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Jubeln ist doch am Schönsten: Luca Zitterbart soll im Sturm für Tore sorgen.

SCR: Mit Östling und EHC-Quartett ins Spitzenspiel gegen Deggendorf

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Der Kampf gegen die Torschusspanik steht beim SC Riessersee derzeit im Vordergrund: Gegen Spitzenreiter Deggendorf wird Trainer George Kink wohl ein wenig experimentieren und Verteidiger Luca Zitterbart von Beginn an in den Sturm beordern.

Garmisch-Partenkirchen – George Kink hat sicher schon einfachere Stunden als Eishockey-Trainer erlebt. Es läuft nicht wie geschmiert beim SC Riessersee. Das Team spielt größtenteils ganz gefällig, gibt sich die Chancen, Spiele in der Oberliga Süd zu gewinnen, nutzt diese aber zu selten. Die Torschusspanik hat die Spieler befallen. Die Ausbeute passt schon die gesamte Saison nicht so richtig. Mitten in diesem Dilemma steht Kink als junger Trainer an der Bande, erstmals als komplett alleinverantwortlicher Mann im Seniorenbereich. Nicht so einfach.

Doch von Ratlosigkeit keine Spur. Kink bleibt am Ball, lässt nicht locker. „Natürlich geht das alles nicht spurlos an den Jungs vorüber“, sagt der Coach. Und an ihm sicher auch nicht. „Der Frust kommt im Training schon mal raus“, räumt er ein. Anders wäre es auch seltsam. „Wenn einer das alles einfach runterschlucken würde, müsste ich bei dem einen oder anderen ein Leck-Mich-Am-Arsch-Gefühl annehmen. Aber das ist bei uns nicht der Fall.“ Das stellt er sehr energisch klar.

Als größte Baustelle beim SCR erachtet er nach wie vor die Personalsituation. „Wenn wir wie am Sonntag mit 14 Mann spielen, tut das richtig weh.“ Der eigene Kader schrumpft aktuell wieder zusammen: Tobias Kircher gesellt sich zu Moritz Miguez in die Reihe der länger Verletzten. Auch Jannik Woidtke wird zumindest am Freitag nicht auflaufen.

Zwei Spieler, die grundsätzlich zuletzt ein wenig in Kritik gerieten, weil man von ihnen mehr erwartet, als sie derzeit leisten. Bei Kircher sah Kink zuletzt ansteigende Form. „Er hat uns speziell im Powerplay gut getan, starke Pässe gespielt.“ Nun wieder der Dämpfer. Bei Woidtke, der eine überzeugende Vorbereitung absolvierte, setzt der Trainer auf den Faktor Geduld. „Er muss sich mit der Leaderrolle wohl auch erst zurechtfinden. Wir hatten da in der vergangenen Saison Christian Hummer, der das überragend gelöst hat.“ Der Neuzugang von den Kassel Huskies fiel zuletzt eher durch die eine oder andere Strafzeit zu viel auf. „Er muss seine Emotionen noch ein bisschen besser kontrollieren“, sagt Kink. „Aber da ist er nicht der Einzige, da haben wir zwei, drei Spieler.“

Die Zahl der Strafen gefällt dem Coach ohnehin nicht. Ein laufstarkes Team wie der SCR dürfe in den Begegnungen nicht öfter auf der Bank schmoren als der Gegner. Kink hadert aber auch mit den Schiedsrichtern. „Am Sonntag bin ich zum ersten Mal richtig laut geworden, hab’ ihn angeschrien.“ Der Coach führte beim Pressegespräch am Donnerstag sicher zehn Szenen vor, in denen klare Fouls der Selber nicht geahndet wurden. Sein Fazit: „Wir brauchen viel Geduld und müssen wohl einfach einiges mehr einstecken.“

Vor dem Duell mit dem Deggendorfer SC, der heute auf Topstar Thomas Greilinger und den erfahrenen Verteidiger Andreas Gawlik verzichten muss, hat Kink aber auch frohe Kunde: Der EHC München „schickt die volle Kapelle“. Daniel Fießinger fängt trotz der Aus-den-Birken-Verletzung, Dennis Lobach, Emil Quaas und Luca Zitterbart verstärken den SCR. Kink wird wohl ein wenig experimentieren, Zitterbart von Beginn an im Sturm aufbieten. In Lindau hat er das getan. Sah gut aus. Nur die Tore fehlten – wie beim Rest.

Die zweite Ausländer-Position neben Eetu Arkiomaa nimmt Victor Östling ein. Der Schwede braucht dringend Eiszeit – „für Kopf und Körper“. Kink sieht ihn nach seinem Comeback derzeit bei und 70 Prozent seines Leistungsvermögens.

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