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Die Hauptprotagonisten: Maximilian Kastner (l.) verwandelt den entscheidenden Penalty gegen Kassel, Jared Gomes erzielt das Führungstor in Überzahl.

Eishockey: DEL2

Rückkehrer Kastner sichert Sieg gegen Meister Kassel

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Garmisch-Partenkirchen - Es war Maximilian Kastners perfektes Comeback: Der DEL-Champion schießt seinen Heimatverein zu einem 3:2-Erfolg über Titelverteidiger Kassel, weil der 23-Jährige im Penaltyschießen nach sechs Runden als Einziger trifft.

Die Meisterschaften des SC Riessersee liegen ein gutes Stückchen zurück. 1981 feierte der Verein seine zehnte und letzte. Reindl, Höfner, Gailer spielten noch. Große Namen, große Zeiten. Deshalb schmückt sich der Klub zurecht mit dem Titel „Traditionsverein“. Udo Weisenburger, dem SCR-Boss, bedeuten die Erfolge sehr viel. Wann immer er die Gelegenheit dazu hat, weist er auf die Titel hin. Er will sie wieder ins Gedächtnis rufen. Deshalb hat er das Stadion umgestalten lassen. Riesige Banner – gut und gerne zwei Meter hoch und fünf Meter breit – zieren nun die Bereiche über den Fankurven. Auf jedem ist ein Pokal sowie das Jahr des Triumphs gedruckt. Dazwischen verlauten eigene Transparent, um welch große Erfolge es sich handelt. Sogar zweisprachig: „Deutscher Meister“ und „German Champion“ heißt es darauf. Nach guter US-amerikanischer Tradition.

Den meisterlichen Abend ergänzte der Gegner. Die Kassel Huskies reisten als DEL2-Titelträger an. Einen echten Deutschen Meister hatte sich der SCR zudem ins Team geholt. Maximilian Kastner, die Einmal-Leihgabe aus München. Bei keinem anderen Spieler brüllten die Fans so laut den Nachnamen, als er aufgerufen wurde. In Garmisch-Partenkirchen haben sie ihren Maxi nicht vergessen. Der Neu-Nationalspieler zahlte es zurück. Mit der Aktion des Abends. Beim Stand von 2:2 war es erst in die Verlängerung, dann ins Penaltyschießen gegangen. Das Schicksal wollte es, dass Kastner mit dem insgesamt zwölften Versuch die Partie entscheidet. Richtig frech schaute er Keeper Markus Keller in die Augen. Wie Humphrey Bogart in Casablanca. Eine Körpertäuschung später lag Keller auf dem Eis, Kastner traf, das Stadion bebte. Die perfekte Rückkehr des 23-Jährigen.

Jared Gomes zeigt eine neue Attraktion: seinen Schlagschuss

Kastner hatte sich ins Spiel eingefügt, als wäre er nie weggewesen. Neben Jared Gomes und Roope Ranta stellte Trainer Tim Regan den Garmisch-Partenkirchner auf. Gegen diese Formation fanden die Huskies anfangs kein Mittel. Sobald das Trio das Eis betrat, verlagerte sich die Partie vor das Gäste-Tor. In Überzahl belohnte sich der Block mit dem Treffer. Schütze war Powerplay-Verbesserer Jared Gomes. Egal, wie viel der Neue bei seinem Debüt zeigte. Der Kanadier hat noch Dinge in der Hinterhand, die er verheimlicht hatte. Gut, Penaltyschießen gehört nicht dazu. Er vergab zwei Versuche. Sein Schlagschuss aber ist nochmals ein Stück härter als der Handgelenkschuss, den die DEL2 bereits kennengelernt hat. Vor dem 1:0 hatte Felix Thomas bereits den Pfosten getroffen und damit die stärkste Phase des SCR eingeleitet. Mal um Mal befreite sich Kassel nur mit unerlaubten Weitschüssen. Mit Ausnahme von Tobias Draxingers Schnitzer, den Mattias Nemec ausbügelte, ließ der SCR nichts zu.

Im zweiten Abschnitt übernahm Kassel die Initiative. Die Huskies änderten ihre Einstellung, nahmen Riessersee ernst – und ziemlich hart ran. Vom Forechecking hatte man zuvor nichts gesehen. Nun drückte der Meister. An diesen Schränken kamen die Gastgeber nicht vorbei. Nur Kassel erspielte sich wenig Chancen. Eine Überzahl-Situation brauchten die Gäste für das 1:1. Gerade als die vorbei war, fuhren Jack Downing und Phil Hungerecker einen Konter – und trafen. Verdient, weil Kassel das Drittel bestimmt hatte.

Ranta trifft Pfosten kurz vor Schluss

Der Schlussabschnitt begann mit einem Schock für den SCR: Fehlpass, Gegentor – wieder Hungerecker. Nach 1:04 Minuten. Doch der Treffer verunsicherte das Team nicht. Noureddine Betahar glich mit einem Gewalt-Schuss aus. Vor dem Tor hatten einige Spieler Huskies-Goalie Keller die Sicht genommen. Was folgte: eine Schlussphase voller Chancen. Beide Teams durften mal, keines schlug zu. Ranta kam dem Siegtor am nächsten, schob einen Nachschuss aber an den Pfosten (52.). Somit war der Weg frei für Kastner, der seinen ersten Penalty noch vergeben hatte.

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