Blick zurück auf 2009: Christian Winkler und Pat Cortina als Münchner Trainerduo.
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Blick zurück auf 2009: Christian Winkler und Pat Cortina als Münchner Trainerduo.

Der perfekte Deal

Vom DEL-Finale in die Oberliga: Pat Cortina neuer Trainer beim SC Riessersee

  • Christian Fellner
    VonChristian Fellner
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Man hat Gerüchte gehört, jetzt ist die Eishockey-Sensation perfekt: Pat Cortina, Ex-Coach des DEL-Finalisten Wolfsburg, wird neuer Trainer des SC Riessersee. Er sagt: „Es ist unglaublich hier, das passt genau zu mir.

Garmisch-Partenkirchen – So richtige Männerfreundschaften sind schon etwas Wert. Pat Cortina und Christian Winkler pflegen eine solche. Einst, das ist 15 Jahre her, da standen sie gemeinsam in München hinter der Bande. Arbeiteten auf ein Ziel hin: den EHC in die DEL zu hieven. Die Mission glückte. Sie erfüllten ihren Job. „Danach haben wir uns beide entwickelt, er als Manager, ich als Coach“, sagt Cortina. In verschiedenen Richtungen wohlbemerkt. „Aber wir haben uns nie aus den Augen verloren.“ Eine Beziehung, die von Freundschaft, aber auch Respekt geprägt ist.

Nun, jener Winkler, einst Torhüter beim SC Riessersee, nun Eishockey-Direktor bei Red Bull Sports, kontaktierte seinen Spezl und plauderte mit ihm über den SCR. Er schilderte ihm die Pläne, die unter der Alpspitze gedeihen. Etwas von 2024, etwas von der DEL2, etwas von Entwicklung. „Das hat sich gut angehört“, sagt Cortina heute, da er gerade den Vertrag beim Altmeister in der Oberliga unterzeichnet hat. „Auf Christian kann ich mich verlassen, wenn er sagt, das ist gut, dann passt das auch.“

SCR-Geschäftsführer Pana Christakakis: „Ich habe zunächst gedacht, der Christian verarscht mich“

Als das Interesse des 56-Jährigen geweckt war, kam Pana Christakakis ins Spiel. „Ich habe zunächst gedacht, der Christian verarscht mich, als er fragte, ob Pat Cortina ein Kandidat für uns wäre“, räumt der Geschäftsführer der SCR-GmbH ein. Der ehemalige Coach des DEL-Finalisten Wolfsburg, des aktuellen Deutschen Vizemeisters also. „Aber aus diesem Traum ist recht bald Ernst geworden“, sagt Christakakis. Im positiven Sinne.

Cortina war interessiert. Keine Frage. „Ich brauchte eine neue Herausforderung“, sagt er offen. Einen Anreiz. „Ich habe noch viel Energie in mir“, stellt er klar. Also kam es zu ersten Gesprächen. Cortina fuhr nach Garmisch-Partenkirchen. Und war beeindruckt. „Ich kenne diesen Verein, er hat eine große Tradition.“ Etwas davon bekam er hautnah zu spüren. „Ich stand in der Eishalle, sah die Trikots unterm Dach. Die Namen: Andi Raubal, Franz Reindl, die kenne ich alle.“

Intensive Gespräche und eine Trumpfkarte: Garmisch-Partenkirchen, die Umgebung, die Berge

Christakakis legte seine ganze Überzeugungskraft in die Waagschale. „Das waren intensive Gespräche, um einen DEL-Trainer in die Oberliga zu lotsen.“ Eines wurde ihm aber schnell klar. Cortina pokerte nicht, der meinte es ernst. „Und wenn zwei Seiten wirklich wollen, dann kommen sie am Ende halt auch zusammen.“

Eine Trumpfkarte hielten die SCR-Verantwortlichen in ihren Händen: Garmisch-Partenkirchen, die Umgebung, die Nähe zu Südtirol, die Berge – alles rund um das Olympia-Eissportzentrum. „Es ist unglaublich hier, das passt genau zu mir“, versichert Cortina. Eben auch, weil eine Tochter in München lebt, die Frau aus dem Fassatal kommt.

Pat Cortina als CSR-Coach: „Einer, mit dem wir etwas aufbauen können“

Damit ist klar: Der SCR hat einen Coach, einen namhaften. „Vor allem aber einen, mit dem wir etwas aufbauen können“, fügt Christakakis an. Das wollen die Verantwortlichen bekanntlich. Sie haben vor einigen Wochen erstmals bei einem Online-Fantalk über die Mission SCR2024 gesprochen. In drei Jahren würden die Macher gerne mit dem Klub zurück in die DEL2 kehren. „Pat ist der Mann, mit dem wir das umsetzen wollen, in unseren Augen der optimale Baustein.“

Daher ist der Vertrag auch gleich ein wenig langfristiger ausformuliert. Zwei Jahre plus eine Option auf eine dritte Saison. Eine Dauer, die Cortina taugt. „Ich will nichts Kurzfristiges mehr“, sagt er deutlich. „Hier kann man etwas aufbauen, und das wollen wir gemeinsam schaffen. Eine solche Aufgabe habe ich gesucht.“ Wichtig: Erfolgsdruck gibt es erst einmal keinen. Zumindest nicht von Vereinsseite. „Wir sagen nicht, jetzt ist Pat Cortina da, also werden wir Meister. Wir haben alles auf drei Jahre ausgelegt“, sagt der Geschäftsführer. Und der Coach ergänzt: „Wir haben ein ganzes Stück Arbeit vor uns, aber es ist wichtig, dass wir anpacken und immer so viel wie möglich erreichen.“

SC Riessersee: Wichtige Positionen im Kader noch offen

Zahlreiche wichtige Positionen im Kader sind noch offen. Cortina wird seinen Input liefern, um sie besetzen zu können. „Ich hoffe, dass wir gute junge Spieler finden, die nicht nur auf Geld schauen, sondern darauf, dass sie Eiszeit bekommen.“ Zum Beispiel auch vom Kooperationspartner aus München. „Diese Partnerschaft ist sehr reizvoll“, betont er. So wie offenbar das Gesamtpaket. Und Christian Winkler wird Cortina sicher auch wieder öfter treffen.

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