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Ein Leader für den SC Riessersee: Andreas Driendl wechselt aus der DEL zum Zweitligisten nach Garmiosch-Partenkirchen.

Eishockey, DEL 2

Transfer-Hammer: DEL-Stürmer Driendl für 3 Jahre zum SCR

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Garmisch-Partenkirchen - Transfer-Coup für den SCR: DEL-Stürmer Andreas Driendl kommt auf Empfehlung des Ex-SCR-Trainers Marcus Bleicher für drei Jahre nach Garmisch-Partenkirchen.

Der Golfclub in Ehrwald eignet sich hervorragend für ein Geheimtreffen. Keine 30 Minuten sitzt man von Garmisch-Partenkirchen aus im Auto. Und erkannt wird man dort sowieso nicht – in Österreich, im Ausland.

Vor drei Wochen hat es im Neun-Loch-Golfclub unter der Zugspitze ein solch konspiratives Treffen gegeben. Ralph Bader, Geschäftsführer des SC Riessersee, und sein Spezl Marcus Bleicher aus Füssen fuhren vor. Bleicher spielte und trainierte früher beim SCR. Noch heute pflegt er einen guten Kontakt zu seinem früheren Arbeitgeber.

Um was ging’s? Brandheiße Infos hatte Bleicher aufgeschnappt, die er Bader unbedingt übermitteln wollte. Ganz geheim versteht sich. Andreas Driendl, DEL-Stürmer aus Füssen und Bleichers Freund, habe ihm gesagt, dass es ihn zurück in die Heimat zieht. Private Gründe gab der Stürmer an. Bleicher empfahl gleich den SCR und Garmisch-Partenkirchen. Den Rest regelte der Manager. Ein Anruf bei Gesellschafter und Geldgeber Udo Weisenburger („Fünf Sekunden habe ich überlegt“), einer bei Trainer Tim Regan. Danach stand fest: Driendl, den wollen wir.

Neuzugang Driendl: Über 400 Partien in der DEL

Der SCR bekam ihn. Sogar für drei Jahre hat der Zweitligist den DEL-Stürmer gebunden. Da darf man schon von einem Sensations-Fang sprechen. Über 400 Partien machte der 30-Jährige in der deutschen Top-Klasse. In der abgelaufenen Saison gelangen ihm 14 Tore und 32 Punkte. Einen Vertrag in der DEL hätte Driendl ohne Probleme erhalten. Interessenten gab es. Nur manchmal gibt es im Leben wichtigere Dinge als einen hoch dotierten neuen Kontrakt. Beim Füssener war es die Familie. Keine schöne Sache: Er hatte sich von seiner Frau getrennt. „Ich muss doch meine Kinder sehen, ich wollte schnell bei ihnen sein“, sagt er. Um zwei ganz junge im Alter von zwei und vier Jahren sorgt sich der Familienvater nun in der Heimat. Ganz aufhören mit Eishockey wollte er nicht. Nur die DEL kam nicht mehr in Frage. Er fragte Bleicher um Rat. „Ich bin sein Ziehsohn“, betont Driendl. Von 2003 an liefen sie zwei Spielzeiten lang gemeinsam in Füssen auf. „Er hat mich damals an die Hand genommen.“ Heute nennt Driendl den 38-jährigen Allgäuer seinen Freund. Und dessen Wort hat Gewicht. Driendl entschied sich für den SCR, obwohl auch Kaufbeuren und Ravensburg Angebote für den vielseitig einsetzbaren Stürmer abgegeben hatten.

Beim SCR soll er zum „Eckpfeiler für die nächsten Jahre“ werden, betont Geschäftsführer Bader. Diese Rolle sagt dem Neuen zu. Bereits in Krefeld (dort spielte er die vergangenen acht Jahre) zählte Driendl – an sich ein ruhiger Typ – zu den Führungsspielern. „Damit hatte ich keine Probleme.“ Vielmehr, betont der Füssener, „stelle ich den Anspruch an mich selbst, hier in Garmisch-Partenkirchen“ einer der Anführer zu sein. Druck spürt Driendl dennoch keinen, den halst er lieber dem ganzen Team auf. „Ich möchte mithelfen, dass das Viertelfinale plus X erreicht wird.“

Driendl wünscht sich Rückennummer 10

Noch kennt er die meisten seiner Teamkollegen nicht. Ausnahme: die Füssener Julian Eichinger, Tim Richter und Daniel Fießinger. Alle aber nur flüchtig. Gut vorstellen kann er sich eine Fahrgemeinschaft. Entschieden ist noch nichts. „Im Konvoi fahren sie sicher nicht nach Garmisch-Partenkirchen“, scherzt Bader. Einen konkreten Wunsch in Sachen Trikotnummer hat Driendl schon geäußert: Die Zehn hätte er gerne, die SCR-Legende Franz Reindl (heute DEB-Präsident) immer getragen hat. „Die habe ich schon immer gehabt. Ich hoffe, die ist frei.“ Vergeben ist sie nicht. Der Letzte, der sie trug, Andreas Pauli, hat den Verein vor einem Jahr verlassen.

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