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Hat er noch ein Ass im Ärmel? Udo Weisenburger. 

Eishockey: DEL2

DEL2-Aus für den SC Riessersee

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Der Traditions-Eishockeyklub aus Garmisch-Partenkirchen kann die Bedingungen der Liga nicht erfüllen – Finanzamt stimmt dem Schuldenschnitt wegen fehlender Daten und Formfehlern nicht zu - GmbH-Chef Weisenburger spricht aber von der Oberliga

Garmisch-Partenkirchen – Das war’s: Das Thema DEL2 kann sich der SC Riessersee abschminken. „Wir haben die Hürde nicht geschafft, sie war zu hoch“, stellte Udo Weisenburger am Donnerstagabend klar. „Wir konnten die Bedingungen der Liga nicht erfüllen.“ Woran es liegt, verheimlicht der Geschäftsführer der SCR Vermarktungs-GmbH nicht: Der Schuldenschnitt ist gescheitert. Ein „wichtiger Gläubiger“ habe nicht auf die 50 Prozent seiner Forderungen verzichtet. Damit platzt automatisch das Gesamtkonstrukt.

Was Weisenburger nicht verrät: Um welchen Gläubiger es sich handelt. Wie das Tagblatt aber aus Kreisen der Gruppe von Geschäftsleuten erfuhr, die um die Zukunft des SCR in der zweitehöchsten Liga in den vergangenen Wochen gekämpft hat, handelt es sich um das Finanzamt. Dort soll der Eishockey-Klub aus Garmisch-Partenkirchen Verbindlichkeiten in Höhe von fast 200 000 Euro in der vergangenen Saison angehäuft haben. Weisenburger wollte dazu nichts sagen. „Das werde ich nicht kommentieren.“

In jedem Fall verweigerte die Behörde die Zusage – unter anderem, weil der SCR das Rettungspaket schlecht vorbereitet haben soll. Die Rede ist von Formfehlern in den Vereinbarungen mit weiteren Gläubigern und fehlenden Zahlen aus der Vergangenheit. Alles Gründe, warum auch die Unternehmer-Gruppe aus dem Hintergrund nun genug vom Geschäftsgebaren Weisenburgers hat. „Für uns war es das“, sagt ein Sprecher, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Mit Udo Weisenburger haben wir keine Chance.“ Die Zukunft des SCR dürfte damit gefährdeter denn je sein.

Die Zweite Liga ist in jedem Fall vom Tisch. Aufgeben will Weisenburger nach eigenen Angaben noch nicht. „Wir haben bereits Kontakt mit dem DEB aufgenommen, um die Möglichkeit der Teilnahme an der Oberliga zu überprüfen“, betonte der GmbH-Chef. Wie die Chancen stehen, kann der Grainauer jedoch nicht abschätzen. „Ich weiß es nicht.“

Die Herausforderung für den SCR dürften allerdings dieselben sein wie in der DEL2. Es gilt, die immensen Schulden zu schultern, die in dieser Vizemeister-Saison angefallen sind. Die lösen sich durch einen angedachten Wechsel der Liga nicht in Luft auf. Dazu müsste der Wegfall des Kooperationspartners kompensiert werden. Der EHC Red Bull München signalisierte zuletzt, lediglich für einen Verbleib in der DEL2 weiterhin bereit zu stehen.

Lesen Sie auch: SCR: Alles hängt an einigen Gläubigern.

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