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Das verflixte zweite Drittel

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Von: Patrick Hilmes

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Memmingens Daniel Huhn feiert das 2:2, während Felix Linden und Co. nicht glauben können, dass sie ihr Vorsprung schon dahin ist.
Ausgleich: Memmingens Daniel Huhn feiert das 2:2, während Felix Linden und Co. nicht glauben können, dass sie ihr Vorsprung schon dahin ist. © Andreas Mayr

8:22 Tore: So liest sich die bisherige Saison-Statistik des Eishockey-Oberligisten SC Riessersee im zweiten Drittel. Der Mittelabschnitt ist den Weiß-Blauen auch im Heimspiel gegen Memmingen zum Verhängnis geworden.

Starkes erstes Drittel des SCR

Garmisch-Partenkirchen – Was haben schlechte Angewohnheiten so an sich? Sie sind schwierig abzulegen. Das gilt auch für den Eishockey-Oberligisten SC Riessersee. Im Freitagsspiel daheim gegen den ECDC Memmingen wurde dem SCR wieder das zweite Drittel zum Verhängnis. Das Endresultat: 2:5. Dabei sah alles zunächst so rosig aus für die Gastgeber. Nach hektischer Phase wurde langsam der Memminger Plan sichtbar: aggressives Forechecking, den SCR keine Ruhe und keinen Platz im Spielaufbau gönnen. Doch das klappte nur bedingt. Die Weiß-Blauen wussten sich und die Scheibe zu behaupten. Anton Radu setzte die erste Duftmarke, sein Bruder Thomas ließ wenig später das erste Tor folgen. Mit einer schönen Bewegung entledigte er sich seines Gegenspielers und ließ den Puck ins Netz segeln (9.). Das war genau nach dem Geschmack von Coach Pat Cortina: Scheibengewinn, schneller und unkomplizierter Aufbau, direkter Abschluss in Schussposition. Dank Daniel Allavenas Maske und mit freundlicher Unterstützung des Aluminiums blieb anschließend der Ausgleich in Unterzahl aus. Hingegen gelang dem SCR der erste Shorthander dieser Saison durch Simon Mayr. Zwar ließ das eigene Überzahlspiel wieder zu wünschen übrig, doch wer wollte sich zu diesem Zeitpunkt bei einer 2:0-Führung gegen den Tabellenzweiten schon beschweren? Die Garmisch-Partenkirchner lieferten ein starkes erstes Drittel ab. Abzüge gab es lediglich in der B-Note aufgrund mancher schlampiger Pässe.

Plötzlich ist das Selbstvertrauen weg

Die waren im zweiten Drittel – das verflixte des SCR – das geringste Problem. Die Weiß-Blauen kamen nicht nur von ihrem Weg ab, sie verloren ihn komplett aus den Augen und irrten auf dem Eis umher. Warum? Weil das gerade erst gewonnene Selbstvertrauen ruck zuck wieder weg war. Goalie Allavena sah einen Schuss erst, nachdem der Puck von seiner Maske vor die Füße von Ludwig Nirschl fiel. Das 2:1. Das 2:2 durch Daniel Hun folgte nichtmal zwei Minuten später. Memmingen war fortan am Drücker, der SCR mit dem Kopf scheinbar noch in der Kabine. In der Folge durften sich die Weiß-Blauen bei Allavena bedanken, der mehrfach den Spielverderber für den ECDC mimte. So hielt er seine Vordermänner zwar vom Ergebnis her in der Partie, mehr aber nicht. Das erkannte auch Cortina. „Memmingen hat sein Level erhöht, wir nicht.“ Denn nun zeigte das Forechecking der Gäste Wirkung. Schnelle Scheibenverluste, kaum mal ein strukturierter Angriff. Und wenn doch mal Michael Knaub oder Robin Soudek gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse auftauchten, bewahrte Goalie Marco Eisenhut die Gäste vor dem neuerlichen Rückstand. Hingegen durften sich Eisenhut und Co. kurz danach über die erste Führung freuen. Geduldig warteten sie ihm Powerplay, bis sich der perfekte Slot vor dem SCR-Gehäuse auftat und Jaroslav Hafenrichter frei war (32.).

Memmingen geht vom Gas, Riessersee kann es nicht ausnutzen

Noch im zweiten Drittel hätte Memmingen den Riesserseern das vierte Gegentor einschenken können. Da Allavena aber ihnen auf gut Deutsch den Arsch rettete, blieb die saisonübergreifende Statistik des SCR im Mittelabschnitt bei 8:22 Toren. Es folgte das vermeintlich starke Drittel der Gastgeber. Oftmals in dieser Spielzeit wusste der SCR in den finalen 20 Minuten zu überzeugen. Nicht so an diesem Tag. Memmingen blieb das dominante Team und stellte in Minute 49 aus ihrer Sicht auf 4:2. Die Entscheidung. Anschließend nahm der ECDC den Fuß vom Gas und wechselte in den Verwaltungsmodus. Konnten sich die Gäste erlauben, weil das Selbstvertrauen der Weiß-Blauen dahin war. Sie mühten sich, gaben nicht auf, doch als größter Erfolg musste verbucht werden, das eine einminütige Drei-gegen-Fünf-Phase schadlos überstanden wurde. In den finalen Minuten näherten sich die Gastgeber zwar nochmals dem dritten Treffer. Doch hingegen beendeten die Memminger die Partie mit ihrem fünften Tor ins verwaiste SCR-Gehäuse.

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