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Da scheitern alle Erklärungsversuche: George Kink (r.) konnte seinem Team nicht auf die Sprünge helfen. 

Heimpleite gegen Weiden

Der SCR ist der SC ineffektiv

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Das war nichts: Die 1:2-Niederlage gegen Weiden beschert dem SC Riessersee nicht nur ein Null-Punkte-Wochenende in der Eishockey-Oberliga, das Team fällt in der Tabelle in dieser frühen Saisonphase auch auf Position neun zurück. 

Garmisch-Partenkirchen– „Keine Tore, keine Punkte SCR ...“ Was eigentlich ein hämischer Fangesang in Richtung eines unterlegenen Gegners ist, trifft die Vorstellung des SC Riessersee an diesem Wochenende auf den Punkt. Drei Tore in 120 Minuten gegen Sonthofen und Weiden – zu wenig, um damit einen Ertrag einfahren zu können. Selbst gegen zwei der Mittelfeld-Teams der Oberliga Süd. Dem 2:4 im Allgäu am Freitag folgte gestern Abend ein bitteres 1:2 gegen die Blue Devils aus Weiden. So war’s punktetechnisch eine glatte Nullnummer für die Garmisch-Partenkirchner.

George Kink war bedient. Man sah es ihm an. In der Pressekonferenz rang er um die richtigen Worte. „Vielleicht fehlt uns ein bisschen Glück, aber sicher auch der letzte Biss, um die Tore zu machen“, resümiert er frustriert. „Es bringt uns reichlich wenig, wenn wir über 60 Minuten dominant spielen, uns aber nicht belohnen.“ Der Coach war angefressen.

Logisch: Der SCR musste einmal mehr weit entfernt von einer Ideal-Aufstellung aufs Eis. Dennis Lobach wieder in München, die Ausländer Victor Östling und Eetu-Ville Arkiomaa verletzt oder krank, und nun ist auch noch Moritz Miguez für längere Zeit raus. Er kassierte in Regensburg einen Check und trägt nun eine Schiene am Knie. „Acht bis zwölf Wochen“, klagt Kink. „Wir können froh sein, wenn wir ihn heuer noch einmal auf dem Eis sehen.“ Eine Glückssträhne sieht anders aus.

Doch, um ehrlich zu sein, es hätte ja auch so gereicht an diesem Wochenende, wenn die Riesserseer nur ein wenig effektiver Eishockey spielen würden. Sie bringen die kleine Hartgummischeibe einfach nicht ins Tor. „Natürlich tun uns die Ausfälle weh, aber es ist ja nicht so, dass wir keine Chance haben.“ An die 40-mal feuerten die Riesserseer am Sonntag auf den Weidener Kasten. Heraussprang ein mickriger Treffer. Calder Brooks fälschte den Puck nach einem Schuss von Silvan Heiß zum 1:2 in die Maschen ab. Ja, da keimte etwas Hoffnung auf. Vielleicht würde der SCR im Schlussabschnitt doch noch die Wende herbeiführen. Nichts war’s.

Man darf auch die Leistung des Gegners nicht schmälern. Weiden agierte tadellos, defensiv diszipliniert, ließ sich nicht locken und schaffte es, die Angriffsmaschine des SCR über 60 Minuten mächtig auszubremsen. „Ein Top-Auswärtssieg von uns“, resümiert Devils-Trainer Ken Latta. „Unser Plan war, immer mit drei Mann in der Defensive zu sein, weil wir ja wissen, dass der SCR eine laufstarke Mannschaft ist.“ Die Marschroute passte, der Plan ging auf. Der SCR verzweifelte am dichten Riegel der Oberpfälzer.

Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn die Hausherren eine ihrer dicken Chancen im ersten Abschnitt zur Führung genutzt hätten. Lorenz Mittermaier war allein vorm Weidener Goalie, Anton Radu, Florian Vollmer, Luca Zitterbart zweimal – alle scheiterten sie. Und dann gab’s oben drauf ein Geschenk an die Gäste: In Überzahl vertändelten Uli Maurer und Zitterbart vorne die Scheibe, während die Kollegen wechselten, Chase Clayton bekam einen Zuckerpass von Tomas Rubes, schlüpfte durch die zwei SCR-Verteidiger und ließ auch Daniel Fießinger im Kasten keine Chance. Nicht gut verteidigt war auch die Szene vor dem 0:2: Ein Zweikampf an der Bande ging verloren, plötzlich standen die Weidener zwei gegen eins – und Topscorer Rubes dankte es mit dem Tor. Wahrlich kein alltäglicher Überzahltreffer.

Stichwort Powerplay: Es war wieder ein Schwachpunkt beim SCR. Wie in vielen anderen Aktionen fehlt den Spieler derzeit das Timing, das Gefühl, wann sie den Abschluss suchen. Und so waren die Gäste immer zur Stelle, brachten den Schläger dazwischen oder warfen sich in den Schussversuch.

Es ist eine harte Phase für den SCR, der nun sogar auf Rang neun abgerutscht ist, in der aber eines gilt: „Nicht aufgeben, hart weiterarbeiten“, gibt Kink vor. Und hoffen, dass sich die Personalsituation verbessert. Denn, das Positive: Bis zu Rang drei sind es auch nur drei Zähler.

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