Mangelnde Routine und fehlende Cleverness macht Trainer George Kink für die geringe Punktausbeute gegen die beiden Topteams Deggendorf und Memmingen verantwortlich. Deutlich mehr soll am Wochenende herausspringen, wenn es gegen Weiden und nach Peiting geht. 
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Kehrt der Kapitän zurück? Florian Vollmer (l.) wird wohl erst kurzfristig grünes Licht geben können. 

SCR: Kink legt Fokus aufs Powerplay

  • Christian Fellner
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Mangelnde Routine und fehlende Cleverness macht Trainer George Kink für die geringe Punktausbeute gegen die beiden Topteams Deggendorf und Memmingen verantwortlich. Deutlich mehr soll am Wochenende herausspringen, wenn es gegen Weiden und nach Peiting geht. 

Garmisch-Partenkirchen – Sieben Punkte Vorsprung sind es aktuell auf Rang neun. Kein dickes Polster, auf dem sich der SC Riessersee ausruhen kann. Nach hinten zu schauen, ist aber eigentlich nicht ganz so nach dem Geschmack von George Kink. Der Trainer des Eishockey-Oberligisten möchte sich immer nach oben orientieren. Playoff-Einzug? Logisch. Top-Sechs? Sowieso. Ganz kess fragt er aber auch: „Wieso sollen die ersten drei schon weg sein? Es gibt noch 42 Punkte zu verteilen.“

Freilich hat Kink recht. Nur will der SCR wirklich noch einmal den Angriff auf die Spitzenränge in der Meisterrunde starten, dann braucht er mehr Punkte als zuletzt –auch gegen die Großen in der Liga. Das Wochenende mit den Partien in Deggendorf und gegen Memmingen zuletzt brachte eben nur einen Zähler ein. Keine Ausbeute, mit der man die Oberen schrecken könnte. „Wir hätten mehr verdient gehabt“, sagt Kink im Rückblick. „In Deggendorf auf jeden Fall einen Punkt, da haben wir den Gegner im letzten Drittel eingeschnürt. Und gegen Memmingen hatten wir es in der Hand.“ Nach dem 2:0 hatte er sich mehr erhofft, das gibt er schon zu. Am Ende war’s auch nur ein Zähler.

Woran es liegt, dass der SCR zum wiederholten Male in der Schlussphase sich die Punkte stibitzen ließ, liegt für den Coach auf der Hand. „Wir sind noch nicht so weit. Da fehlt uns ganz klar die Erfahrung.“ Eine Partie „schnörkellos“ nach Hause zu Schaukeln, habe etwas mit Routine und Cleverness zu tun. „In der Summe reicht es dafür noch nicht. Das muss man wirklich auf das Alter der Mannschaft schieben.“ Vor allem, dass dieses Phänomen der späten Gegentore so häufig auftrat.

Gegen Memmingen bemängelte der Trainer auch einmal mehr die Strafen, die seine Spieler zogen. „Unnötig“, mosert Kink. Egal ob Sean Morgan, Toni Radu oder Bastian Eckl am Ende – „das muss man auch wissen, dass der Gegner auf solche Szenen wartet“, betont Kink. „Man kennt doch langsam diese Pappenheimer, wenn da einer sich zwei, drei Sekunden an der Bande nicht mehr bewegt, dann will er diesen Körperkontakt nehmen, sucht die Strafe.“ Zu oft fallen die Riesserseer noch auf solche Angebote rein. „Ich hoffe mal, dass das alles dem Lerneffekt dient.“

Die Ausgangslage hinsichtlich der Gegner ändert sich für das bevorstehende Wochenende deutlich: Weiden, Gegner im heutigen Heimspiel, steht ganz am Ende der Tabelle, scheint schon ein wenig abgeschlagen. „Aber die Mannschaft zeigt Licht und Schatten, ist schwer einzuschätzen“, urteilt Kink. Peiting als direkter Tabellennachbar – die Wege kreuzen sich am Sonntag an der Peitnach – würde der SCR auch gerne auf Distanz halten. „Aber der ECP ist immer unangenehm zu spielen.“

Um sich – in der Theorie zumindest – das Leben ein wenig leichter zu machen, hat Kink mit dem Team „sehr, sehr viel“ Überzahl trainiert. „Die Tore fehlen uns einfach“, moniert er. Ein paar neue Ideen hat er eingebracht, sonst aber den Fokus auf deutlich mehr Abschlüsse gelegt. „Uns fehlt oft das Timing, aber auch die Schussstärke.“

In Sachen Personal könnte Florian Vollmer zurückkehren. Das Training gestern absolvierte er komplett. „Aber es hat ihn richtig erwischt gehabt mit Fieber und allem drum und dran“, sagt Kink, „da müssen wir abwarten, wie er das Training verdaut.“ Auch Toni Radu lag unter der Woche flach. Bei ihm sieht’s ähnlich aus. Sicher fehlen wird Sean Morgan wegen eines Infekts. Vom EHC dürften Emil Quaas und Dennis Lobach abgestellt werden. Ob es mehr sind, war am Donnerstag noch nicht absehbar.

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