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Starker Rückhalt: Goalie Daniel Fießinger wirkte nahezu unüberwindbar an diesem Abend in Regensburg. 

SC Riessersee ist nahe dran am Optimum

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Was für ein Auftritt des SC Riessersee in Regensburg: Souverän von der ersten Minuten an holt sich die Mannschaft drei Punkte bei dem Oberliga-Team der vergangenen Wochen. Aus einer starken Defensive heraus schlägt der SCR nach vorne eiskalt zu und klettert in der Tabelle sogar vorerst auf Rang vier.

Regensburg – Man spricht oft von einem perfekten Spiel. Das wird es aus Trainersicht wohl nie geben. Der Auftritt des SC Riessersee gestern Abend in Regensburg kommt dem Optimum aber sicher nahe. Beim 5:1 in der Donau-Arena präsentierten sich die Garmisch-Partenkirchner jederzeit als Herr der Lage. Sie ließen eines der Top-Teams der vergangenen Wochen nicht ansatzweise zur Entfaltung kommen und fuhren mehr als verdient mal wieder drei volle Punkte ein. Der erste Dreier in der Meisterrunde, der die Riesserseer in der Oberliga-Tabelle auf Position vier nach vorne spült.

Am Freitag hatte Trainer George Kink einen dicken Hals gehabt. Nach einem starken ersten Drittel ließ sich der SCR von Füssen zwischenzeitlich die Butter vom Brot nehmen. „Es tut weh, wenn du dir die Führung so wegschnappen lässt oder sie verschenkst“, monierte Kink und beklagte kapitale Fehler seiner Verteidiger. Er versprach eine intensive Aufarbeitung. Eines kann man nach der Vorstellung in der Oberpfalz behaupten: Die Spieler haben zugehört – und auch umgesetzt, was der Coach predigte. Selten hat man die Riesserseer derart souverän auftreten sehen. Und das bei einem Team, das zwar nicht den idealen Start in die Meisterrunde erwischte, davor aber 13 von 16 Partien gewonnen hatte.

Doch die Gäste waren von Beginn an hellwach. Sie beherzigten Kinks Plan: Einfach spielen, schnell spielen, die Scheibe laufen lassen, den Puck sicher aus der eigenen Zone befördern. Und: Der SCR war im Zweikampf präsent, gab an der Bande eine gute Figur ab. Zudem machte Goalie Daniel Fießinger – am Freitag erst zum Spieler des Monats Dezember beim EHC Red Bull München gewählt – einen Eindruck der Unüberwindbarkeit. Sah gut aus.

Dabei war eine der beiden Top-Reihen sogar auseinandergerissen worden: Florian Vollmer hatte gegen Füssen schon gekränkelt, die Partie gab ihm offenbar den Rest. Nichts ging mehr beim Kapitän. EHC-Youngster Bastian Eckl schlüpfte in die Rolle –und füllte sie gut aus.

Dazu kam eine gewisse Effektivität, die Auftritte in gegnerischen Stadien durchaus angenehmer gestaltet. Selbst im Powerplay traf der SCR. Nicht ganz klassisch. Doch Eetu Arkiomaa tankte sich von außen vor den Kasten, zog ab, und vom Torhüter-Schläger sprang der Puck hinter die Linie. Eine Führung, die verdient war. Weil die Gäste hinten kaum etwas zuließen – und vorne nochmals zuschlugen: Wieder schoss Arkiomaa, den Abpraller wuchtete Silvan Heiß direkt mit Gewalt unter die Latte.

Regensburg hoffte auf sein Überzahlspiel – das beste der Liga. Doch den SCR zu entschlüsseln, das gelang den Oberpfälzern nicht an diesem Abend. Sogar eine doppelte Unterzahl überstand Kinks Team ohne große Bedenken.

Dass die Rückkehr von Jannik Woidtke dem SCR ein wenig mehr Offensivpower von der blauen Linie verschafft, zeigte der Verteidiger erneut mit einem harten und platzierten Schlenzer, der direkt unter dem Querbalken hinter Peter Holmgren einschlug, dem ein eigener Abwehrspieler die Sicht genommen hatte – 3:0. Regensburg bekam in der Folge schon Chancen, doch Fießinger stand sicher und ruhig. Einige Dinger vergaben die Hausherren auch leichtfertig.

Durch war die Partie spätestens nach dem 4:0 von Dennis Lobach, der vor dem Tor völlig freistand und von Uli Maurer perfekt bedient wurde. Auch wenn der EVR dann noch verkürzte, da ging nichts mehr für die Gastgeber. Vier Minuten vor dem Ende holte Trainer Max Kaltenhauser den Torhüter vom Eis. Half nichts. Arkiomaa krönte seine gute Leistung mit einem sehenswerten Treffer von hinter der eigenen Torlinie aus der Drehung heraus.

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