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Cool versenkt Silvan Heiß den entscheidenden Penalty. Sogar Landshut-Coach Axel Kammerer lobt ihn.

Eishockey Oberliga Süd: Spannend bis zur letzten Minute

Unverfroren lässig: SC Riessersee gelingt nächster Überraschungssieg

Erst Regensburg, jetzt Landhut: Innerhalb von drei Tagen gewinnt der SC Riessersee gegen zwei Top-Vier-Mannschaften der Eishockey-Oberliga Süd. An diesem Sonntag erlebten die Zuschauer Drama und Spannung bis zum letzten Schuss. 

Landshut – Dramatik pur am Gutenbergweg. Bis zur letzten Sekunde. Das Match zwischen dem EV Landshut und dem SC Riessersee beinhaltete das volle Programm. Langeweile kam da sicher nicht auf. Zweimal führten die Gastgeber, am Ende aber jubelte der SC Riessersee.

Nach 18 Penaltyschützen stand nicht nur der 3:2-Erfolg der Werdenfelser fest. Auch am Spieler des Abends gab es keinerlei Zweifel mehr: Silvan Heiß traf erst zum 2:2, dann versenkte er die beiden letzten Penaltys vor 2565 Zuschauern mit einer schier unverfrorenen Lässigkeit. „Der Silvan hat das sehr geschickt gemacht“, lobte ihn sogar Landshuts Coach Axel Kammerer.

Disziplin als großes Plus

Man muss den Hut ziehen vor diesem SC Riessersee. Zwei Tage nach dem fast schon heroischen 5:4-Erfolg über Regensburg, gelang den Garmisch-Partenkirchnern gleich die nächste Überraschung: erneut ein Sieg gegen ein Team aus den Top-Vier der Oberliga Süd. Relativ unbeeindruckt kommentierte Interimscoach George Kink den Triumph der Mannschaft. „Wir sind froh, dass wir hier gewinnen konnten.“ Und das mit einer schier unerschütterlichen Unaufgeregtheit – der große Trumpf des Teams. Als beispielsweise der Schlussabschnitt seinen Lauf nahm, stand noch keine einzige Strafzeit im Protokoll der Gäste. Disziplin ist das Faustpfand des SCR, angesichts dessen Unterzahlstatistik aber auch ein ebenso unabdingbarer Faktor. Schrecken lassen sich die Riesserseer offensichtlich nicht. Egal, was da kommt.

In Feuerwehr-Manier legte der EV Landshut los, belagerte das SCR-Gehäuse wie Jagdtiere ihre Beute. Zehn Minuten spielte sich das Geschehen nahezu ausnahmslos im Angriffssektor der Niederbayern ab. Nach nur drei Minuten ertönte erstmals der Torjubel. Luca Trinkberger, eines der Eigengewächse, hatte sich den Puck geschnappt, startete einen Sololauf über die rechte Seite; dann zog er entschlossen vor den Arbeitsplatz von Daniel Fießinger und fand auch noch die Lücke – 0:1. Riessersee feuerte seinen ersten Torschuss nach knapp 13 Minuten durch Leon Müller ab. Dann klatschte noch ein Blueliner von Emil Quaas an den Pfosten. Die letzte Präzision fehlte – bis Daniel Reichert kam. Kurz nach Wiederbeginn traf der Außenstürmer mit einem ansatzlosen Handgelenksschuss zum Ausgleich. Spätestens ab dieser Szene war der SCR absolut ebenbürtig. Julien Pelletier konnte frei vor Torwart Fießinger einschießen, nachdem zuvor Marco Sedlar an der blauen Linie der maßgebliche Scheibengewinn gelungen war.

Tadelloser Fießinger 

Die Werdenfelser Schlussoffensive ließ dann allerdings etwas auf sich warten. In kurzer Abfolge stellten sich die ersten Vergehen ein; ein weiterer Treffer der Landshuter und die Partie wäre wohl verloren gewesen. Max Forster und Pelletier kamen der Sache auch extrem nahe, doch der tadellose Fießinger verhinderte das 1:3. Und dann war da ja noch die Werdenfelser Gelassenheit – in jeder Situation.

Zwei Minuten bekam Schlussmann Fießinger wegen Torverschiebens. Was macht der SCR? Er marschiert mit Uli Maurer und Victor Östling munter nach vorne, fädelt so den Unterzahltreffer von Heiß ein, der im Nachschuss vollstreckte. Spätestens in der Overtime war der SCR durch Mike Glemser und Flori Vollmer dem Sieg näher. Und nach dem überaus spannenden Shoot-Out war dann auch die Unaufgeregtheit dahin – zumindest bei den 150 jubelnden SCR-Fans.

Oliver Rabuser

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