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Der Moment des Abschieds – ist nun Vergangenheit: Stephan Wilhelm gibt zumindest ein kurzes Comeback. 

Treue-Schwur und Überraschungs-Comeback beim SC Riessersee

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Das Treffen des GmbH-Beirats hat in der Tat konkrete Ergebnisse gebracht: Der SC Riessersee steht treu zu Trainer George Kink, zudem gibt Verteidiger-Routinier Stephan Wilhelm zumindest ein kurzes Comeback in der Oberliga. Des Weiteren sucht der SCR noch einen deutschen Stürmer.

Garmisch-Partenkirchen– Von einem Krisengespräch wollte Pana Christakakis nichts wissen. „Es war ein normales Beiratstreffen, in dem wir besprochen haben, was wir machen können, wie wir die Kuh vom Eis bringen“, sagt der Geschäftsführer der GmbH beim SC Riessersee. Bis 22 Uhr soll es gegangen sein. Dann standen einige Erkenntnisse fest. Punkt eins: Der Trainer steht nicht zur Diskussion. Der SCR hält weiterhin fest zu George Kink. Punkt zwei: Stephan Wilhelm wird ein Comeback beim Oberligisten geben, um der Personalmisere ein wenig entgegentreten zu können. Punkt drei: Die sportliche Spitze ist auf der Suche nach weiteren Verstärkungen für den gesundheitlich arg gebeutelten Kader.

Vor allem die Rückkehr von Stephan Wilhelm ist eine große Überraschung. Der 36-Jährige hatte nach der Vizemeisterschaft in der DEL2 im Frühjahr 2018 seine Karriere als Profi beendet, daheim in Mittenwald den elterlichen Betrieb übernommen und zeitgleich nicht mehr ganz so ambitioniert beim EV Mittenwald in der Bezirksliga gespielt. Nun kehrt der Verteidiger-Routinier mit fast 400 DEL-Spielen zum SCR zurück. Christakakis erläutert den Deal: „Stephan wird uns aushelfen, zumindest bis Jannik Woidtke wieder einsatzfähig ist.“ Der Defensivmann hatte sich in der Partie gegen Selb verletzt. Die Perspektive beim gebürtigen Düsseldorfer ist nicht die beste: „Sechs bis acht Wochen fehlt er“, unkt der Geschäftsführer. Ob es bei Wilhelm darüber hinaus weitergeht, ist offen. „Das wird er dann mit dem Trainer absprechen.“

Christakakis ist heilfroh, dass Wilhelm mitmacht. „Er hat zu uns im Sommer gesagt, wenn es wirklich mal brennen sollte, dann hilft er uns.“ Von dieser Lage kann man den SCR derzeit kaum freisprechen. „Also haben wir ihn gefragt, er hat alles mit seiner Familie besprochen – und steht zu seinem Wort.“ Großartig findet der GmbH-Mann das Verhalten des EV Mittenwald, der seinen Topspieler ohne zu Zögern gewähren ließ. „Damit kann er am Freitag sofort spielen.“

Wilhelm ist ein Puzzleteil. Die Verantwortlichen sind zudem auf der Suche nach einer weiteren Verstärkung für die Offensive. „Ein deutscher Spieler“, sagt Christakakis. Das Anforderungsprofil ist nicht ohne: Bezahlbar muss er sein, eine Hilfe soll er sein und gerne beim SCR spielen wollen. „Wir sind sogar bereit, an die Reserve aus dem Redbull-Spiel vom Sommer zu gehen.“ Ein wenig haben sie beim SCR den Markt schon sondiert. „Es gibt Kandidaten, mit denen wir jetzt verhandeln werden. Es kann sein, dass sich diese oder nächste Woche was tut.“

Keine Veränderungen wird es beim SCR auf der Trainerposition geben. Der Beirat steht zu George Kink. „Wir müssen jetzt alle die Geduld mit dieser Mannschaft haben, von der wir alle zu Saisonbeginn gesprochen haben“, sagt Christakakis. „Wir wissen, wo wir auf dem Papier stehen könnten, aber im Sport kannst du die Entwicklung eben nicht planen. Und das Verletzungspech, das wir haben, ist unheimlich.“ Eines macht er deutlich: „Ein Reindreschen oder unüberlegte Handlungen wird es bei uns nicht geben.“ Er stellt klar, dass der SCR alle Schritte auch mit Christian Winkler vom EHC München abgestimmt habe.

Winkler selbst appelliert zu Gelassenheit. „Das ist eine junge Mannschaft, die Zeit und Ruhe braucht“, sagt der Geschäftsführer beim DEL-Spitzenreiter. „Bei jeder Mannschaft gibt es in einer Saison Wellentäler, die durchlaufen werden.“ Der EHC stehe jedenfalls weiterhin voll zum SC Riessersee. „Wir tun unser Möglichstes, um in dieser Situation zu helfen.“ Und eines fügt Winkler gleich noch an: „Wir in München sind keineswegs beunruhigt, wie es in Garmisch läuft. Wir kennen solche Situationen.“

Christakakis baut auch auf den Zusammenhalt unter den Fans. „Jetzt brauchen wir jeden Einzelnen im Stadion, um das Team zu pushen. Dann werden wir uns da unten wieder rausarbeiten.“

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