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„Einer der besten Center der Oberliga“

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Von: Patrick Hilmes

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Lukas Koziol im Trikot der Löwen Frankfurt im DEL2-Spiel gegen die Dresdner Eislöwen.
Weiß sich zu behaupten: Mit 26 Jahren verfügt Lukas Koziol schon über reichlich höherklassige Erfahrung. © Juergen Kessler via www.imago-images.de

Pana Christakakis, der Geschäftsführer des Eishockey-Obeerligisten SC Riessersee, hält große Stücke auf seine neueste Verpflichtung: Lukas „Katsche“ Koziol kommt mit reichlich höherklassiger Erfahrung.

Garmisch-Partenkirchen – Hans-Georg Schwarzenbeck bekam während seiner Fußball-Karriere, die er von 1966 bis 1982 ganz dem FC Bayern München widmete, viele Spitznamen verpasst. Man nannte ihn den „treuen Vasallen“, den „Adjutanten“ oder gar das „Anhängsel“. Auch seine damalige Position hatte einen Spitznamen, „Ausputzer“ wurden die Vorstopper seiner Zeit genannt. Seine Paraderolle. Denn Schwarzenbeck räumte beim FCB sowie in der Nationalelf alles ab, was sich dem Tor nähern wollte – stets im Schatten von Franz Beckenbauer. Und weil er noch nicht genug Spitznamen hatte, galt er bald als des „Kaisers Bodyguard“. Seine Freunde aber nannten ihn anders, sie riefen „Katsche“. Wird ab der kommenden Saison auch über die Eisfläche im Olympia-Eissportzentrum schallen, denn beim SC Riessersee spielt fortan ein „Katsche“ – Lukas Koziol.

Der hat mit seinem Spitznamensvetter ansonsten wenig gemeinsam. Koziol ist nicht fürs Grobe zuständig, kommt nicht aus München, und hat weniger mit Verteidigung am Hut. Der 26-Jährige ist Stürmer, stammt aus Füssen und soll dem SCR mehr Spielwitz und Kreativität in der Offensive verleihen. Laut Geschäftsführer Pana Christakakis vereint Koziol sämtliche Attribute dafür: „Er ist im besten Eishockey-Alter aber dennoch lernwillig und meiner Meinung nach einer der besten Center der Oberliga.“ Große Worte. Doch „Katsche“ hat schon seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt – auch höherklassig. Vom EV Füssen führte ihn sein Weg noch in Jugendjahren zu den Eisbären Berlin. Für die Hauptstädter stand er unter anderem viermal in der DEL auf dem Eis. 55 weitere Einsätze im deutschen Oberhaus sammelte er bei den Krefelder Pinguinen, spielte gleichzeitig mit Förderlizenz in Duisburg sowie bei den Lausitzer Füchsen. Anschließend zog es ihn für ein Jahr nach Kassel (DEL2) inklusive Ausleihe zu Adler Mannheim (fünf Spiele). Noch in der selben Saison ging es weiter zu den Löwen Frankfurt, für die er in 109 DEL2-Partien 68 Scorerpunkte sammelte.

Dann aber verletzte sich Koziol, zudem sorgte die Corona-Pandemie für eine unsichere Vertragslage. Der Füssener war drauf und dran, seine Karriere zu beenden. Er sagte auch dem SCR, der ihn damals schon gerne verpflichtet hätte, deshalb ab. „Daher war ich verwundert, als ich hörte, dass er in Rostock spielt“, erzählt Christakakis. Koziol hatte sich dem Oberliga-Nord-Klub angeschlossen und eine Ausbildung absolviert. Nun, zwei Saisons und 93 Scorerpunkte in 77 Spielen später, führt ihn der Weg doch noch nach Garmisch-Partenkirchen. Private Gründe sorgten dafür, dass er zurück in die Heimat wollte. Nachdem alles geklärt war, machte sich Koziol in Ruhe seine Gedanken. „Denn in den vergangenen Jahren habe ich immer sehr schnelle Entscheidungen getroffen“, erzählt er. Doch auch diesmal dauerte es nicht lange, ehe er den Weiß-Blauen seine Zusage mitteilte – für zwei Jahre.

Handschlag zwischen Lukas Koziol und Pana Christakakis.
Deal: Pana Christakakis (r.) freut sich, dass Lukas Koziol einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. © SC Riessersee

Beim SCR passe alles perfekt zusammen. Ihm gefallen die professionellen Strukturen sowie die Ziele des Klubs. Zudem taugt ihm das Vormittagstraining, so kann er sich auch seinem Immobilienwirtschaftsstudium – Deutsche Hochschule mit virtuellem Campus – widmen. Bei den Gesprächen mit Christakakis hat ihn vor allem ein Punkt überzeugt: „Pana war immer ehrlich, hat klar gesagt: ’Das wollen wir, das wollen wir nicht.’ Das hat man leider nicht mehr so oft.“ Zusätzlich hat ihm sein früherer Weggefährte Felix Linden nur Positives berichtet.

Bleibt die Frage: Warum eigentlich Katsche? Und dann ist da doch noch eine Parallele zu Hans-Georg Schwarzenbeck. Der bekam seinen Spitznamen nämlich von Sepp Maier verpasst, weil es schon zwei Hans’ beim FCB gab. Bei Koziol waren es einst gleich „vier, oder fünf Lukas’“ in einem Team.

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