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Jubelstimmung: Martin Naenfeldt erzielte zum Auftakt der Quali-Runde drei Treffer gegen Peißenberg. 

Quali-Auftakt: SCR sorgt für klare Verhältnisse gegen die Eishackler

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Guter Auftakt für den SC Riessersee: Auch ohne sechs Mann gelingt dem Team in der Oberliga-Qualifikationsrunde ein souveräner 6:1-Erfolg gegen den TSV Peißenberg. Der Schwede Martin Naenfeldt sticht mit drei Treffern heraus. Der Gegner trifft lediglich in doppelter Überzahl.

Garmisch-Partenkirchen – Drei sichere Punkte hat der SC Riessersee am Freitagabend zum Auftakt der Oberliga-Qualifikationsrunde gegen den TSV Peißenberg eingefahren. Beim 6:1 vor gut 1800 Zuschauern und unter den Augen von DEB-Präsident Franz Reindl und Neu-Nationaltrainer Toni Söderholm herrschten allzeit klare Verhältnisse auf dem Eis. Die wackeren Gäste waren mit dem Ergebnis noch sehr gut bedient.

Eines muss man den Peißenbergern ja lassen. Professionell war der Auftritt: Mit einem eigenen Warmspiel-Trikot hatte sich in dieser Saison noch kein Gegner im Olympia-Eissportzentrum präsentiert. Alle Achtung. Auch jede Menge Fans brachten die Gäste mit – trotz aller Schneefälle der vergangenen Tage. Die West-Kurve war so voll wie noch in keinem Oberliga-Spiel in dieser Saison. 500 Fans waren das sicher, eher mehr. TSV-Trainer Sepp Staltmayr hatte im Vorfeld mit 300 bis 400 Anhängern spekuliert. Da wurden seine Erwartungen deutlich übertroffen.

Erwartungen war ein gutes Stichwort: Was würde nun folgen auf dem Eis? So viel vorne weg. Die Peißenberger stellten sich als mutiger Konkurrent vor, als Team, das sich nicht einigelte. Die Eishackler, so haben sie sich ja offiziell getauft, versuchten, mit aller Macht dagegenzuhalten. Wenn man rein aufs Ergebnis schaut, gelang ihnen das nicht lange. Denn der erste Angriff brachte das 1:0 für den SCR. Martin Naenfeldt zog ab, Victor Östling versenkte mutterseelenallein vor Torhüter Felix Barth. Das schnelle 1:0.

Eine Entwicklung, auf die die Hausherren gehofft hatten. Um gleich mal ein bisschen Druck rauszunehmen. Denn: Je länger es 0:0 steht, desto mehr spielt das dem Außenseiter in die Karten. Das funktionierte. Allerdings taugt es einem Underdog auch, wenn er Scheiben vom Gegner einfach serviert bekommt und zum Kontern eingeladen wird. So geschehen, weil doch einige beim SCR eher die Variante mit dem Kopf durch die Wand wählten. Kein Wunder also, dass die Peißenberger sogar ein paar richtig gute Chancen bekamen. Manfred Eichberger natürlich, der quirlige Topscorer des TSV, Dominik Novak, der tschechische Verteidiger in Reihen der Gäste, der nicht nur durch seinen spitzen Bart auffiel, sondern auch durch eine resolute Spielweise. Er war es auch, der SCR-Goalie Daniel Fießinger bald mal bei einem Break prüfte. War aber kein Problem für den Schlussmann.

Der Tscheche Novak war es dann auch, der den Startschuss zu mehr Körperspiel gab. Als der SCR ins Rollen kam, legten die Gäste physisch zu. Kostet Kraft. Und speziell Novak langte zu oft zu – musste raus auf die Strafbank. Die Riesserseer nutzten eine solche Chance zum 3:0 nach 25 Minuten. Anton Radu hatte mit seinem ersten Treffer für den SCR noch im ersten Abschnitt auf 2:0 gestellt.

Wie’s in den kommenden Partien mit Einbahnstraßen-Eishockey öfter aussehen könnte, demonstrierte das Team von George Kink dann eben in diesem zweiten Drittel. Da lief die Scheibe – entsprechend auch der Gegner hinterher. Muss ja auch irgendwo ein Unterschied zu erkennen sein. Im Powerplay also stellte der SCR auf 3:0. Naenfeldt war’s. Kink hatte übrigens auf eine absolute Top-Formation gesetzt, stellte Florian Vollmer zwischen die beiden Schweden. Und wenn man einem Riesserseer ansah, wie ernst er diese Herausforderung nahm, dann war es der Kapitän. Er suchte seine Mitspieler, bediente sie immer wieder, doch wollte die Scheibe nicht rein. Ein Manko, das ja nicht ganz neu ist. Fürs 4:0 langte es trotzdem: Gabriel Federolfs verdeckter Schlenzer zischte durch. Ein Zuckerl bekamen dann die Peißenberger: ein doppeltes Überzahlspiel. Und das nutzten sie tatsächlich zum 1:4. Novak war’s, dessen Schlagschuss in den Kasten flatterte.

Der SCR bekam die etwas zerfahrene Partie im Schlussabschnitt sofort wieder in den Griff. Und die Topreihe sorgte schnell für noch klarere Verhältnisse. Zweimal legte Vollmer für Naenfeldt auf, der Schwede bedankte sich mit seinen Treffern zwei und drei. Damit die Geschichte des letzten Drittels auch erzählt. Aufregung gab es nur noch um eine Disziplinarstrafe für Christian Hummer. Er wollte vorzeitig in die Kabine, der Schiedsrichter holte ihn wieder zurück. Das war’s dann.

STIMMEN ZUM SPIEL

Sepp Staltmayr(Trainer TSV Peißenberg): „Der SCR war die erwartet laufbereite Mannschaft. Er hat ständig versucht, die Scheibe aufs Tor zu bringen, damit hatten wir gleich unsere Probleme. Wenn du gegen eine Top-Vier-Oberliga-Mannschaft spielst, kommt es auf die Kleinigkeiten an. Da hätte bei uns alles passen müssen, um eine Chance zu haben. Aber kein Vorwurf an mein Team. Ich denke, wir haben uns sehr gut verkauft. Dem SCR wünsche ich für die weiteren Spiele in der Verzahnungsrunde viel Erfolg. Für mich persönlich war es schon besonders, als Trainer hier zu sein. Aber weinen musste ich nicht.“

George Kink (Trainer SC Riessersee): „Einstellung und Laufbereitschaft haben bei jedem gestimmt – das war für mich das Wichtigste. Teilweise waren wir aber zu verspielt, haben versucht, den perfekten Pass anstatt den einfachen zu spielen. Das ist uns auch in der Oberliga des Öfteren passiert, wenn wir viel Raum und Zeit hatten. Da müssen wir unbedingt cleverer werden. Wir können nicht davon ausgehen, dass die Verzahnungsrunde ein Selbstläufer wird. Wir denken von Spiel zu Spiel. Aber solange die Einstellung bei jedem Spieler über 60 Minuten stimmt, bin ich zuversichtlich, dass wir erfolgreich sein werden.“

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