Florian Vollmer auf dem Eis, vor ihm ein Schiedsrichter.
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Eine Karriere in weiß-blau: Florian Vollmer bestreitet heute sein 737. Spiel für den SCR.

SCR hat noch fünf Partien zu bestreiten – Vollmer könnte Rekordspieler werden

Der Endspurt beginnt

  • vonPatrick Hilmes
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749 Partien für den SC Riessersee. Das ist die Rekordmarke, die Ignaz Berndaner aufgestellt hat. Florian Vollmer könnte ihn ablösen, dafür müsste der SCR aber in den Playoffs weit kommen.

Garmisch-Partenkirchen – Die Hauptrunde in der Eishockey Oberliga Süd neigt sich langsam, aber sicher dem Ende entgegen. Der SC Riessersee hat nur noch fünf Spiele vor der Brust. Und mit der Hauptrunde neigt sich auch immer mehr der Rekord von Ignaz Berndaner dem Ende entgegen. Die SCR-Legende hat im weiß-blauen Trikot sage und schreibe 749 Partien absolviert.„Den überholt niemand mehr“, dürften sich die meisten gedacht haben. Doch noch heuer könnte die Marke geknackt werden. Von wem? Natürlich von Florian Vollmer.

VON PATRICK HILMES

Der Kapitän der aktuellen Mannschaft absolviert heute Abend beim EV Lindau sein 737 Spiel für den Altmeister aus Garmisch-Partenkirchen. Will er noch heuer Rekordspieler werden, muss Vollmer mit dem SCR weit in den Playoffs kommen. Nach der Hauptrunde fehlen ihm noch neun Spiele, um das nächste Jubiläum (750 Partien) zu feiern und Bernander von der Spitze abzulösen. Da heuer in den Playoffs best-of-five-Serien gespielt werden, müsste es Riessersee entweder im Viertel- und Halbfinale spannend machen oder gar ins Finale einziehen. Vollmer hat einen klaren Wunsch: „Lieber weit kommen“, betont er schmunzelnd. Gedanken über seinen Rekord macht er sich aber keinesfalls. Wie viele Spiele er schon absolviert hat, wusste er gar nicht genau. „Es wäre natürlich eine schöne Sache und eine Ehre, aber ich habe mir noch nie etwas aus Statistiken gemacht.“ Sollte es heuer nicht mehr gelingen, bleibt ihm ja theoretisch noch die nächste Saison. Doch in diesem Punkt lässt sich Vollmer nicht in die Karten schauen. „Das lasse ich mir bis nach der Saison offen.“ Generell vorstellen könnte er sich aber eine weitere Spielzeit beim SCR.

Anstatt auf die nächste Saison und den möglichen Rekord konzentriert sich der Kapitän auf die Mannschaft und die restlichen Spiele in der Hauptrunde. Das Ziel ist, Platz vier in der Tabelle zu verteidigen. Die Top drei – Regensburg, Selb und Rosenheim – sind außer Reichweite. Der Blick geht nach unten, denn Höchstadt und Deggendorf sind Garmisch-Partenkirchen auf den Fersen. Und auch der EC Peiting hat seine Playoff-Ambitionen noch nicht begraben.

Mit Platz vier würde der SCR im Viertelfinale den drei Favoriten aus dem Weg gehen. Doch Vollmer warnt, denn er sieht eine weitere Mannschaft auf diesem Level. „Deggendorf gehört für mich auch dazu.“ Zudem hält er wenig davon, in puncto Tabellenplatz zu taktieren. „So etwas geht meistens schief. Daher sollte man sich darauf konzentrieren, was man selbst in der Hand hat.“ Und das ist eben der vierte Rang.

Dieses Ziel soll erreicht werden, egal wie. Darauf komme es letztendlich nicht an, betont Vollmer. „Die letzten Spiele wie gegen Landsberg oder Passau sind nicht der beste Maßstab, wir haben auch nicht überragend gespielt. Aber am Ende zählen nun mal die Punkte.“ Die blieben gegen Memmingen aber aus, „dabei haben wir ein besseres Spiel gemacht als zuvor“.

Trotz der guten Punkteausbeute ist der SCR noch nicht in Top-Form. Hinderlich sei auch der derzeitige Rythmus, sagt Vollmer. Ein Spiel am Freitagabend, dann darf der SCR wieder eine Woche lang warten. So auch nach dem heutigen Spiel in Lindau.

Zudem befindet sich die Mannschaft noch mit dem neuen Coach Ron Chyzowski in der Findungsphase. „Jeder Trainer ist anders, setzt den Fokus anders, gibt einem neuen Input und holt einen raus aus der Komfortzone.“ Diesen Punkt bezieht der 36-Jährige auf die Trainingsübungen. Unter George Kink hatten sich Vollmer und Co. an die Einheiten gewöhnt. „Man wusste einfach schon, wie die Übungen funktionieren.“ Nun ist alles ein bisschen anders.

Eines ist aber wie schon unter Kink geblieben. Auch der neue Coach sucht oftmals das Gespräch mit den arrivierten Kräften wie Uli Maurer und Vollmer. „Als Trainer ist es schwierig, wenn man alleine ist und keinen Co-Trainer hat. Da ist es umso wichtiger, sich mit Spielern wie Uli und mir auszutauschen.“ Das sieht Chyzowski ebenso: „Das sind die Führungspersonen im Team. Ich schätze ihre Meinung und höre sie gerne, auch wenn ich am Ende entscheiden muss. Im Mannschaftssport ist der Dialog zwischen Trainer und Spielern enorm wichtig – insbesondere in den anstehenden Playoffs.“

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