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Nun ein Weiß-Blauer: Roope Ranta hat am Dienstag seine ersten Einheiten beim SCR absolviert – und einen guten Eindruck hinterlassen.

Roope Rantas verrückte Geschichte

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Garmisch-Partenkirchen - Stürmer Roope Ranta (28), daheim in Finnland abserviert, hofft beim SC Riessersee auf einen ähnlich guten Start wie in Weißwasser, wo er zum zweitbesten Scorer der DEL2 avancierte

Die Geschichte von Roope Ranta ist eine Außergewöhnliche. Der spektakuläre Neuzugang des SC Riessersee hat im Jahr 2016 einiges erlebt: Zunächst Meister in der zweiten finnischen Liga Mestis, dann bei Mikkelin Jukurit abserviert. Lange fand er keinen neuen Verein, bis in Weißwasser eine Kontingentstelle frei wurde. Dort avancierte er zum Topscorer mit einem Zwei-Monatsvertrag. Das Glück des SCR, der den 28-Jährigen loseisen konnte. So viel in Kürze.

Nun ist er in Garmisch-Partenkirchen angekommen. Am frühen Montagabend war es soweit. „Sieben Stunden mit dem Auto von Weißwasser“, schildert Ranta. „Eine kuriose Fahrt, immer wieder Schnee, dann Sonne, und hier wieder Schnee.“ Gut, der Winter ist dem Skandinavier, der direkt aus der Hauptstadt Helsinki stammt, nicht unbekannt. Die Deutschland-Cup-Pause verbrachte er in der Heimat bei seiner Frau. „Da hatte es minus vier Grad und Schnee.“ Neu sind für ihn die Berge. Denn Helsinki liegt an der Südspitze Finnlands direkt an der Ostsee. Kennengelernt hat er die Alpen schon einmal bei einem kurzen Gastspiel in Kaltern in Südtirol. Daher ist ihm die deutsche Sprache auch ein wenig geläufig gewesen. „Ich könnte mir vorstellen, dass ich ein wenig verstehe, aber sprechen geht gar nicht“, stellt er klar. Der Südtiroler Dialekt liegt dem Bayerischen weitaus näher als der Akzent unweit der polnischen Grenze in der Oberlausitz.

In der Schule hatte Ranta in der sechsten Klasse die Wahl: Deutsch oder Schwedisch. Er wählte Letzteres. Das kam ihm in seiner ersten Trainingseinheit mit dem Team gestern Vormitttag gleich zugute. Schließlich konnte er mit Mattias Beck gut kommunizieren. „Meistens haben wir aber Englisch gesprochen“, sagt Beck hinterher. Der Schwede ist des Finnischen überhaupt nicht mächtig. „Zwei komplett verschiedene Sprachen.“ Die beiden dürften am Freitag bei Rantas Premiere ein Pärchen bilden. „Sieht so aus“, gibt sich Trainer Tim Regan noch ein wenig zugeknöpft. Ranta könnte sehr gut damit leben. Die beiden sind ähnliche Spielertypen. „Wir kommen über unseren Speed“, sagt der neue Mann. „Vielleicht braucht es am Anfang ein bisschen, bis die Chemie komplett stimmt, aber das könnte gut klappen.“

Der Eishockey-Stil, der beim SCR gepflegt wird, war ein wichtiges Kriterium für Ranta, das Telefonat mit Co-Trainer Toni Söderholm sehr entscheidend: „Er hat mir gesagt, dass hier versucht wird, viel mit der Scheibe zu spielen, sie zu halten.“ Tief und hinterher – das wäre nichts für den zweitbesten Scorer der DEL2 gewesen.

Dass Ranta gleich so einschlagen würde – das war für ihn selbst ein wenig überraschend. „Ich hatte halt einen sehr guten Start, im ersten Spiel sind mir gleich zwei Treffer gelungen. Das war gut fürs Selbstvertrauen.“ Er hat es mitgenommen in die nächsten Partien. Mit den Sturmkollegen kam er gleich gut klar. „Ich hoffe natürlich, dass mir beim SCR auch so ein Start gelingt.“ Die Voraussetzungen sind ähnlich: Auch in Weißwasser kam der Finne erst zu Beginn der Woche an und musste am Freitag gleich ran.

Dass er überhaupt in Deutschland angeheuert hat, ist Teil seiner kuriosen Story. Als zweitbester Scorer erhielt er bei seinem Verein, dem Aufsteiger in die finnische Eliteliga, kein Vertragsangebot mehr. „Ich weiß auch nicht genau, warum, ich hatte eine ziemlich gute Saison. Aber dort kamen neue Trainer, die wollten ein anderes Eishockey spielen.“ Seine Hoffnungen auf einen Wechsel zu einem anderen Klub der Klasse zerschlugen sich ebenfalls. „Daher wollte ich nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz.“ Das klappte erst Mitte September. In Weißwasser zu bleiben, wäre für ihn durchaus eine Option gewesen. „Aber dann kamen die Angebote vom SCR und aus Ravensburg.“ Und die waren offenbar doch interessanter. So stürmt der Mann mit der Nummer 11 – „die hatte ich schon als 15-Jähriger“ – nun im Werdenfelser Land. Eine verrückte Geschichte.

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