Der SC Riessersee hat eine erste Personalie bekanntgegeben. Und was für eine: Kapitän Florian Vollmer (35) wird eine 17. saison dranhängen bei seinem Heimatclub. Spannend wird auch die Zusammensetzung der Oberliga Süd: Offenbar gibt es Pläne für eine 14er-Liga, wenn drei Teams aus der Bayernliga hochkommen sollten
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Er geht immer vorneweg: Florian Vollmer hält dem SCR die Treue.

Die Ikone bleibt: Dauerbrenner Vollmer geht in seine 17. Saison beim SC Riessersee

  • Christian Fellner
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Der SC Riessersee hat eine erste Personalie bekanntgegeben. Und was für eine: Kapitän Florian Vollmer (35) wird eine 17. saison dranhängen bei seinem Heimatclub. Spannend wird auch die Zusammensetzung der Oberliga Süd: Offenbar gibt es Pläne für eine 14er-Liga, wenn drei Teams aus der Bayernliga hochkommen sollten

Garmisch-Partenkirchen – Der Kapitän geht voran. Eine Floskel, keine Frage. Aber eine, die durchaus einen großen Wahrheitsgehalt besitzt. Der Mann mit dem „C“ auf der Brust oder mit der Binde am Arm steht vor seinem Team. Vielleicht haben die Verantwortlichen des SC Riessersee auch deshalb diese Personalie schnellstmöglich geklärt. Dass eben ganz vorne dran, an der Spitze der Mannschaft, kein Vakuum entsteht. Dass gleich mal feststeht, wer der Chef ist – und bleibt in diesem Fall. Denn Routinier Florian Vollmer geht in seine 17. Saison beim SCR, bereits die sechste in Serie als Kapitän. „Da braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen“, merkt Pana Christakakis, GmbH Geschäftsführer, an. „Er ist eine Ikone für diesen Verein.“ Trainer George Kink, einst Sturmkollege, adelt ihn nicht weniger: „Flori ist eine Identifikationsfigur für das gesamte Eishockey in Garmisch-Partenkirchen.“ Der Mittenwalder, der im Mai 36 Jahre alt wird, bleibt der „Leader“, als den ihn Kink beschreibt.

Große Verhandlungen waren in dieser Personalie nicht nötig. „Keine fünf Minuten“ hat’s gedauert, verdeutlicht Christakakis. Vollmer hat im Grunde einen Freibrief: Solange er das weiß-blaue Trikot tragen will, solange „steht ihm die Tür offen“. In den Gesprächen äußerte der Routinier offenbar keine Bedenken. „Er fühlt sich gut, hat immer noch viel Spaß, über seine Leistung brauchen wir nicht zu sprechen“, urteilt Christakakis. Er sieht in Vollmer noch immer einen der stärksten Mittelstürmer der Oberliga. „Ich glaube, er hätte auch die DEL2 noch drauf.“

Unbestritten ist in jedem Fall Vollmers Wert für die zuletzt sehr junge Mannschaft. „Er stellt den Teamerfolg immer über seinen persönlichen“, betont Kink. „Und auf dem Eis ist er immer für einen genialen Moment zu haben. Ein Top-Vorbild für die Jungen, eigentlich aber für alle.“ Der Coach hatte sich ein weiteres Engagement des Kapitäns gewünscht, „aber man darf natürlich nie einfach davon ausgehen, dass es immer so weitergeht“. Daher war er „sehr froh“ über die Nachricht der Unterschrift.

Kink selbst räumt ein, dass er den Ausfall der Playoffs noch immer nicht ganz verdaut habe. „Das hängt schon nach.“ Mit vielen Spielern hält er via Telefon Kontakt, um auf dem Laufenden zu bleiben. „Ich will ja wissen, ob alles passt, ob sie noch Material fürs Training brauchen.“ Gemeinsame Sommereinheiten sind derzeit noch nicht drin. Noch gelten die Kontaktbeschränkungen. „Aber zum Glück sind wir ja gesegnet in unserer Region, haben die Berge vor der Tür, können laufen und radeln oder einfach nur wandern.“ Individuelle Trainingsmöglichkeiten bieten sich genug.

Fernab der Personalthematik hat sich am Montagabend eine möglich neue Perspektive für die Oberliga Süd ergeben. Die Vertreter der Klubs sowie des Verbands saßen für eine Telefonkonferenz beisammen, um über den aktuellen Stand informiert zu werden. „Offenbar gibt es die Möglichkeit einer 14er-Liga“, sagt Christakakis. „Ich war selbst überrascht von dieser Nachricht.“ Positiv, verdeutlicht er. „Denn eine Zehner- oder Elfer-Liga wäre auch nicht einfach für uns zu stemmen, 14 Mannschaften wären sehr attraktiv.“ Im Klartext heißt das: Noch immer wird von Seiten des DEB mit den Klubs aus Miesbach, Passau und Landsberg verhandelt, die in der abgelaufenen Verzahnungsrunde Ober-/Bayernliga am besten abgeschnitten hatten. „Da bekamen wir bislang jede Woche andere Rückmeldungen.“ Einer der Verhandlungsführer ist offenbar Peter Gast, der Geschäftsführer beim Lokalrivalen EC Peiting, der seit Längerem als eine Art Sprecher der Süd-Oberligisten in Diskussionen mit dem Verband auftritt. Nach dem Aus des ERC Sonthofen (siehe Artikel rechts) würden im besten Fall zwei 14er-Klassen für die Ober- und die Bayernliga gebildet. Eine Wunschvorstellung – so viel steht fest. „Wir werden sehen, was rauskommt“, sagt Christakakis, der freilich mehr Teams als bisher elf befürworten würde.

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