einer, der die komplette Saison die Haare in seinem Gesicht wuchern ließ, wirkt fast nackt, bei der Abschiedsfeier der Mannschaft gestern mit den Fans in den Katakomben des Olympia-Eisstadions. Nur die roten Haare haben dieselbe Länge wie immer. Der Rübezahl-Bart und die rote Lockenpracht: Acht Monate lang das Marken- und Erkennungszeichen von Morten Lie, dem dänischen Wirbelwind, der bewies, dass danish Dynamite auch auf dem Eis zünden kann. Der 28-Jährige, der zu Saisonbeginn wie Torwart Bryan Hogan vom Erstligisten Fredrikshaven White Hawks zum SC Riessersee gekommen war, zeigte nicht nur wegen seiner 19 Tore und seiner 40 Vorlagen, dass seine Verpflichtung ein Glücksgriff war. Vor allem wegen seiner Art, Eishockey zu arbeiten und zu kämpfen, haben ihn die Fans in Herz geschlossen. Und nicht nur die. Auch SCR-Manager Ralph Bader und Krinner haben ein Faible für Lie. Gestern gab Bader die Vertragsverlängerung mit dem Rechtsaußen bekannt.

Einig ist er sich mit Lie schon lange. Anfang Januar hatte er ihm ein Angebot unterbreitet, das Lie ohne langes Zögern annahm. „Ihm gefällt es bei uns. Andere Clubs waren für ihn kein Thema“, sagt Bader, der ihn einen Eckpfeiler nennt, „um den man eine Mannschaft formen kann“. Und Krinner stimmt in die Lobeshymne ein. „Er verkörpert 1:1 unsere Mentalität. Und die heißt Kampf und Leidenschaft.“ Doch nicht nur das. Lie ist Teil des SCR-Wundersturms, zu dem noch Maximilian Kastner und Andrew Bohmbach zählen. Diese Drei brachten es zusammen auf 72 Tore und erzielten damit mehr als die Hälfte aller SCR-Treffer. Schon seit geraumer Zeit steht fest, dass auch Maximilian Kastner dem SC Riessersee zumindest eine weitere Saison erhalten bleibt. Zwei Drittel des dynamischen Trios haben zugesagt, ob auch Bohmbach weiter das weiß-blaue Trikot tragen wird , steht noch nicht fest. „Wir werden uns in den kommenden Tagen mit allen Spielern noch einmal unterhalten“, sagt Krinner. Allerdings gilt es, bei den Kontingentspielern genau abzuwägen, da die DEL2-Clubs beschlossen haben, ab der kommenden Saison die Ausländerzahl auf vier zu reduzieren. Lie scheint über jeden Zweifel erhaben zu sein. „Wir wissen, was wir an ihm haben“, sagt Bader.

Was sie an Peter Kathan (32) hatten - auch das wissen Geschäftsführer und Trainer. Mit dem Ausscheiden aus den Playoffs ist die Karriere des Verteidigers zu Ende gegangen. Zusammen mit seinem Partner Daniel Hilpert hatte er in der SCR-Abwehr Beton angerührt. Diese Fähigkeit will er jetzt auch in seinem neuen Leben ohne Eishockey nutzen. Er absolviert eine Umschulung zum Verfahrensmechaniker. „Die mache ich in einem Betonwerk“, sagt er. Wenn er dort seine Arbeit ebenso zuverlässig verrichtet wie in dieser Saison seinen Job als Verteidiger, dann dürfte nichts schief gehen. Eine Rückkehr aufs Eis, selbst bei seinem Heimatverein EC Bad Tölz - für ihn unvorstellbar. „Beruf und Familie reichen mir.“ Dabei hatte er nach einer schwachen Spielzeit 2012/13 bewiesen, was in ihm steckt. Kathan stellte seine Ernährung um, arbeite besessen im Sommertraining und erwarb sich durch seine tadellose Leistung Anerkennung bei Mitspielern und bei Krinner. „Er wird uns fehlen. Auf dem Eis und in der Kabine - weil er ein Führungspersönlichkeit war.“

Peter Reinbold

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