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Übler und unsinniger Check: Ralf Rinke rammt Silvan Heiß von hinten in die Bande

Eishockey

Der SC Riessersee macht sich’s schwer

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Dominant war‘s, so richtig souverän aber nicht, was der SC Riessersee am Sonntagabend beim EHC Königsbrunn gezeigt hat. Die drei Punkte holte sich die Mannschaft aber durch einen 5:3-Erfolg und übernahm somit die Tabellenspitze in der Oberliga-Qualifikation.

Königsbrunn – Der SC Riessersee wird in dieser Oberliga-Qualifikation wohl kaum einen Gegner abschießen. Das zeigt sich bereits nach zwei Spieltagen. Ist ja auch kein Muss, vor allem aber keine Überraschung. Schon in der Hauptrunde der Oberliga hatte die Mannschaft immer wieder mit Toren gegeizt. Für eine Top-Position hat es dennoch gereicht. Und so langt es derzeit auch für die wichtigen Punkte in den ersten Duellen mit den Bayernligisten. Der SCR spielt dominant, netzt aber eben nicht nach Lust und Laune ein. Den Dreier in Königsbrunn holte sich das Team aber durch ein 5:3.

Der erste Auswärtstest begann nicht gerade nach Wunsch. Da lief erst einmal wenig zusammen. Klar, so ein frühes Tor wie gegen Peißenberg gab es dieses Mal nicht für das Team von Trainer George Kink. Da lief die Scheibe nicht, technische Fehler schlichen sich ein und verhinderten, dass der Favorit seiner Rolle auch gerecht wurde.

Der SCR erlebte erstmals, wie sich das anfühlt, auf fremdem Terrain der Gejagte zu sein. In Königsbrunn, da hatten die Riesserseer schlappe 30 Jahre nicht mehr gespielt. Damals hieß der Klub dort noch TSV Königsbrunn. Die Garmisch-Partenkirchner taten sich zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Bundesliga noch richtig schwer, in der Zweiten Liga Fuß zu fassen. In der Abstiegsrunde dann traf der SCR auf die Königsbrunner, die von unten kamen.

Lang ist’s her. Genau deshalb herrschte südlich von Augsburg wohl so etwas wie Volksfeststimmung. 450 Zuschauer im Schnitt schauen sich die Spiele der Königsbrunner an, mehr als 1000 waren es gestern Abend. Die Vereinsoffiziellen hatten Tage zuvor schon von erhöhter Nachfrage gesprochen, das Telefon in der Geschäftsstelle stand nicht mehr still. Tja, der SCR hat immer noch einen Namen und ist ein Zugpferd.

Und er hat auch genügend Qualität, um in dieser Qualifikationsrunde zur Oberliga 2019/20 die nötigen Akzente zu setzen. Auch wenn die Anfangsphase durchwachsen war, es dauerte nicht allzu lange, bis die Gäste das Kommando übernahmen. Dieses Mal sorgte nicht ein Tor für Ruhe, sondern ein übles Foul der Königsbrunner rüttelte die Riesserseer wach. Der sogar DEL-erfahrene Ralf Rinke rammte SCR-Verteidiger Silvan Heiß von hinten in die Bande. Dumm und vollkommen unnötig. Doch das sind die Auswüchse dieses überzogenen Körperspiels, zu dem sich sicher viele der Bayernliga-Gegner veranlasst sehen werden. Dass physisch härter gespielt werden würde, war den Verantwortlichen klar gewesen. Königsbrunn meinte gestern offenbar, damit glänzen zu können.

Der Schuss ging nach hinten los. Rinke musste zum Duschen. Pana Christakakis begleitete Heiß ins Klinikum nach Bobingen, wo die Platzwunde des Spielers mit acht Stichen genäht wurde. Derweil übernahmen seine Teamkollegen die Regie. Mike Glemser hatte nach der Überzahl genug von den Spielereien, zog einfach mal ab und überwand Donatas Zukovas im EHC-Kasten. Der Bann war gebrochen. Nun spielte nur noch ein Team. Leon Müller bediente den völlig freien Moritz Miguez, der das 2:0 machte. Florian Vollmer vollendete nach einer Kombination über Martin Naenfeldt zum 3:0.

Im zweiten Abschnitt ging’s zunächst wieder sehr zäh. Der SCR mühte sich, ließ aber vor allem wieder seine Überzahlsituationen ungenutzt. Ein Problem, das die Mannschaft bislang nicht in den Griff bekommt. George Kink hatte nach dem Freitagsspiel schon betont, dass er durch die dünne Personaldecke einfach keine Formationen einspielen könne. Solange die Riesserseer bei fünf gegen fünf treffen, macht das freilich noch nichts. Denn in der Endphase packten Mike Glemser und Victor Östling nach einem Solo von Naenfeldt noch zwei Treffer drauf.

Ein Zufallsprodukt mit einer seltsamen Lupfer ermöglichte Königsbrunn aber tatsächlich das 1:5. Und weil Fehler eben auch in einer dieser Liga bestraft werden, zudem Pfostentreffer nichts zählen, verkürzte EHC-Topscorer Patrick Zimmermann nach einem Scheibenverlust im letzten Drittel auf 2:5. Der SCR fing sich in Unterzahl noch das 3:5 ein, schaukelte dieses Resultat aber mit wackeligen Beinen noch nach Hause.

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