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Bestens aufgelegt: Torwart Kevin Reich rettet mehrmals in brenzligen Situationen für den SCR. 

Eishockey: DEL 2

Münchner Kindl retten dem SCR den nächsten Sieg

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Der SC Riessersee ist nicht zu stoppen: Beim 5:3-Sieg in Weißwasser muss das Team nicht einmal seine Top-Leistung zeigen. Die drei Punkte sichern zwei Leihgaben des Kooperationspartners.

Weißwasser– Der SC Riessersee hat einen Punkt erreicht, an dem viele sagen: Dieses Team gehört zu den besten Klubs der DEL 2. In Weißwasser, sagt Trainer Toni Söderholm, habe der SCR nicht an diese Form anknüpfen können. „Im Kopf waren wir ein bisschen langsam.“ Er fand noch allerlei andere Dinge, die ihm nicht gefielen. Aber das zähle am Ende eh nicht. „Du musst nicht immer die beste Mannschaft sein, sondern nur das bessere der beiden Teams.“ Ein bemerkenswerter Satz.

5:3 gewannen die Garmisch-Partenkirchner bei den Lausitzer Füchsen in einem verrückten Spiel. Auf Führungstore folgten Ausgleich und Gegenschlag. Es ging hin und her – oder wie Söderholm sagt: „Zufall hier, Zufall da.“ Für einen Mann, der Eishockeyspiele plant wie andere Menschen ihren Wochenablauf, war das nicht angenehm anzuschauen.

Im Grunde erfreute er sich nur an den ersten zwei Minuten. „Überragende zwei Wechsel“ sah Söderholm, die im 1:0 von Jared Gomes mündeten. Kurz sah der SCR dem Meisterkandidat ähnlich, zu dem ihn momentan alle machen. Die Füchse versteckten sich wie ein verängstigtes Reh, anstatt, wie man’s von ihnen im heimischen Fuchsbau kennt, loszustürmen. Aber die unnötige Strafzeit von Simon Mayr brachte Riessersee durcheinander – sogar nachhaltig. „Wir sind aus dem Rhythmus gekommen, waren unsortiert“, moniert der Trainer. Konkret bedeutet das: Die Gäste verloren Scheiben, versuchten sich im Aufbau an komplizierten Pässen und lieferten ein Überzahlspiel ab, das Söderholm als „Aufbautraining für den Gegner“ bezeichnet. In den zwei Minuten mit einem Mann mehr blieb das größte Erfolgserlebnis, dass es der SCR über die blaue Linie ins Drittel der Hausherren schaffte. Während andere Trainer in der Kabine auf einen Einlauf setzen, sei’s bei den Gästen ruhig zugegangen in der Pause. Ein Finne, und erst recht ein so ruhiger wie Söderholm, schreit nicht. Er habe sein Team nur daran erinnert, „dass wir hier um Punkte spielen“.

Viel besser wurde es danach auch nicht. Aber solche Tage gebe es eben. Immerhin „hat die Mannschaft Stärke gezeigt“, betont der Coach. Das nehme er auf die anstrengende Heimreise und für Sonntag mit, sagt er. Für solche Härtefälle hat Riessersee ja noch seine überragenden Einzelkönner im Kader. Kevin Reich, der junge Torwart, entschärfte beim Stand von 1:2 einen Alleingang von zwei Füchse-Stürmern. „Du hoffst immer, dass dein Goalie solche Momente liefert“, sagt Söderholm. Wieder schenkte er dem 22-Jährigen das Vertrauen, wieder belohnte ihn der Iserlohner. Das junge Alter kümmert den Coach nicht. „Wenn du dich entwickeln willst, musst du top sein“, stellt er klar. Söderholm erwarte „absolut viel“ von Reich. „Und er auch von sich selbst.“ Kurz nach dem überragenden Reflex erzielte Lubor Dibelka den Ausgleich. Das Aufbauspiel seines Teams kritisierte der Trainer jedoch weiterhin. Viel seltener als zuletzt schaffte es der SCR ins gegnerische Drittel. Söderholm vermisste das hohe Tempo der vergangenen Spiele.

Machte nichts, weil den Gästen in diesem Schlagabtausch der letzte Volltreffer gelang. Nach Treffern von Louke Okaley (43.) und Chris Owens (47.) sprach einiges für eine Verlängerung. Das Andi-Duo hatte etwas dagegen. Driendl legte auf Eder, schon stand’s 4:3. Seit seinem ersten Saisontor in Kassel vor zwei Wochen läuft’s beim Münchner Leihprodukt. „Er hat sich viel Druck gemacht“, sagt sein Coach. „Jetzt bekommt er die Belohnung für seine Arbeit.“

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