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Am Ende jubelt der SCR: Silvan Heiß trifft in der Verlängerung zum 4:3 für den SC Riessersee.

SC Riessersee kommt mit einem blauen Auge davon

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Das war ein holpriger Auftakt für den SC Riessersee in der Meisterrunde der Oberliga: Das Heimteam konnte eine 3:0-Führung nicht halten, musste mal wieder in die Verlängerung, holte dort aber erneut den Zusatzpunkt. Auffällig war vor allem eine schwache Defensivleistung der Riesserseer. Am Sonntag geht‘s nach Regensburg.

Garmisch-Partenkirchen – Wie hätte diese Meisterrunde auch anders beginnen sollen als mit einer Verlängerung? Natürlich ging es über die regulären 60 Minuten hinaus im ersten Spiel dieser Quali-Runde für die Oberliga-Playoffs. Und schon fast selbstverständlich holte der SC Riessersee sich zumindest den Zusatzpunkt. Ob der an diesem Abend so verdient war, steht auf einem anderen Blatt. Beide Teams leisteten sich einige kapitale Böcke, luden den Gegner zu den Treffern ein. Am Ende hatte eben der SCR noch einen durchdachten Moment parat, und Silvan Heiß traf nach schöner Stafette zum 4:3.

Als Schnellstarter sind die Riesserseer ja nicht verschrieen. Ein Tor zu erzielen, das gerät bei den Garmisch-Partenkirchnern manchmal eher zur Doktorarbeit. Der Freitagabend bildete da eine Ausnahme: 2:0 nach nur 2.36 Minuten – da traute man seinen Augen kaum. Eetu Arkiomaa vernaschte zunächst den Füssener Goalie Benedikt Hötzinger am kurzem Eck, Bastian Eckl, das Talent vom EHC München, bot eine schöne Einzelaktion und schloss eiskalt halbhoch ab. 2:0 – was war denn da los?

Tja, die Gastgeber konnten es wohl selber nicht fassen. Denn so richtig gut tat ihnen dieser Vorsprung nicht. Eine schnelle Führung, die verleitet oft dazu, die nötige Bodenhaftung zu verlieren. Geschah nicht in den ersten zehn Minuten. Im Gegenteil. Da standen die Allgäuer offenbar unter Schock, wussten nicht so recht, wie ihnen geschah. Der SCR hätte gut und gerne sogar erhöhen können. Doch die Gäste, der direkte Tabellennachbar in der Oberliga-Tabelle, fingen sich recht schnell. Und bei den Hausherren schlich sich eben bald der Schlendrian ein. Vor allem in der Defensive wirkte vieles nicht souverän. Gut, dass Daniel Allavena zunächst eindeutig Herr der Lage war. Den Alleingang von Dejan Vogl parierte er glänzend, dann verpasste Martin Guth das halb verwaiste Gehäuse der Riesserseer. Bis zur ersten Pause hätte das Ergebnis auch knapper sein können.

Vielleicht würde ja die Pause etwas bewirken, Trainer George Kink beruhigende und ordnende Worte finden. Sah zunächst ganz gut aus. Denn Uli Maurer bekam eine Riesenchance zum 3:0. Der Routinier aber verzog. Insgesamt war es ein kurioser Abend – vor allem was das Zustandekommen der Tore betraf. Beide Teams machten es dem Kontrahenten relativ einfach. Zunächst waren die Füssener noch einmal mit einem Schnitzer dran: Hinter dem Tor verloren sie den Puck, Aziz Ehliz legte für Jannik Woidtke auf, der mit seinem hohen Schlenzer Hötzinger im EVF-Tor erneut überlistete. Tja, plötzlich 3:0.

Doch auflegen, das konnte auch der SCR: Beim 1:3 deckte Simon Mayr nicht energisch genug, Samuel Payeur bedankte sich. Beim 2:3 verlor Silvan Heiß zehn Meter vor dem eigenen Tor die Scheibe, Altmeister Eric Nadeau traf, und beim 3:3 tankte sich Vogl vom Bullypunkt durch und tunnelte Allavena. Man konnte gar nicht so schnell schauen, hieß es auf einmal 3:3.

Dabei bot der SCR auf dem Papier wirklich ein starkes Team auf. Auch Dennis Lobach meldete sich zurück – frisch von der U20-WM. Doch sein Spiel stockte, er wollte zu viel, verstrickte sich in Einzelaktionen. Die wenig überzeugenden Szenen lieferte aber beileibe nicht nur der Youngster ab. Irgendwie waren die Blauen alle von einem seltsamen Virus befallen.

Im Schlussabschnitt wurden die Offensivbemühungen auf beiden Seiten ein wenig dezenter. Die Defensive geriet mehr in Fokus. Große Chancen blieben Mangelware. Zwei, drei Aktionen auf beiden Seiten, mehr war da nicht. Nur Toni Radu ließ es einmal klingeln. Sein Schlenzer knallte ans Kreuzeck – aber nicht rein.

Mal wieder Verlängerung also. Die Nummer 15 in dieser Oberliga-Saison. Die Overtime begann gleich mit einer Schrecksekunde: EVF-Verteidiger Jalen Schulz fuhr Simon Mayr derart in den eigenen Torhüter, dass Hötzinger gestützt das Eis verließ. Maximilian Meier kam rein – und startete mit zwei Riesenparaden. Beim Abschluss von Heiß hatte der SCR den Kasten aber leer gespielt – da war auch der Ersatzmann machtlos.

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