SCR-Spieler Uli Maurer auf der Bank und rümpft die Nase.
+
Das war gar nichts: Auch ein Uli Maurer hat gegen Selb nicht annähernd zu seiner Normalform gefunden.

Der SC Riessersee liefert bei den Selber Wölfen eine schwache Vorstellung ab

Eine lange Mängelliste

  • vonPatrick Hilmes
    schließen

Nichts wurde es mit dem vierten Sieg im vierten Spiel für den SC Riessersee in der Eishockey-Oberliga Süd. Bei den Selber Wölfen lieferte der SCR eine schwache Vorstellung ab und unterlag verdient mit 0:5.

Selb – Leichtsinniger Puckverlust von Uli Maurer, schlampiger Pass von Florian Vollmer, lausige Zweikampfführung von Simon Mayr und so weiter und so weiter und so weiter. Diese Aufzählung könnte beinahe endlos weitergeführt werden. Die Mängelliste des SC Riessersee im Spiel bei den Selber Wölfen war eine überaus lange. Mit 0:5 am Ende war der SCR sogar noch äußerst gut bedient.

Drei Siege zum Auftakt in der Eishockey-Oberliga Süd sollten eigentlich für eine breite Brust sorgen. Nicht so bei den Riesserseern. Von Beginn an lief nichts zusammen. Wie schon in den ersten drei Partien hatten die Mannen von Coach George Kink anfangs ihre Schwierigkeiten. Im Gegensatz zu den ersten drei Partien legten sie diese aber nicht im Laufe des Spiels ab. Ein Fehler folgte dem anderen. Okay, die Gastgeber waren bissig, äußerst gallig in den Zweikämpfen und stellten den SCR von der ersten Minute an mit ihrem Vorchecking vor Probleme. Und die waren an diesem Tag unlösbar für die Riesserseer.

Coach Kink relativierte die Vorstellung jedoch etwas: „Wir hatten in den ersten Spielen teils auch Riesenglück. Dass das mal endet, war auch klar.“ Da erneut aus München keine Unterstützung kam, stand wieder Sebastian Pfeuffer im Tor. Bei ihm konnten sich seine Mitspieler bedanken, dass es lediglich fünf Gegentreffer setzte. Nummer eins passte perfekt ins Bild. Selb überspielte die neutrale Zone, hatte aber eigentlich die Scheibe verloren. Eigentlich. Denn der Puck landete doch noch bei Nicholas Miglio, der per Bauerntrick traf. Der SCR antwortete mit einem wütenden Sturmlauf. Der jedoch entpuppte sich schnell als laues Lüftchen. Hingegen schlug die Scheibe auf der Gegenseite erneut ein. Simon Mayr ließ sich im Rückwärtsgang locker von Robert Hechtel überlaufen. Der brauchte nur noch in die Mitte schieben, und Lukas Klughardt zeigte sich eiskalt.

0:2-Rückstand. Kennt man bei den Garmisch-Partenkirchnern. Die ersten beiden Saisonspiele begannen ebenso. Doch am Freitag war alles anders. Kein Zeichen von Aufbäumen, kein Zeichen von Siegeswille. Es blieb beim lethargischen Auftritt der Gäste. Das erste Drittel war das schlechteste der bisherigen Spielzeit, die beiden folgenden waren nicht sonderlich besser. Die Selber waren in allen Belangen überlegen, ohne selbst wirklich zu glänzen. Handlungschnelligkeit, in einem Sport wie Eishockey unerlässlich, beim SCR an diesem Tag einfach nicht vorhanden. Das erkannte auch der Trainer: „Um gegen diese stark besetzte Mannschaft zu bestehen, musst du einen Tick schneller spielen.“ Nach dem 3:0 schalteten die Hausherren einen Gang zurück. Doch sobald sie wieder auf das Gaspedal drückten, kamen die Riesserseer nicht mehr hinterher. So genügte beim 4:0 ein kurzer Antritt von Miglio, schon hatte er sich den nötigen Freiraum verschafft und fand dann auch noch oben links die Mini-Lücke, die der SCR-Goalie nicht abdeckte.

Spätestens dieser Treffer besiegelte die erste Pleite für die Weiß-Blauen. Und auf der anderen Seite, in der Offensive, das bisherige Prunkstück des SCR? Gar nichts. Die Highlights aus Garmisch-Partenkirchen gab es in den Werbepausen auf Sprade TV zu sehen, wo sich die Firmen aus dem Werdenfelser Land präsentierten. Nicht aber auf dem Eis in der Selber Netzsch Arena. Für die Höhepunkte waren die Wölfe zuständig.

Kink stellte sich aber vor sein Team: „Wir haben in den ersten Spielen über unsere Verhältnisse gepunktet. Das ist uns bewusst. Um so einen Gegner zu schlagen, muss alles stimmen. Und das kann es bei uns nicht angesichts der kurzen Vorbereitung.“ Schlussendlich war es ein Auftritt, den der SCR schnell aus dem Kopf kriegen muss. Am Sonntag geht es mit dem Heimspiel gegen den ECDC Memmingen bereits weiter.

Auch interessant

Kommentare